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Die neun Pforten

Sinnliche, ironisch gebrochene, mysteriöse Adaption von "Der Club Dumas" mit Johnny Depp als Bücherjäger.


Die neun Pforten

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Erhältlich seit:
18.08.2011

Originaltitel: The Ninth Gate

Horror/ Thriller

Frankreich/Spanien 1999
Laufzeit: 133 Min.
FSK: ab 12

Johnny Depp
Frank Langella
Lena Olin

Regie: Roman Polanski
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Die neun Pforten

Der Buchexperte Dean Corso schwatzt einer Klientin eine wertvolle Don-Quijote-Ausgabe für einen Spottpreis ab. Hilflos dabei zusehen muss der gelähmte Gatte, der nichts anderes tun kann, als seine Finger zornig in eine Decke zu krallen. Weil biblische Gerechtigkeit aber sein muss, geht Corso dann als moderner Faust durch die Hölle. Im Auftrag des dubiosen Boris Balkan vergleicht er die letzten drei Exemplare eines Buches miteinander, das Mephisto nicht nur mitverfasst, sondern auch als versteckten Schlüssel zu seinem Reich genutzt haben soll...

"Chinatown"-Regisseur Roman Polanski setzte für seine 15. Spielfilmarbeit den spanischen Bestseller "Der Club Dumas" visuell elegant und recht sparsam im Schock um. Dabei gibt sich sein Horror-Thriller eher als verschlüsseltes Rätsel denn als durchkomponiertes Ganzes. Neben dem typischen schwarzen Humor des Wahlfranzosen, der hier zwischen grotesk und gemein pendelt, zeigen Schauspiel-Veteran Frank Langella und Frauenschwarm Johnny Depp solide Leistungen. Witzig-mysteriöse Teufelei.

Die neun Pforten

Eine elegant ironische Teufelei, ein intensiver Film über die Stille, suggestiv erzählt wie ein fesselnd geschriebener Roman, in dem man sich gern versenkt, intellektuell wie emotional: Roman Polanskis Film ist ein spielerisch spannendes Kinovergnügen. Sinnlich, witzig, mysteriös und mit einer guten Dosis Zwielichtigkeit kommentiert er Okkultismus, Esoterik und andere Übernatürlichkeiten ziemlich originell. Johnny Depp ist eine Art phantastischer Philip Marlowe auf den Spuren eines satanischen Buches, sexuell verfolgt von einem furiosen Weibsteufel (Lena Olin) und erotisch beschützt von einem pfiffigen jungen Mädchen (Emanuelle Seigner).

Schon in "Tanz der Vampire" vor gut 30 Jahren hat er das Horror-Genre parodiert, das den Rationalisten Polanski jetzt wieder zu einer selbstironischen Leinwanderzählung inspiriert. Den spanischen Bestsellerroman "Der Club Dumas" von Arturo Perez-Reverte hat er filmisch bearbeitetet und sich dabei vor allem auf die Geschichte von den neun Toren zum Reich der Schatten konzentriert. Dean Corso (Depp) erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines mit teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Der Autor des Buches war auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, der New Yorker Sammler Boris Balkan (Frank Langella) besitzt das Exemplar, das den vorherigen Eigentümer in den Suizid getrieben hat. Dessen Witwe (Olin) will es unbedingt zurück haben und drangsaliert Corso deshalb auf heftige Weise. Die Ich-Erzählung des Films setzt den Zuschauer von Anfang an in die Situation des Bücherjägers Corso, der ein bißchen erinnert an Jack Nicholons Gittes in Chinatown, ein Privatdetektiv, der immer wieder in die Irre geführt, in Verlegenheit gebracht, manipuliert und provoziert wird. Der Film hat, trotz aller Leichtigkeit der Inszenierung, etwas Klaustrophobisches. Ganz im Sinne besten Suspense fühlt, man sich an jedem neuen Ort, den der Buchexperte Corso besucht, wohlig unwohl und unheimlich, ob in New York, Toledo, Cintra in Portugal oder Paris. Und überall taucht überraschend und immer gerade im richtigen Moment ein geheimnisvolles Mädchen in Jeans und Sneakers als eine Art Schutzengel auf und verhindert, daß er sich in dem teuflisch hermetischen Labyrinth total verheddert. Wird er die fehlenden zwei Bücher finden und, auf alle drei verteilt, jene neun Illustrationen ermitteln, die angeblich vom Teufel selbst stammen und das Geheimnis des Zugangs zu seinem Reich enthalten? Aus der Finsternis, die einen Geschmack von Asche hinterläßt, tritt am Ende das Licht - und Roman Polanski lacht sich ins Fäustchen. Er und sein Kameramann Darius Khondji spielen virtuos auf dem Klavier der Genres und deren Stereotypen und Klischees, um sie in der extrem sinnlichen Bildästhetik melancholisch bedrohlicher Brauntöne und imposanter Großaufnahmen zu brechen.

Wer einen Mainstream-Horror-Schocker erwartet, wird entweder enttäuscht oder angenehm überrascht sein. Das ist auch nie Polanskis Filmstil gewesen, weil er viel subtiler erzählt und die Ambiguität von Geschichten liebt. So dürfte er wieder eine künstlerisch anspruchsvolle, cineastische Zuschauergemeinde finden und ganz sicher noch all jene anlocken, die intelligent unterhalten werden wollen und sich gern eine klassisch spannenden Geschichte erzählen lassen, ohne daß die Spezialeffekte dauernd um die Ecke knallen. Denn auch die sind bei Polanski leise, subtil, unauffällig. fh.

Die neun Pforten

Buchspezialist Dean Corso soll für den reichen Sammler Boris Balkan die letzten drei Exemplare eines okkulten Werkes miteinander vergleichen. Ein brisanter Auftrag, denn angeblich hat Mephisto persönlich die Schrift mitverfasst und als Schlüssel zu seinem Reich benutzt. Auf der Suche wird Corso hartnäckig von der Witwe des Mannes verfolgt, den das Buch in den Selbstmord getrieben hat. Mysteriöse, unerklärliche Vorfälle führen den rationalen Wissenschaftler immer wieder in die Irre und eine geheimnisvolle junge Dame scheint jeden seiner Schritte genau zu überwachen.

Quelle: Studiocanal

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Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Johnny Depp   als Dean Corso
  Frank Langella   als Boris Balkan
  Lena Olin   als Liana Telfer
  Emmanuelle Seigner   als Mädchen
  Barbara Jefford   als Baronin Kessler
  Jack Taylor   als Victor Fargas
  Jose Lopez   als Pablo Ceniza / Pedro Ceniza
  James Russo   als Rodero Bernie
  Tony Amoni  
  Willy Holt  
  Maria Ducceshi  
  Jacques Collard  
 
Regie:  Roman Polanski  
Buch:  Enrique Urbizu  
  John Brownjohn  
  Roman Polanski  
Musik:  Wojciech Kilar  
Kamera:  Darius Khondji  
Produzent:  Roman Polanski  
 

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