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Die Regeln der Gewalt

Beachtlicher Film Noir um einen geplanten Überfall, bei dem ein Mann mit massiven Gedächtnislücken Schmiere stehen soll.


Die Regeln der Gewalt

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Erhältlich seit:
17.01.2008

Originaltitel: The Lookout

Thriller/ Drama

USA 2007
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Joseph Gordon-Levitt
Jeff Daniels
Matthew Goode

Regie: Scott Frank
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Film-Noir vom Feinsten: Ganz easy sollte der Bankraub sein, doch dann endet der Coup in Chaos und blutigem Show-Down.

Gary macht Chris ein verlockendes Angebot (Foto: Walt Disney) Großansicht

Gary macht Chris ein verlockendes Angebot (Foto: Walt Disney)

Für Chris Pratt (Joseph Gordon-Levitt), ehemals beliebter High-School-Sportler mit Zukunft, ändert sich das Leben schlagartig. Durch seine Schuld sterben Freunde bei einem Autounfall, er selbst leidet seitdem unter den Folgen einer Kopfverletzung und vergisst sogar die kleinsten Dinge und Abläufe im Alltag.

Er hat keinen Kontakt zu anderen Menschen bis auf seinen blinden Zimmergenossen Lewis (Jeff Daniels) und einen freundlichen Cop, der ihm abends mal Pizza und Donuts vorbeibringt, wenn er als Nachtwächter in einer Bank die Stunden totschlägt.

Chris wird von den Gangstern nur als "Tresoröffner" benutzt (Foto: Walt Disney) Großansicht

Chris wird von den Gangstern nur als "Tresoröffner" benutzt (Foto: Walt Disney)

Nicht ganz nach Plan

Bis der gewissenlose Klein-Ganove Gary (Matthew Goode) ihn zum Bankraub überredet. Was als leichter Coup geplant war, endet in einem furiosen Show-Down.

Ein Anti-Held zwischen Schuld und Sühne, aus diesem Plot macht Scott Frank, Drehbuchautor der beiden Elmore Leonard-Verfilmungen, einen psychologisch spannenden Film Noir in bester Melville-Tradition.

Die Regeln der Gewalt

Der vielversprechende Nachwuchsakteur Joseph Gordon-Levitt ("Brick") überzeugt wieder in einem glänzend gespielten Film Noir von hoher Bannkraft als geistig Versehrter, der in ein finsteres Spiel hineingezogen wird.

Der Titel benennt denjenigen, der bei einem Verbrechen Schmiere steht. Das ist Chris (Gordon-Levitt), der nach einem selbstverschuldeten Unfall ein Gehirntrauma erlitt, weshalb er sich selbst einfache Dinge wie Kochrezepte nicht merken kann und tägliche Therapie braucht: Sein Gedächtnis gleicht einem Schweizer Käse. Doch seinem neuen "Freund" Gary (Matthew Goode), der sich in einer Bar an ihn ranmacht und vorgibt, ihn von früher zu kennen, scheint das gerade recht. Er braucht den Zugang, den ihm Chris mit seinem Nachtwächterjob bei der Noel State Bank & Trust verschaffen kann, um mit seiner zwielichtigen Bande den Tresor ausräumen zu können - und Chris womöglich als Sündenbock zu missbrauchen. Dafür setzt er auf sein scheinbar so wehrloses Opfer seine Gespielin Luvlee (Isla Fisher) an, die ihn als femme fatale umgarnt, dann aber unerwartet Gefühle für ihn entwickelt. Dass die Falle dennoch zuschnappt, kann auch Chris' blinder Mitbewohner Lewis (Jeff Daniels) nicht verhindern, der das falsche Spiel durchschaut.

Ein moderner Film noir ist Scott Franks beachtliches Debüt geworden, ein raffiniert-sanftes Drama, das sich zum Thriller steigert und ganz ohne bemühte Coolness und Stilgefuhrwerke auskommt. Dem Protagonisten ergeht es ähnlich wie in "Memento" - es fällt ihm aufgrund seiner Schädigung schwer zu verstehen, was Normalmenschen sofort als üblen Plot erkennen. Frank, der die Drehbücher zu "Out of Sight" und "Schnappt Shorty" schrieb, beherrscht nicht nur subtile Spannung, er fühlt sich sensibel in das menschliche Schicksal und den Alltag seiner Hauptfigur ein. Man kann den Titel auch auf den schönen Ausblick auf den Nachthimmel beziehen, bevor Chris den für zwei seiner Freunde tödlichen Autounfall baut, bei dem er fahrlässigerweise ohne Licht nachts in ein Hindernis rast. Der Unfall bleibt eine Leerstelle, die erst später mit erschreckenden Details gefüllt wird. Man lernt sein Leben als beliebtes Sport-As, dem alle Türen offen stehen, nur kurz kennen - es ist die melancholische Erinnerung daran, die ihn ebenso plagt wie seine Schuldkomplexe gegenüber seiner damaligen Freundin, die er noch manchmal im Park aus der Ferne sieht, ohne sie ansprechen und um Verzeihung bitten zu können. Vergebung findet Chris nur in seiner Fantasie, auch wenn er nach dem blutigen Desaster des Überfalls und der Jagd nach der Beute knapp mit dem Leben davon kommt und einen strafrechtlich unbelangten Neuanfang wagen kann.

tk.

Darsteller:  Joseph Gordon-Levitt   als Chris Pratt
  Jeff Daniels   als Lewis
  Matthew Goode   als Gary Spargo
  Isla Fisher   als Luvlee Lemons
  Carla Gugino   als Janet
  Bruce McGill   als Robert Pratt
  Alberta Watson   als Barbara Pratt
  Alex Borstein   als Mrs. Lange
  Sergio Di Zio   als Deputy Ted
  David Huband   als Mr. Tuttle
  Laura Vandervoort   als Kelly
  Greg Dunham   als Bone
  Morgan Kelly   als Marty
 
Regie:  Scott Frank  
Buch:  Scott Frank  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  Alar Kivilo  
Produzent:  Gary Barber  
  Roger Birnbaum  
  Walter F. Parkes  
  Laurence Mark  
 

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