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Die Legende vom Ozeanpianisten

Opulenter und poetischer Ausstattungsfilm über einen Wunderpianisten, der niemals seinen Geburtsort, ein Schiff, verläßt.


Die Legende vom Ozeanpianisten

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Erhältlich seit:
21.11.2007

Originaltitel: La leggenda del pianista sull'oceano

Drama

Italien/USA 1998
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 6

Tim Roth
Pruitt Taylor Vince
Mélanie Thierry

Regie: Giuseppe Tornatore
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Die Legende vom Ozeanpianisten

Am ersten Tag des 20. Jahrhunderts entdeckt ein Seemann auf einem Passagierschiff ein Findelkind und tauft es auf den Namen Neunzehnhundert. Auch Jahrzehnte später - aus dem Jungen ist inzwischen ein ausgezeichneter Pianist geworden - hat dieser nie seine stählerne Heimat verlassen. Das Schiff wird seine Familie und er, dank der musikalischen Begabung, dessen größter Star. Doch als der Dampfer nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört werden soll, muss sich Neunzehnhundert entscheiden, ob er mit ihm sterben oder weiter leben will.

Mit seinem ambitionierten Drama knüpft der italienische Filmemacher Giuseppe Tornatore in künstlerischer Hinsicht nahtlos an sein Oscar-gekröntes Meisterwerk "Cinema Paradiso" an. Das visuell bestechende und aufwendig ausgestattete Porträt eines skurrilen Individuums ist zudem eine Hommage an Sergio Leones "Es war einmal in Amerika", dessen Rückblendenstruktur sowie die Einwanderungsthematik hier variiert wird. Allerdings wird dieses anspruchsvolle Werk, in dem Tim Roth ("Reservoir Dogs") als tragischer Titelheld brilliert, in erster Linie bei Liebhabern des italienischen Kinos reüssieren können.

Die Legende vom Ozeanpianisten

Entgegen hoher Erwartungen blieb "Die Legende vom Ozeanpianisten" beim italienischen Kinostart im Dezember 1998 fast ungehört. Obwohl die Kinoambitionen dieser visuell bestechenden anspruchsvollen Verfilmung der Geschichte eines Mannes, der sein Leben ausschließlich auf einem Passagierschiff verbringt, nicht ins Augen fallen, sondern springen. Zwar wurde der neue Film Giuseppe Tornatores für den internationalen Markt um 40 Minuten gekürzt, liefert aber auch in den verbleibenden zwei Stunden genug Gründe dafür, als großes Kino vom Publikum erkannt zu werden, das erst einmal gewonnen sein will.

Zwischen Tornatores Ruf und der kommerziellen Umsetzung klafft hierzulande bislang eine große Lücke. "Der Mann, der die Sterne macht" verglühte schnell, während es "Eine pure Formalität" nicht einmal in die Kinos schaffte. Selbst "Cinema Paradiso" war trotz seines Oscargewinns nur ein Achtungserfolg. "Die Legende vom Ozeanpianisten" ist mit einer amerikanisch-britischen Besetzung scheinbar tauglicher für das internationale Geschäft und wirkt nicht nur, aber vor allem dank der Leinwand und Augen füllenden Optik (Istvan Szabos Stammkameraman Lajos Koltai auf den Spuren von Tonino Delli Colli) wie eine Verbeugung vor "Es war einmal in Amerika". Der beste Leone, den Leone selbst nicht gedreht hat, basiert auf einer Vorlage der italienischen Literaturentdeckung Alessandro Baricco und erzählt aus der Perspektive des Trompeters Max (Pruitt Taylor Vince) vom scheuen, aber an den Tasten unendlich coolen Wunderpianisten Neunzehnhundert (Tim Roth), der sein Leben zwischen den Welten ausnahmslos an Bord eines den Atlantik kreuzenden Passagierschiffes verbrachte. Ausgehend vom Jahr 1946, in dem die rostige Heimat versenkt werden soll, blickt Tornatore auf die Zeit und den Menschen Neunzehnhundert zurück: seine Kindheit, seine Fähigkeit, mit Tönen Menschen zu beschreiben, sein Pianoduell mit Jazzlegende Jelly Roll Morton (ein Höhepunkt des Films), sein zaghaftes Herantasten an die Liebe und sein größtes Geheimnis, sich genau davor gefürchtet zu haben, was ihm tausende von Einwandern täglich vorlebten: für das Neue alles Alte aufgeben zu müssen. In imposanten, optimal zur Wirkung gebrachten Sets entfaltet sich das faszinierende, immer zugängliche Porträt eines Mannes, der seine Welt nicht verlassen konnte, weil ihm das Leben in einer anderen zu unkontrollierbar erschien. Unterstützt von Ennio Morricones Musik umklammert Wehmut diesen Film, der in seinen Effekten (Schiff auf dem Ozean, Freiheitsstatute und Skyline von New York ) nicht nur sein limitiertes Budget, sondern auch seinen märchenhaft-illusionären Ton zu erkennen gibt. Und berührt fragt man sich, ob Filme wie dieser im Eventkino der Gegenwart wirklich zu klein, oder in ihrem nachdenklichen Blick aufs Leben vielleicht sogar zu groß geworden sind. kob.

Darsteller:  Tim Roth   als Neunzehnhundert
  Pruitt Taylor Vince   als Max
  Mélanie Thierry   als Das Mädchen
  Bill Nunn   als Danny Boodmann
  Peter Vaughan   als Musikladenbesitzer
  Niall O'Brien   als Hafenmeister
  Alberto Vasquez   als mexikanischer Maschinist
  Clarence Williams III   als Jelly Roll Morton
  Gabriele Lavia   als Farmer
  Cory Buck  
  Norman Chancer  
  Harry Ditson  
  Easton Gage  
  Kevin McNally  
  Heathcote Williams  
 
Regie:  Giuseppe Tornatore  
Buch:  Giuseppe Tornatore  
Musik:  Ennio Morricone  
Kamera:  Lajos Koltai  
 

Die Legende vom Ozeanpianisten in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Tim Roth

Seine Gauner und Ganoven wirken kaum einschüchternd, eher verklemmt und latent sadistisch, mit schlechten Manieren und leicht psychopathischen Zügen....

 

Star

Bill Nunn

Er gehört zum New Black Cinema und hat für dessen wichtigsten Regisseur, Spike Lee, vier Mal vor der Kamera gestanden. So spielte er u.a. den...