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Die Klavierspielerin

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Elfriede Jelinek um die seelischen Abgründe einer Klavierlehrerin.


Die Klavierspielerin

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Erhältlich seit:
06.11.2002

Originaltitel: Die Klavierspielerin

Drama/ Erotik

Österreich/Frankreich 2001
Laufzeit: 125 Min.
FSK: ab 16

Isabelle Huppert
Benoît Magimel
Annie Girardot

Regie: Michael Haneke
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Die Klavierspielerin

Erika Kohut, gescheiterte Konzertpianistin und eifersüchtig bewachter "Besitz" ihrer kaltherzigen Mutter, fristet ihre Tage als Klavierlehrerin am Wiener Konservatorium. Gefangen zwischen der Sehnsucht nach Liebe und der Dominanz ihrer Mutter flüchtet sich die verbitterte Mittvierzigerin in Voyeurismus und Selbstverstümmelung. Bis sich eines Tages der zwischen jugendlicher Unschuld und brutaler Triebhaftigkeit pendelnde Student Walter Klemmer in den Kopf setzt, den emotionalen Panzer der Frau zu durchdringen. Die Folgen sind verheerend...

Mit seiner Verfilmung des Bestsellers von Elfriede Jelinek liefert Michael Haneke ("Funny Games") einmal mehr ein verstörendes Psychodrama ab. Das von Kritikern als äußerst obszön bezeichnete Werk erregte die Gemüter, lief aber 2001 im Wettbewerb von Cannes und wurde mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Die beiden Hauptakteure, Isabelle Huppert, für ihre minimalistische und dennoch schockierende Gefühlsstudie, und Benoît Magimel als ungestümer Student, wurden mit Darstellerpreisen bedacht. Ein perfekter Arthouse-Tipp.

Die Klavierspielerin

Das soll ihm mal ein österreichischer Regisseur nachmachen: Zum dritten Mal nach "Funny Games" und "Code: Inconnu" schritt Michael Haneke als Wettbewerbs-Teilnehmer über den roten Teppich der berühmten Stufen. Für seine Verfilmung des Elfriede-Jelinek-Romans "Die Klavierspielerin" wurde er mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, seine beiden Hauptdarsteller Isabelle Huppert und Benoit Magimel mit dem Preis für die Beste darstellerische Leistung.

Michael Haneke provoziert gerne, auch wenn er es nicht zugibt. Mit "Die Klavierspielerin" stieß er auf Begeisterung wie auf Ablehnung, so mancher Mainstream-Anhänger oder Schöngeist musste hart schlucken bei diesem unbarmherzigen Trip durch seelische Abgründe, so manches nervöse Lachen hallte bei heiklen Szenen durchs Kino. Erika Kohut lehrt am Wiener Konservatorium Piano, steht noch mit Anfang 40 unter der Fuchtel ihrer Mutter, die sie permanent kontrolliert und wie ein kleines ungezogenes Kind behandelt, wenn sie mal nachts spät nach Hause kommt. Sexuelle Befriedigung sucht die verbitterte Frau in Pornokinos. Wenn Isabelle Huppert dort an gebrauchten Kleenex-Tüchern ihre Sehnsucht stillt, im Autokino Paaren beim Liebesspiel zuschaut, sich mit einer Rasierklinge die Vagina verstümmelt, oder sich in einer Mischung aus Hassliebe und Wahn im Bett auf ihre Mutter wirft, möchte man sich abwenden und schaut dennoch diesem psychischen Niedergang gebannt zu. Liebe ist Terra incognita - bis sich ein junger Schüler in sie verliebt, Auftakt zu einem atemberaubenden Akt der Selbstzerstörung. Erika will keine Intimität, sondern präsentiert einen sexuellen Forderungskatalog, in dem sie die körperliche Akrobatik auflistet, die sie aus Pornos kennt, wandelt dadurch das Begehren des Mannes in Abscheu. Haneke inszeniert die Sezierung menschlicher Verhaltensdeviation als Psycho-Drama ohne Pardon, trifft Seele, Bauch und Kopf. Die Huppert, die vor vier Jahren ein Angebot für "Funny Games" ausschlug, brilliert in der Titelrolle, durchlebt alle Extreme, ist mal abweisend, dominant oder verwundbar, mit der kleinsten Geste oder minimalsten Mimik lässt sie tiefe Einsamkeit ahnen, die Vereisung der Gefühle. Sie geht an Grenzen, spielt alle Nuancen von Demütigung, Selbsthass und verdrängten Gefühlshunger aus. Ihre Rigorosität erschreckt und weckt gleichzeitig Mitleid mit der Heldin. Künstlerisch und atmosphärisch zählte "Die Klavierlehrerin" zu den herausragenden Wettbewerbsbeiträgen, fordert Positionen heraus. Natürlich ist diese Piano-Lesson bei Haneke weder harmonisch oder angenehm, sondern ein schmerzhaftes und verstörendes Purgatorium, aber niemals degoutant. Nach diesem Preisregen sollte sich ein Arthouses-Publikum aufgeschlossen zeigen. mk.

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Erika Kohut
  Benoît Magimel   als Walter Klemmer
  Annie Girardot   als Mutter
  Anna Sigalevitch   als Anna Schober
  Susanne Lothar   als Frau Schober
  Udo Samel   als Dr. Blonskij
  Cornelia Köndgen   als Frau Blonskij
  Rudolf Melichar   als Direktor
  Philipp Heiss   als Naprwnik
  Thomas Weinhappel   als Bariton
  Gabriele Schuchter   als Margot
 
Regie:  Michael Haneke  
Buch:  Michael Haneke  
Kamera:  Christian Berger  
Produzent:  Prof. Dr. Veit Heiduschka  
  Marin Karmitz  
  Alain Sarde  
 

Die Klavierspielerin in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

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Isabelle Huppert

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Annie Girardot

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