DVD Leihvideo

Die Perlenstickerinnen

Ausgezeichnetes Drama über die Begegnung zweier unterschiedlicher Frauen in einer Perlenstickerei.


Die Perlenstickerinnen

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.11.2005

Originaltitel: Brodeuses

Drama

Frankreich 2004
Laufzeit: 85 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Lola Naymark
Ariane Ascaride
Marie Félix

Regie: Eleonore Faucher
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Ausgezeichnetes Drama über die Begegnung zweier unterschiedlicher Frauen in einer Perlenstickerei.

Claire verheimlicht ihre Schwangerschaft (Foto: Delphi) Großansicht

Claire verheimlicht ihre Schwangerschaft (Foto: Delphi)

Die 17-jährige Claire (Lola Naymark), Kassiererin im Supermarkt, ist schwanger und will weder den unreifen Vater noch das Kind. Kollegen, Freunden und Familie erklärt sie die auffallenden Rundungen mit einem "Krebsleiden". Sie plant in der nächst größeren Stadt eine anonyme Geburt und will ihr Baby zur Adoption freigeben. Danach soll alles weitergehen wie bisher.

In ihrer Freizeit stickt sie fantasievolle Muster und bewirbt sich auf Anraten einer Freundin bei Madame Melikian (Ariane Ascaride), einer bekannten Haute-Couture-Stickerin, die den Tod ihres Sohnes nicht verwinden kann. Die beiden Frauen reden nicht viel miteinander und arbeiten stur an Perlen und Pailletten. Doch während das Kunstwerk wächst, entwickelt sich auch die Kommunikation zwischen den beiden.

Madame Melikian nimmt Claire bei sich auf (Foto: Delphi) Großansicht

Madame Melikian nimmt Claire bei sich auf (Foto: Delphi)

Treffen der Generationen

Nachwuchsregisseurin Eléonore Faucher erzählt in atmosphärischen und ausdrucksstarken Bildern von einer Begegnung zweier unterschiedlicher Frauen, aus der beide Hoffnung für ihre Zukunft schöpfen.

Die Perlenstickerinnen

Fast drei Jahre schrieb Eléonore Faucher am Drehbuch, bevor sie die erste Version dem CNC vorstellte. Nach einigen Änderungen gelang der jungen Regisseurin mit ihrem ersten Langfilm eine zärtliche Liebeserklärung an die Freundschaft über Generationen hinweg. Die Annäherung zwischen einer jungen schwangeren Frau und einer älteren Haute-Couture-Stickerin wird zur Reflexion über das Leben, die Stickerei zur Metapher des Kinos.

Bei der Betrachtung eines Films denkt man kaum an die Arbeit derjenigen, die ihn durch Technik überhaupt möglich machen. Das gleiche gilt für ein Model auf dem Laufsteg, die Bewunderung gilt dem fertigen Kleidungsstück und dem Couturier, aber eigentlich nie "der stundenlangen Arbeit der Hände", die das erst möglich machten, so Eléonore Faucher.

Zu Beginn der Geschichte steht die junge Claire im Mittelpunkt. Die Kassiererin im Supermarkt ist schwanger und will weder den unreifen Vater noch das Kind. Kollegen, Freunden und Familie erklärt sie die auffallenden Rundungen mit einem "Krebsleiden". Sie plant in der nächst größeren Stadt eine anonyme Geburt und Freigabe zur Adoption, dann soll alles weitergehen wie bisher. Nur nicht nachdenken. In ihrer Freizeit stickt sie fantasievolle Muster und bewirbt sich auf Anraten einer Freundin bei Mme Melikian (Ariane Ascaride), eine bekannte Haute-Couture-Stickerin, die den Tod ihres Sohnes nicht verwinden kann. Die beiden Frauen reden nicht viel miteinander, arbeiten an Perlen und Pailletten und während das Kunstwerk wächst, nimmt auch die (immer noch spröde) Kommunikation zwischen ihnen zu. Irgendwann erzählt die Ältere von ihren einstigen Ängsten vor Geburt und Schwangerschaft und nach einigen Umwegen entscheidet sich die 17-Jährige für das Baby im Bauch, für das selbstbestimmte Leben.

Mit großer Intensität aber auch mit großer Langsamkeit entwickelt die Newcomerin verschiedene Handlungsstränge, ohne ihre beiden Heldinnen aus dem Auge zu verlieren. Manchmal gelingt ihr eine visuelle und fast magische Zauberei, wenn sie den Blickwinkel durch das transparente Tuch auf die Stickerinnen richtet. Das Tempo wirkt gedrosselt, die Dialoge sind manchmal etwas zäh und mühsam. Dagegen stimmt die Emotionalität, vielleicht weil die Regisseurin eigene Erfahrungen wie Geburt der Tochter und Tod der Großmutter verarbeitet hat und einfließen lässt.

"Die Perlenstickerinnen" ist kein perfekter, aber ein zu Herzen gehender Film, der trotz Mängel wie bei einem alten Instrument eine verborgene Saite anschlägt und zum Klingen bringt, gleichzeitig der fast verschwundenen Handwerkskunst, der Perlenstickerei, ein Denkmal setzt. mk.

Darsteller:  Lola Naymark   als Claire
  Ariane Ascaride   als Frau Melikian
  Marie Félix   als Lucile
  Thomas Laroppe   als Guillaume
  Arthur Quechen   als Thomas
  Jackie Berroyer   als Herr Lescuyer
  Marina Tomé  
 
Regie:  Eleonore Faucher  
Buch:  Eleonore Faucher  
  Gaëlle Macé  
Musik:  Michael Galasso  
Kamera:  Pierre Cottereau  
Produzent:  Alain Benguigui  
 

Die Perlenstickerinnen in der Fotoshow

 

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