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Die Mutter - The Mother

Etwas andere Lovestory einer reifen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes eine Affäre mit dem Liebhaber ihrer Tochter beginnt.


Die Mutter - The Mother

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.04.2004

Originaltitel: The Mother

Drama

Großbritannien 2003
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Anne Reid
Peter Vaughn
Anna Wilson Jones

Regie: Roger Michell
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Etwas andere Lovestory einer reifen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes eine Affäre mit dem Liebhaber ihrer Tochter beginnt.

May hat Angst vor einer Zukunft alleine (Foto: Concorde) Großansicht

May hat Angst vor einer Zukunft alleine (Foto: Concorde)

May und ihr Gatte besuchen die Kinder und Enkel in London. Leider werden sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Der ewig am Handy hängende Sohn und die geschäftstüchtige Schwiegertochter haben keine Zeit und auf die Gameboy spielenden Enkel wirken die Großeltern wie Fossilien.

Als ihr Mann am Herzinfarkt stirbt, will die über 60-Jährige nicht zurück in das leere Haus. Also zieht sie erst einmal zur alleinerziehenden Tochter, die sie flugs als Babysitterin einsetzt.

Die einsame ältere Dame empfindet Angst, eine dieser unsichtbaren Frauen zu werden, denen die Kraft zur Eigenständigkeit abhanden kommt und die als Seniorinnen tatenlos auf das Ende eines langweiligen Lebens warten.

Mit Darren erlebt May eine leidenschaftliche Liebe (Foto: Concorde) Großansicht

Mit Darren erlebt May eine leidenschaftliche Liebe (Foto: Concorde)

Zweiter Frühling

In dieser Umbruchsituation ist alles möglich und sie verliebt sich wie ein Teenie in den aufbrausenden Darren, der hemmungslos mit Mutter und Tochter gleichzeitig ins Bett steigt.

Nach ihrer preisgekrönten BBC-Serie "The Buddha of Suburbia" präsentieren Regisseur Roger Michell ("Notting Hill"), Produzent Ken Loader und der Oscar-nominierte Drehbuchautor Hanif Kureishi ("Mein wunderbarer Waschsalon") ein weiteres gemeinsames Projekt, das sie 2003 bei den Filmfestpielen von Cannes vorstellten: Die berührende und typisch britische Lovestory einer reiferen Frau in einer Londoner Vorstadt - brillant verkörpert von Ann Reid ("Liam") - die sich in den Lover ihrer Tochter verliebt.

Die Mutter - The Mother

Einer der emotional berührendsten Filme der diesjährigen Quinzaine mauserte sich zum Geheimtip in Cannes: "Die Mutter". Nach dem Drehbuch von Hanif Kureishi packt Roger Michell ein brisantes und oft tabuisiertes Thema an, die sexuelle Affinität zwischen einer älteren Frau und einem jungen Mann, hier zu allem Unglück noch der Liebhaber der Tochter. Preiswürdig die Performance von Anne Reid, die der Hauptfigur dieser unmöglichen Beziehung die nötige sanfte Überzeugungskraft verleiht.

Erstmals seit dem BBC-Vierteiler "The Buddha of Suburbia" von 1993 arbeiten Regisseur Roger Michell, Drehbuchautor Hanif Kureishi und Produzent Kevin Loader wieder zusammen, ein eingespieltes Team, wie das Resultat beweist. Dabei hätte die Geschichte einer Witwe, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes den Freund der Tochter begehrt und sexuell die Initiative übernimmt, auch daneben gehen können. Aber Michells Fokus ist nicht der Sex, sondern eine Frau, die in einem gewissen Alter noch Sex haben will. Und damit provoziert er all diejenigen, die ein solches Privileg auf der Leinwand gerne den Herren mit Silberhaar zubilligen und es für "normal" halten, wenn Richard Gere in "Es begann im September" Winona Ryder als Tochter seiner Ex-Geliebten verführt.

"Die Mutter" beginnt mit einem Familientreffen der öden Art: May und ihr Gatte besuchen Kinder und Enkel in London, werden nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Der ewig am Handy hängende Sohn und die geschäftstüchtige Schwiegertochter haben keine Zeit, auf deren Gameboy spielende Kids wirken die Großeltern wie Fossilien. Als ihr Mann am Herzinfarkt stirbt, will die über 60Jährige nicht zurück in das leere Haus, zieht erst einmal zur alleinerziehenden Tochter, die sie flugs als Babysitterin einsetzt. Die Einsame empfindet Angst, eine dieser unsichtbaren Frauen zu werden, denen die Kraft zur Eigenständigkeit abhanden kommt, die als Seniorin tatenlos auf das Ende eines langweiligen Lebens warten. In dieser Umbruchsituation ist alles möglich und sie verliebt sich wie ein Teenie in den aufbrausenden Darren (Daniel Craig in einer Paraderolle), der hemmungslos mit Mutter und Tochter gleichzeitig ins Bett steigt.

Der Film konzentriert sich zwar auf die Love Story ohne Zukunft, betrachtet und persifliert parallel die heutige Familie in ihrer Disfunktionalität, den Generationskonflikt und die Unfähigkeit zur Kommunikation. Bei den offensiven Sexszenen lässt Michell Delikatesse walten, es gibt weder Prüderie noch Peinlichkeit. Eine leichte Ironie bricht immer wieder die bedrohliche Spannung, die Figuren sind mit Sympathie gezeichnet - die ältere Frau in ihrem stillen Wunsch nach erfüllter Sexualität und ihrer Verletzbarkeit, die zwischen Beruf und Kind hin- und hergerissene Tochter, der in den Tag hineinlebende Luftikus, der sich irgendwann als Objekt der Begierde sexuell ausgenutzt sieht. Am Ende mag man sie alle mit ihren Schwächen, Unsicherheiten und der fatalen Sehnsucht nach dem Glück. Beste Unterhaltung für ein erwachsenes Arthouse-Publikum. mk.

Darsteller:  Anne Reid   als May
  Peter Vaughn   als Toots
  Anna Wilson Jones   als Helen
  Daniel Craig   als Darren
  Danira Govich   als Au-Pair
  Harry Michell   als Harry
  Rosie Michell   als Rosie
  Izabella Telezynska   als Polnische Putzfrau
  Steven Mackintosh   als Bobby
  Cathryn Bradshaw   als Paula
  Carlo Kureishi   als Jack
  Sachin Kureishi   als Jack
  Oliver Ford Davies   als Bruce
  Jonah Coombes   als Immobilienmakler
 
Regie:  Roger Michell  
Buch:  Hanif Kureishi  
Musik:  Jeremy Sams  
Kamera:  Alwin H. Kuchler  
Produzent:  Kevin Loader  
 

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