
Internationale Koproduktion, die den letzten und darüber hinaus jugendlichen Kaiser Roms zum Mittelpunkt eines Actionabenteuers macht.
Vor "Gladiator" galt der Kino-Untergang Roms als endgültig, und auch nach dem Comeback mit Ridley Scotts Welthit zog sich der Glanz der Cäsaren vor allem in Mini- und TV-Serien wie "Empire" oder "Rome" zurück. Schon aus diesem Grund ist diese Medium-Budget-Produktion aus dem Clanzentrum von Dino De Laurentiis (Produzenten sind Ehefrau und Tochter) ein Wagnis, denn sie holt Rom in Cinemascope und damit großformatig wieder ins Kino. Das von David Leland überarbeitete Drehbuch von Jez & Tom Butterworth ist ein Destillat aus geschichtlichem Hintergrund, dem gleichnamigen Roman von Valerio M. Manfredi und Hollywood-Historik, ergänzt von Anspielungen an jüngere Blockbuster aus Mittelerde. Die Handlung setzt etwa 80 Jahre nach der Spaltung des Reichs in eine oströmische (byzantinische) und weströmische Hälfte ein. Geschichtliche Überforderung droht aber keinem Zuschauer, da der Film Details ausspart und sich auf ein klassisches Waisentrauma konzentriert. Das Opfer verliert allerdings nicht nur seine Eltern, sondern auch deren Krönungsgeschenk, das weströmische Reich: Gerade erst von seinem Vater illegitim zum Kaiser ernannt, wird der 12-jährige Romulus durch einen brutalen Überfall gotischer Barbaren seiner Eltern beraubt, entmachtet und nur dank der Überredungskünste seines Lehrers (Ben Kingsley im trendigen Gandalf-Look) verschont. Gemeinsam werden Schüler und Meister nach Capri verbannt, um schließlich von Romulus' Leibgardisten (Colin Firth ungewohnt actionorientiert) und einer byzantinischen Amazone (Indiens Naturwunder Aishwarya Rai) befreit zu werden. Verfolgt von einem angemessen finsteren Goten, macht sich die kleine, von wenigen tapferen Kameraden unterstützte Gruppe nach Britannien auf. Gefunden wird dort die letzte loyale Legion Roms, aber auch ein magisches Schwert, das die Brücke baut von Cäsar bis hin zu Camelot. Auch wenn man das ursprüngliche Ziel, die Rückeroberung Roms, schließlich aufgibt, wird der Actionfan im Rahmen des Budgets zufrieden gestellt. Regisseur Doug Lefler, der schon eine Direct-to-DVD-Antwort auf das opulentere Fantasyabenteuer "Dragonheart" meistern musste, meidet die große Auseinandersetzung, setzt auf viele kleine Schwert- oder spätantike Martial-Arts-Duelle und auf den sanft erotischen Geschlechterkampf zwischen der attraktiven Poserin Rai und Sandalenneuling Firth. Am Ende wird auch noch Genrenachwuchs geboren, der als kleiner Bruder von "King Arthur" verstanden werden kann. kob.