VHS Leihvideo

Die Passion Christi

Mel Gibsons kontroverse, kompromisslos harte Geschichte der letzten 12 Stunden im Leben von Jesus Christus.


Die Passion Christi

Leihvideo

Erhältlich seit:
02.09.2004

Originaltitel: The Passion of the Christ

Drama

USA 2004
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 16

James Caviezel
Monica Bellucci
Maia Morgenstern

Regie: Mel Gibson
Highlight Communications (Deutschland)

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Ein Mann und sein Lebenswerk: Mel Gibson zeichnet den Leidensweg Jesu in nie erlebter, bewegender Nähe.

Unter den Hieben der Römer trägt Jesus sein Kreuz (Foto: Constantin) Großansicht

Unter den Hieben der Römer trägt Jesus sein Kreuz (Foto: Constantin)

Oscar-Preisträger Mel Gibson ("Braveheart") wagt, was sich keine Bibelverfilmung vor ihm traute. Er hält sich bei seinem aufwühlenden Leinwandepos genau an die Quellen und trägt die letzten zwölf Stunden im Leben Jesu aus den vier Evangelien zusammen: Das Abendmahl, die Versuchung durch Satan im Garten Gethsemane, der verräterische Judaskuss.

Schließlich die Festnahme durch die Pharisäer, die ihn der Gotteslästerung beschuldigen und die Verhandlung vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus, der keine Schuld an ihm findet.

Dann die Folterung durch die Soldaten, der schwere Weg nach Golgatha unter der Last des Kreuzes bis zur Kreuzigung und seine letzte Versuchung - die Angst, vom Vater aufgegeben worden zu sein.

Das letzte Abendmahl: Jesus im Kreis der Jünger. Noch ahnt niemand den Verrat von Judas (Foto: Constantin) Großansicht

Das letzte Abendmahl: Jesus im Kreis der Jünger. Noch ahnt niemand den Verrat von Judas (Foto: Constantin)

Völlig authentisch

Selten hat ein Film bereits im Vorfeld für solchen Diskussionsstoff gesorgt, denn der 48-jährige Australier setzt auf kompromisslose Wirklichkeitsnähe und großes (Mit)Gefühl. Der jüdische Mob verhöhnt den Sohn Gottes, der Hohepriester Kaiphas fordert seinen Tod am Kreuz, doch auch König Herodes will kein Urteil fällen.

Um authentisch zu sein, drehte Gibson, der "die Größe dieses Opfers wie auch den damit verbundenen Horror" zum Ausdruck bringen wollte, in aramäisch und lateinisch (es gibt deutsche Untertitel) und verzichtete bewusst auf bekannte Stars.

Hilflos: Maria und Maria Magdalena (Foto: Constantin) Großansicht

Hilflos: Maria und Maria Magdalena (Foto: Constantin)

Gibsons Traum

Doch Jim Caviezel (verbrachte täglich bis zu acht Stunden in der Maske), Maia Morgenstern (Maria) und Monica Bellucci (Maria Magdalena) überzeugen voll und ganz in dem Megaerfolg, der in den USA sogar "Der Herr der Ringe" hinter sich ließ und in den ersten fünf Tagen 117 Mio. Dollar einspielte.

Gibson, der nach einer Sinnkrise vor zwölf Jahren sein wildes Leben aufgab und sich dem Katholizismus zuwandte, recherchierte jahrelang in den Schriften, steckte 30 Mio. Dollar in seine ureigene Passion und erfüllte sich einen lang gehegten Traum.

Die Passion Christi

Die größte Geschichte aller Zeiten steht im Kino vor einer schwierigen Aufgabe: sie muss dem Hype, dem Rummel um skandalöse Brutalität und vermeintlich anti-jüdische Perspektive, einen Film entgegenhalten, der die riesigen Erwartungen an Sensation und Kontroverse auch zu erfüllen vermag. Unter diesen Bedingungen kämpft die dritte Regiearbeit Mel Gibsons gegen einen übermächtigen Gegner, verdient sich aber als realistischste und physischste Verfilmung des biblischen Selbstopfers ihren Platz in der Filmgeschichte.

Im Kino-Kanon der Glaubens- und Leidensgeschichte bezieht Gibsons "Passion" eine konservative, traditionelle Position, in der Limitierung des Zeitrahmens und der Akzentuierung des Körperlichen aber auch eine sehr individuelle. Es geht ausschließlich um die letzten zwölf Stunden im Leben Christi und um die hyperrealistische Abbildung einer physischen Tortur, die die geistig-seelischen Qualen, die Selbstzweifel, das Überprüfen der Leidenserfahrung mit den aufgestellten Glaubensregeln, etwas in den Hintergrund drängt. Gibsons Film distanziert sich von den salbungsvollen Bibelpredigten und der Kitschsymbolik des alten Hollywood, nicht aber von Melodram und Pathos, will emotional hochtourig überwältigen. Seine "Passion" ist in Ausstattung, Kostümen, Sprache (Aramäisch für die Juden, Vulgärlatein für die Römer) authentisch, ist in Cinecittá und, wie Pasolinis "Das Erste Evangelium Matthäus", in der Umgebung der süditalienischen Stadt Matera gedreht, ist aber nicht asketisches Kunstkino, sondern leidenschaftliches Unterhaltungskino.

Gezeigt wird keine verschlüsselte, moderne Christus-Geschichte wie Denys Arcands "Jesus von Montreal", keine Humanisierung des Heiligen (Martin Scorseses "Die letzte Versuchung Christi"), keine historische Überprüfung, sondern eine texttreue, an vier Evangelien ausgerichtete Nacherzählung eines monumentalen Glaubensbekenntnisses. Der Film ist nicht anti-jüdischer, als es schon seine primären Quellen sind, die überall unterrichtet werden. Die religiösen Führer des Judentums richten Christus, aber das Übel ist erkennbar nicht eine Religion, eine Volksgruppe, sondern fanatische Glaubensreiniger, die machtpolitisches Eigen- als Gemeininteresse ausgeben und einen konturlosen Mob gegen einen Nonkonformisten manipulieren. Im Film wird angedeutet, dass es auch kritische Stimmen unter den Pharisäern gab, dass der Rat von Hohepriester Kaiphas mit Berechnung übereilt einberufen wurde. Die Schuld am Tode von Jesus verteilt sich auf viele Schultern. Jünger verraten ihn und verleugnen sich, römische Soldaten quälen mit sadistischer Freude, die Masse folgt opportunistisch. Der Teufel, hier als unheimlicher androgyner Formwandler gezeichnet, dem schon mal eine digitale Made in die Nase kriecht, ist keine Bedrohung von außen, sondern von innen, ist die Natur des Menschen selbst.

Natürlich verlangt diese Passionsgeschichte einiges dem Zuschauer ab und auch Hauptdarsteller Jim Caviezel, dessen Charisma, das sich Christus-ähnlich in "Der schmale Grat" entfaltete, sich hier dem Leidensauftrag der Figur unterordnen muss. "Die Passion Christi" hat untertitelte Dialoge in Originalsprache, erklärt weder Figuren noch ihre Vorgeschichte, beschränkt sich auf minimale Rückblenden und zeigt Geißelung und Kreuzigung in schonungslosen Bildern, bis sogar das Zerschlagen von Beinknochen am Kreuz als Gnadenakt toleriert werden muss. Wie schon stellenweise in "Braveheart" ist Gibsons Inszenierung nicht immer subtil, verfehlt aber ihre Wirkung nicht. Man sieht das Leid und spürt es fast körperlich, nicht zuletzt dank der superben Make-up Effekte und der Emotionalität von Maia Morgenstern als Mutter Maria. Durch sie wird die überhöhte Vater-Sohn- auch eine persönliche Mutter-Sohn-Geschichte, die Glaubensgrenzen überschreitet. Und am Ende, wenn Christus ins Licht tritt, eröffnet sich die Gelegenheit, den Bildern eigene Worte im Diskurs folgen zu lassen. Das ist es, was man bei einem Film wie diesem unter Nachbearbeitung verstehen sollte. kob.

Darsteller:  James Caviezel   als Jesus Christus
  Monica Bellucci   als Maria Magdalena
  Maia Morgenstern   als Maria
  Mattia Sbragia   als Hohepriester Kaiphas
  Hristo Shopov   als Pontius Pilatus
  Claudia Gerini   als Claudia Procles, Pilatus' Frau
  Luca Lionello   als Judas Ischariot
  Sergio Rubini   als Dismas
  Toni Bertorelli   als Annas
  Roberto Bestazzoni   als Malchus
  Francesco Cabras   als Gesmas
  Giovanni Capalbo   als Cassius
  Rosalinda Celentano   als Satan
  Emilio De Marchi   als Höhnischer Römer
  Francesco DeVito   als Petrus
  Lello Giulivo   als Brutaler Römer
  Abel Jafry   als Zweiter Tempel-Diener
  Christo Jivkov   als Johannes
  Jarreth Merz   als Simon
  Matt Patresi   als Janus
  Fabio Sartor   als Abenader
  Roberto Visconti   als Höhnischer Römer
  Giacinto Ferro   als Joseph von Arimathea
  Olek Mincer   als Nikodemus
  Adel Ben Ayed   als Thomas
  Chokri Ben Zagden   als Jakobus
  Luca De Dominicis   als Herodes
  Pedro Sarubbi   als Barabbas
 
Regie:  Mel Gibson  
Buch:  Mel Gibson  
  Benedict Fitzgerald  
Musik:  John Debney  
Kamera:  Caleb Deschanel  
Produzent:  Mel Gibson  
  Bruce Davey  
  Stephen McEveety  

Mel Gibson mit Geliebter erwischt

Ausgerechnet der religiöse Fanatiker vom Dienst!

Hält sich nicht so ganz an das, was er predigt: Mel Gibson (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hält sich nicht so ganz an das, was er predigt: Mel Gibson (Foto: Kurt Krieger)

Sein Glaube ist Mel Gibson so wichtig, dass er umstrittene Filme wie "Die Passion Christi" macht, im Vollsuff Menschen jüdischen Glaubens beschimpft und auf seinem Anwesen eine eigene Kapelle errichten ließ. Doch mit dem siebten Gebot - Du sollst nicht ehebrechen - scheint es Mel nicht so genau zu nehmen: Er ist am Strand von Costa Rica in den Armen einer unbekannten Schönen fotografiert worden, heiße Küsse inklusive.

Gibson ist seit 28 Jahren mit Robyn Moore verheiratet, die beiden haben sieben Kinder und einen Enkel. Der Superstar verbringt gerade seinen Urlaub auf einem 160 Hektar großen Anwesen in Costa Rica, das er im Mai vorletzten Jahres für 26 Millionen Dollar erworben hat. Offenbar war das Domizil aber nicht für Familienerholung gedacht.

Erst letzten März hatte Mel Aufsehen erregt, als ihm eine russische Schönheit am Set des Films "Edge of Darkness" auf Schritt und Tritt überallhin gefolgt war, obwohl sie nicht zum Team gehörte. Eine Affäre hatte er damals vehement bestritten.

 

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