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Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Spektakuläre Fantasy-Adaption der Comicserie von Alan Moore, in der die größten Helden der Literaturgeschichte gemeinsam den Kampf gegen das Böse aufnehmen.


Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

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Erhältlich seit:
08.01.2004

Originaltitel: The League of Extraordinary Gentlemen

Action/ Abenteuer

USA 2003
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Sir Sean Connery
Shane West
Stuart Townsend

Regie: Stephen Norrington
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Ex-007 Sean Connery ist der Kopf der glorreichen Sieben, die mit faszinierenden Fähigkeiten die Welt vor dem Untergang retten. Ein Action-Abenteuer aus Hollywood, der 1. Liga.

So steht sie da, die außergewöhnliche Liga (Foto: Fox) Großansicht

So steht sie da, die außergewöhnliche Liga (Foto: Fox)

In einer Zeit, in der ein Gentleman an sich schon außergewöhnlich ist, sind außergewöhnliche Gentlemen eine noch größere Rarität. Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen bilden sieben literarische Helden, die jeder für sich in der Welt der Bücher Berühmtheit erlangten und nun gemeinsam vor ihrer größten Aufgabe stehen: der Rettung der Welt.

Weit zurück führt unsere Reise. 1899, an der Wende zum 20. Jahrhundert, wirft die Ära der Maschinen bereits große Schatten voraus. In guten Händen fasziniert die technische Revolution, in bösen aber terrorisiert sie. Eine finstere, monströs maskierte Gestalt, genannt "Das Phantom", schürt durch gezielte, perfekt realisierte Überfälle und Sabotageaktionen den Hass unter den Nationen.

So fit wie früher: Sean Connery als alternder Quatermain (Foto: Fox) Großansicht

So fit wie früher: Sean Connery als alternder Quatermain (Foto: Fox)

Es lebe das Abenteuer!

Weil sich die europäischen Großmächte gegenseitig der Provokationen beschuldigen, soll ein Nationentreffen in Venedig die kritische Lage entspannen. Doch genau dort will das Phantom zum entscheidenden Schlag ansetzen und die Welt in einen Krieg treiben. Die Motive des vermeintlich Wahnsinnigen enthüllt der Film in seinem explosiven Finale am vereisten anderen Ende der Welt, die Zusammensetzung seiner Anti-Terror-Truppe aber bereits zu Beginn.

In Afrika führt sich der legendäre Allan Quatermain (Sean Connery) mit Faust und Flinte als der Welt größter Abenteurer eindrucksvoll ein. In London lässt Jules Vernes Kapitän Nemo seine Piratenbiografie hinter sich, um Martial-Arts-Künste und neueste Technik, darunter sein U-Boot Nautilius, in den Dienst der guten Sache zu stellen.

Die Gentlemen geraten in gar seltsame Situationen (Foto: Fox) Großansicht

Die Gentlemen geraten in gar seltsame Situationen (Foto: Fox)

Mythen und Legenden

In Paris holen Quatermain und der junge Amerikaner Tom Sawyer in einer rasanten Verfolgungssequenz den berüchtigten Mr. Hyde von den Dächern, der mit monströser Anatomie sogar dem grünen Hulk ein blaues Auge bescheren könnte.

Muskelpaket Hyde und seine schizophrenen Dialoge mit Dr. Jekyll gehören zu den Höhepunkten des mit Effekten gespickten, Liebe zum Design verratenden Großprojekts, mit dem Regisseur Stephen Norrington nach "Blade" erneut ein atmosphärisch dichtes Abenteuerspektakel auf die Leinwand wuchtet, eine faszinierende Reise in ein Land der Mythen und Legenden.

Quatermain beherrscht den Kampf mit dem Buschmesser (Foto: Fox) Großansicht

Quatermain beherrscht den Kampf mit dem Buschmesser (Foto: Fox)

Ab in die Märchenwelt

Jeder der außergewöhnlichen Gentlemen, zu denen auch ein Unsichtbarer und ein Unsterblicher, sowie eine Untote (Peta Wilson als Draculas Opfer Mina Harker) gehören, kann in der Jagd auf das Phantom seine besondere Fähigkeit einsetzen. Die überlebensgroßen Figuren wie auch mancher Schauplatz sind märchenhafte Erweiterungen ihrer Vorbilder.

Realismus ist also dem Genre entsprechend kein Anliegen dieses opulent visualisierten Action-Abenteuers, Eskapismus aber sehr wohl. Denn Fliehen vor der Wirklichkeit kann man hier - und dies für zwei Stunden. Mit Kino, dieser außergewöhnlichen Droge.

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Nach "Daredevil" und "X-Men 2" bringt Fox in diesem Jahr nun schon die dritte Comicadaption in die Kinos. Als Vorlage diente die intelligente und dunkle Comicromanreihe von Allan Moore ("From Hell"), in der eine außergewöhnliche Liga von literarischen Figuren als die verbrechensbekämpfende Vorhut moderner Superhelden fungiert. Sie setzt sich aus alt- und damit vielen jungen Zuschauern womöglich unbekannten Romanhelden von Autoren wie Jules Verne und Oscar Wilde zusammen und wird angeführt von Sean Connery, der hier wieder im Dienste seiner Majestät tätig ist - allerdings nicht als James Bond des 20. Jahrhunderts, sondern als der legendäre Abenteurer Allan Quartermain der viktorianischen Ära anno 1899.

Es ist kein Geheimnis, dass Connery, der auch als ausführender Produzent auftritt, und Regisseur Stephen Norrington ("Blade") diverse Meinungsverschiedenheiten hatten. So fehlt der Verfilmung der ausgesprochen vielversprechenden Vorlage trotz zahlloser aufwändiger Effekte, Explosionen und aller Pracht der Ausstattung bisweilen Format und Esprit des Comics. Das macht sich bereits beim Prolog bemerkbar, in dem der maskierte Bösewicht The Fantom eingeführt wird. Mit Hilfe seiner modernen Waffentechnologie, aber ohne viel Suspense, stiftet er in London und Berlin Unheil, um damit die beiden Nationen gegeneinander aufzuhetzen. Daraufhin wird der Afrika-Abenteurer Quartermain (Connery gewohnt kompetent und krustig-lustig in der Rolle des "Indiana Jones"-Vorvaters, die auch schon von Richard Chamberlain übernommen wurde) von M (Richard Roxburgh) rekrutiert, dem Übeltäter im Auftrag der Königin das Handwerk zu legen.

Mit von der Partie sind des weiteren der visionäre Nautilus-Kapitän Nemo (Naseeruddin Shah aus "Monsoon Wedding"), der ewig junge und unverletzliche Dorian Gray (Stuart Townsend aus "Königin der Verdammten"), die Wissenschaftlerin und Vampirbraut Mina Harker (Peta Wilson aus der TV-Serie "Nikita"), der unsichtbare Mann Rodney Skinner (Tony Curran aus "Blade II"), der amerikanische Secret-Service-Agent Tom Sawyer (Shane West) und Dr. Jekyll bzw. Mr. Hyde (Jason Flemyng macht dank aufgeblasener Effekte dem "Hulk" wutschnaubende Konkurrenz). In der Nautilus (die hier wesentlich schnittiger und bombastischer als in "20.000 Meilen unter dem Meer" ausfällt) begibt sich die Liga nach Venedig, wo das Fantom die Stadt mit einer Sprengstoffkettenreaktion in Schutt und Asche legen will. Unterwegs stellt sich heraus, dass sich ein Verräter unter den neuen Gefährten befinden muss. Dennoch können sie den Plan des Fantoms vereiteln. In seinem Waffenherstellungs-Hauptquartier in der verschneiten Mongolei kommt es zum feurigen Finale.

Eine Figur nach der anderen darf zumeist mit Hilfe von Computereffekten ihre jeweilige außergewöhnliche Fähigkeit unter Beweis stellen, worauf sich auch die Charakterisierung beschränkt. Das ist bisweilen ausreichend, denn Norrington versieht die entsprechenden Fähigkeiten mit einem verblüffenden Sinn für atemberaubende visuelle Gestaltung. Allerdings wäre es hilfreich gewesen, einen Bösewicht von Format zu entwickeln. Weil das Fantom aber durchschaubar und nicht übermäßig furchterregend ist, bleibt ein Vakuum für einen würdigen Gegenspieler - und damit auch ein gewisser Mangel an Spannung.

Humor wird mit einigen witzigen Onelinern erzeugt, die die verborgene Klasse dieses pompösen Spektakel verdeutlichen. Die düster-unterbelichteten und mit größter Sorgfalt errichteten Sets von London und Venedig evozieren gekonnt atmosphärisches Comic-Flair, während Kapitän Nemos Bart wohl einem Kostümball entliehen ist. Um eine Posse handelt es sich hier trotz mancher Unausgewogenheit nicht: "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" bietet allemal außergewöhnliche Kinomomente. ara.

Darsteller:  Sir Sean Connery   als Allan Quatermain
  Shane West   als Tom Sawyer
  Stuart Townsend   als Dorian Gray
  Richard Roxburgh   als M
  Peta Wilson   als Mina Harker
  Tony Curran   als Rodney Skinner
  Jason Flemyng   als Henry Jekyll / Edward Hyde
  Naseeruddin Shah   als Captain Nemo
  David Hemmings   als Nigel
  Max Ryan   als Dante Aligheri
  Tom Goodman-Hill   als Sanderson Reed
  Jason Isaacs   als Campion Bond
 
Regie:  Stephen Norrington  
Buch:  James Robinson  
Musik:  Trevor Jones  
Kamera:  Dan Laustsen  
Produzent:  Don Murphy  
  Trevor Albert  

Sherlock Holmes auf modern

"Haben sie heute schon die 'Sun' gelesen, Watson? Das Girl von Seite drei ist mal wieder hinreißend!"

Watson, was haben die sich da nur wieder ausgedacht...

Watson, was haben die sich da nur wieder ausgedacht...

So wird sich möglicherweise der moderne Sherlock Holmes anhören. Denn Hollywood bastelt an einer Neuauflage des britischen Detektivklassikers von Sir Arthur Conan Doyle. Das Urteil des Schöpfers über die zeitgenössische Version seines einst so stilsicheren Spurensuchers dürfte dabei eindeutig ausfallen: "I am not amused!"

Denn im Drehbuch von James Robinson ist nichts mehr so, wie es in den guten alten Zeiten von Scotland Yard einmal war: In "Holmes and Watson", so der Arbeitstitel, geht es nämlich um einen modernen Nachfahren des Meisterdetektivs: Der ist Mitte zwanzig und sein größtes Talent ist die detailgenaue Recherche - und zwar von persönlichen Daten aller potenziellen Bettgespielinnen Londons.

Zu den Wurzeln seiner Familientradition kommt er nur durch Zufall, und der tritt in Gestalt von Watson in sein Leben. Watson ist dabei selbstverständlich eine Frau: Dr. Jane Watson, die Urenkelin von Sherlocks ehemaligem Assistenten ist genau nach dem Geschmack des ausgesuchten Jung-Playboys und bestens geeignet, den Jungspund (nicht nur) zum Detektiv-Spiel zu überreden: Gemeinsam versucht das Paar mit den vorzüglichen Erbanlagen den Mord an der besten Freundin Janes aufzuklären.

New Line Cinema produziert "Holmes and Watson" und mit Robinson hat man sich gleich einen der angesagten Drehbuchautoren geangelt. Denn aus seiner Feder stammt auch das Skript zu "The League of Extraordinary Gentlemen" mit Sean Connery. Die unter anderem in Prag gedrehte Mega-Comic-Verfilmung startet bei uns im Oktober.

Stellt sich nur noch die Frage, wer das neue Detektivpärchen darstellen soll. Wie wär's mit Robbie Williams und Britney Spears?

Egal wie die Entscheidung ausfällt, Holmes-Erfinder Doyle und Kultdarsteller Basil Rathbone werden sich mit einiger Sicherheit in ihren Grüften umdrehen.

 

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen in der Fotoshow

 

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