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Die Muse

Bissige Hollywoodsatire, in der eine mystische Muse die Größen der Traumfabrik charmant-kapriziös um ihren kleinen Finger wickelt.

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Die Muse
Start: 26.09.2000

Originaltitel: The Muse

Komödie

USA 1999
Laufzeit: 93 Min.
FSK: o.A.

Albert Brooks
Sharon Stone
Andie MacDowell

Regie: Albert Brooks
Kinowelt

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Albert Brooks bevorzugt Blondinnen - zumindest als Regisseur, wie es scheint. Für seine letzte Komödie "Mother" verpflichtete er Debbie Reynolds für die Titelrolle und nun läßt er sich von Sharon Stone (seit "Basic Instinct" der Archetyp des blonden Biests) als Muse in seiner trefflichen Hollywood-Satire inspirieren. Auf den Spuren von "The Player" und "Grand Canyon" wandelnd, reflektiert Brooks mit Woody-Allen'scher Tiefsinnigkeit und Quengeligkeit über Erfolg und Mißerfolg in der Traumfabrik. Seine bissige Milieustudie zeichnet sich durch präzise Charakterisierungen mit famosen Dialogen der großen und kleinen Hechte im Entertainment-Business aus. Brooks schlüpft in die Rolle seines Alter Egos, des gefragten Drehbuchautoren Steven Phillips, der plötzlich in einer kreativen Krise steckt und von heute auf morgen einen Platz als gedemütigter Nobody angewiesen bekommt. Seinen Biß soll er verloren haben, teilt ihm ein schleimiger Paramount-Executive (Mark Feuerstein als perfekte Verkörperung des heuchlerischen Hollywood-Haifischs), weshalb er sein Büro räumen darf. Am Boden zerstört, begibt sich Steven zu seinem Oscar-prämierten Kollegen und Freund Jack (Jeff Bridges), der zögerlich ein Treffen mit seiner mystischen Muse Sarah (Stone luftig-locker in wallenden Designerroben) für ihn arrangiert. Sie entpuppt sich als kapriziöse Diva, für die nur das Beste gut genug ist. Von Steven verlangt sie eine Suite im Vier Jahreszeiten für $1700 pro Nacht und daß er prompt jeden ihrer Wünsche erfüllen soll. Dafür inspiriert sie ihn mit neuen Ideen und tatsächlich gewinnt er langsam sein Selbstvertrauen wieder. Mittlerweile in seinem Haus einquartiert, verhilft Sarah bald auch Stevens Frau Laura (Andie MacDowell) zu einer kulinarischen Karriere mit Gourmetkeksen. Für den nörglerischen Steven ist das jedoch eindeutig zu viel des Guten, und er vergrätzt seine Muse mit zunächst katastrophalen Konsequenzen. Brooks' Auflösung um die Herkunft der mysteriösen Muse wirkt angesichts des ansonsten so liebevoll und wahrhaftig gezimmerten (aber auch ein wenig verbitterten) Films beinahe antiklimatisch, doch eine letzte Handlungswendung beim Happy End macht dieses Manko spielend und spielerisch wieder wett. Brooks kann sich über eine lange Parade von Cameoauftritten freuen: Unter anderem sind Jennifer Tilly, Wolfgang Puck, Rob Reiner, James Cameron und Martin Scorsese als sie selbst zu sehen. Vor allem die beiden letzten sind sich für herrlich selbstironische Spitzen nicht zu schade. Stone, die blendend aussieht und somit den optischen Part mit glamourösen Charisma auszufüllen versteht, offenbart gutes komödiantisches Timing und macht sich hier wesentlich besser als im "Gloria"-Remake zu Beginn des Jahres. Problematisch ist lediglich, daß Brooks seinen zentralen Charakter als ewig mißmutigen Mieswurz angelegt hat und er als Identifikationsfigur in dieser Hinsicht auf Dauer ein wenig ermüdend ist. Ein älteres, anspruchsvolles Publikum sollte sich dennoch von den sarkastischen Hollywood-Vignetten, die von einer nichtssagenden Preisverleihungszeremonie zur völlig sinnlosen Konversation bei einer Societyparty reichen, glänzend unterhalten fühlen. ara.

Muse

Regie:  Albert Brooks  
Buch:  Albert Brooks  
  Monica Johnson  
Musik:  Sir Elton John  
Kamera:  Thomas E. Ackerman  
Produzent:  Herbert S. Nanas  
 
Darsteller:  Albert Brooks   als Steven Phillips
  Sharon Stone   als Sarah
  Andie MacDowell   als Laura Phillips
  Jeff Bridges   als Jack Warrick
  Mark Feuerstein   als Josh Martin
  Steven Wright   als Stan Spielberg
  Bradley Whitford   als Hal
  Mario Opinato   als Europäer
  Dakin Matthews   als Dr. Jacobson
  Concetta Tomei   als Nurse Rennert
  Cybill Shepherd  
  Lorenzo Lamas  
  Jennifer Tilly  
  Rob Reiner  
  Wolfgang Puck  
  James Cameron  
  Martin Scorsese  

Sharon Stone turtelt mit Tarantino

Quentin Tarantino wird immer mehr zum guten Onkel Hollywoods. Jetzt möchte er scheinbar Sharon Stones ins Stocken geratene Karriere wieder auf Trab bringen.

Möchte endlich wieder einen Blockbuster verbuchen: Sharon Stone (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Möchte endlich wieder einen Blockbuster verbuchen: Sharon Stone (Foto: Kurt Krieger)

Pam Grier, Michael Madsen und John Travolta sind nur einige von Hollywoods Diamanten, die Quentin Tarantino wieder zum Funkeln und Strahlen brachte. Der Meisterregisseur scheint ein Faible für Mimen zu haben, auf die der Rest der Filmbosse keinen Pfifferling mehr setzt oder deren Stern am Erlöschen ist. Jetzt sieht alles danach aus, als ob der Regisseur von "Inglourious Basterds" Sharon Stone zurück ins gleißende Rampenlicht hieven möchte. Ein Erfolgserlebnis könnte die ehemalige "Muse" gut gebrauchen, liegt doch der letzte Kassenknüller der Diva schon einige Jahre zurück.

Nun wird gemunkelt, dass Tarantino das in die Jahre gekommene Sexidol der 90er Jahre in seinem neuen Werk "Weekend" einsetzen möchte. Darin geht es um einen pensionierten Kriegshelden, der auf dem Weg in sein Ferienhaus eine Unbekannte trifft. Die Augenweide hat eine Autopanne und nimmt die Hilfe des Galans freudig an. Und schon nimmt der Ärger seinen Lauf! Als Drehort haben die Filmemacher Serbien auserkoren. Michael Madsen, Jessica Biel, Dennis Hopper und Lucy Liu komplettieren die Besetzungsliste.

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