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Die Regeln des Spiels

Handwerklich brillante Verfilmung des satirischen Bestsellers von Bret Easton Ellis über überprivilegierte College-Kids im Sex -, Drogen- und Partyrausch.


Die Regeln des Spiels

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Erhältlich seit:
13.11.2003

Originaltitel: The Rules of Attraction

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16

James van der Beek
Ian Somerhalder
Shannyn Sossamon

Regie: Roger Avary
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Privilegierte Kids im Sex- und Partyrausch: Gesellschaftsanalyse nach Bret Easton Ellis.

Schonungsloser Blick auf die Party-Society Großansicht

Schonungsloser Blick auf die Party-Society

Das Camden College in New England ist das Auffangbecken der reichen und gelangweilten Kids der Wohlstandsgesellschaft. Hier treffen der menschenverachtende Kokser Sean, der intelligente, schwule Zyniker Paul und die zerbrechliche Lauren aufeinander. Das Gefühlschaos ist vorprogrammiert, als die drei sich hingebungsvoll in den Drogen- und Sexrausch stürzen.

Über zehn Jahre lang arbeitete Regisseur und Drehbuchautor Roger Avary daran, den 1987 veröffentlichten zweiten Roman von Bret Easton Ellis adäquat umzusetzen. Das ist ihm gelungen - er erzählt ironisch distanziert, handwerklich brillant und mit effektiven dramaturgischen Tricks vom tristen Leben gelangweilter College-Kids unter Coolness-Zwang.

Die Regeln des Spiels

Über zehn Jahre arbeitete Roger Avary ("Killing Zoe", ausgezeichnet mit einem Oscar als Koautor von Quentin Tarantinos "Pulp Fiction") an einer Rezeptur für die Adaption von Bret Easton Ellis' zweiten Roman. Ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen, verlegte Avary die in den achtziger Jahren angesiedelte nihilistische Betrachtung einer moralisch bankrotten und unter den selbst auferlegten Zwängen von Materialismus und Coolness leidenden Gesellschaft in eine zeitlose Gegenwart. Ironisch distanziert, handwerklich brillant und mit effektiven, erzählerischen Tricks findet der ambitionierte Regisseur eine der Vorlage adäquate filmische Sprache, die jedoch manchmal die nötige Prise Zynismus vermissen lässt.

Dank seiner spitzen Feder zählt Ellis seit den achtziger Jahren zu den kompromisslosesten und provozierendsten Chronisten aktueller gesellschaftlicher Zustände. Seine Bestseller halten den immer gleichen reichen und gelangweilten Charakteren die Treue: So machen wir in der aktuellen Verfilmung mit Sean Bekanntschaft, dem kleinen Bruder des monströsen "American Psycho" Patrick Bateman, dem Mary Harron 2000 mit Christian Bale in der Hauptrolle ein Denkmal setzte. Und in Avarys bereits geplanter Adaption von Ellis' bislang letztem Roman "Glamorama" wird Seans Freund Victor - hier noch in einer Nebenrolle - das Wort ergreifen.

Sowohl Victor (Kip Pardue) als auch Sean (James Van der Beek) gehören zur Generation äußerst überprivilegierter Studenten am äußerst renommierten Camden College in New England, wo Drogen und Sex billiger als umsonst oder auch für "Less Than Zero" zu haben sind und lediglich der Kompensation einer immensen emotionalen Leere dienen. Für den oberflächlichen, gewissenlosen Sean besteht das so von allen moralischen und sexuellen Regeln befreite Studentendasein aus nichts als Ficks und Manipulation; dem schwulen, hochintelligenten Zyniker Paul (Ian Somerhalder) liefert das ewige Verliebtsein in den Falschen derweil den alltäglichen Kick, und die zerbrechliche, jungfräuliche Lauren (Shannyn Sossamon), die eigentlich auf den Richtigen wartet, schliddert auf ihrem Skateboard mit Vorliebe an den Abgrund von Camdens sozialem Universum, das seinen Namen kaum verdient. Aus dem Zusammenprall der Drei ergeben sich wunderbare Möglichkeiten für sexuelle Misskommunikation, weiteren Drogenkonsum und ein Gefühlschaos von noch erheblicherem Ausmaß. Hinzu kommen unter anderem: pillenpoppende Mamas (Faye Dunaway und Swoosie Kurtz), eine nymphomane Mitbewohnerin (Jessica Biel), diverse ungehaltene Drogendealer und eine verschmähte Geliebte mit Selbstmörderinnen-Potential (Kate Bosworth), für die sich der Reigen von der "End of the World Party" über die "Pre-Saturday Night Party" bis zur "Dress to Get Screwed Party" und wieder zurück dreht.

Hierhin wie dorthin spult Avary das gefilmte Material, lässt das sinnentleerte, exzessive Campus-Leben auf der Stelle treten und seinen innovativen Ideen freien Lauf. Bei der ersten zufälligen Begegnung von Sean und Lauren wird die Leinwand gesplittet, in einer anderen nicht weniger charmanten Sequenz trifft ein digitales Videotagebuch von Victors Europa-Reise als Collage aus lautem Sound, Bild und Kommentar ziemlich genau Ellis' zugedröhnten Tonfall. Auf der inhaltlichen Ebene verzichtet Avary auf einige Subplots und Subtexte der Vorlage: Die wesentliche und von Ellis wunderbar zweideutig angelegten Liaisons Dangereuses zwischen Sean, Patrick und Lauren verschenkt das Drehbuch zu Gunsten vorbeiziehender Flirts und eines bedauerlich konservativen/heterosexuellen Interesses. Seinen bestechenden Reiz und seine Ironie gewinnt der Film eher mit der Attraktivität seiner Darsteller, die ein Klassentreffen von "Jugendikonen" der achtziger Jahre (Eric Stoltz als kiffender Tutor) und TV-Serien wie "Dawson's Creek" (Van Der Beek), "Wunderbare Jahre" (Fred Savage mit einem kultverdächtigen Kurzauftritt als weggetretener Junkie) oder "Eine himmlische Familie" (Jessica Biel) feiern. Alle Gäste dieser Party sehen in erster Linie beeindruckend gut und gelangweilt aus und befolgen damit sicher die wichtigste Regel in Ellis' attraktivem Universum, das eine darüber hinausgehende Personalisierung verbietet. Vielleicht lässt der Film letzten Endes aber gerade deshalb den Zuschauer trotz Tempo, Raffinesse und einem fabelhaften Soundtrack so kalt, wie alles andere als das eigene Ego die unberührbaren Brüder Bateman.cm.

Darsteller:  James van der Beek   als Sean Bateman
  Ian Somerhalder   als Paul Denton
  Shannyn Sossamon   als Lauren Hynde
  Jessica Biel   als Lara
  Kip Pardue   als Victor
  Thomas Ian Nicholas   als Mitchell
  Kate Bosworth   als Kelly
  Fred Savage   als Marc
  Eric Stoltz   als Mr. Lance Lawson
  Clifton Collins Jr.   als Rupert
  Faye Dunaway   als Mrs. Denton
  Swoosie Kurtz   als Mrs. Jared
 
Regie:  Roger Avary  
Buch:  Roger Avary  
Musik:  tomandandy  
Kamera:  Robert Brinkmann  
Produzent:  Greg Shapiro  

Biel kämpft an der Seite von "Blade"

Nach zwei Filmen reiner Männerwirtschaft haben auch Vampir-Jäger "Blade" und Mentor Whistler weibliche Verstärkung dringend nötig: Shooting-Star Jessica Biel.

Freundlich blicken sollen andere, Jessica Biel langt lieber ordentlich hin Großansicht

Freundlich blicken sollen andere, Jessica Biel langt lieber ordentlich hin

Wie, bei dem Namen klingelt es nicht? Noch nicht! Die 21-jährige Schauspielerin zählt mit ihrer Hit-Serie "7th Heaven" zu den absoluten TV-Stars in den USA. In "Die Regeln des Spiels" gab sie kürzlich auch auf unseren Kinoleinwänden eine Kostprobe ihres Könnens und bald wird sie im Remake des Horror-Klassikers "The Texas Chainsaw Massacre" zu sehen sein.

Das Horror-Genre scheint es Jessica Biel angetan zu haben. Nun greift sie also im dritten Teil der "Blade"-Saga Wesley Snipes und Kris Kristofferson unter die Arme.

Wie Drehbuch-Autor und Regisseur David S. Goyer durchsickern ließ, handelt es sich bei Biels Charakter nicht um eine x-beliebige Figur, sondern um Whistlers (Kristofferson) Tochter Abigail. Und wie der Untertitel "Trinity" (Dreieinigkeit) unschwer vermuten lässt, spielt sie im erneuten Kampf gegen das Böse eine entscheidende Rolle.

Denn Blade & Co. haben es wieder mit extrem finsteren Gesellen zu tun: dem fiesen Talos, der - die eigene Boshaftigkeit reicht schließlich noch nicht aus - eben Mal den Ur-Vater aller Vampire, Drake - älteren Semestern auch als Dracula bekannt - aus seinem Jahrhunderte langen Schlaf wecken möchte. Zwecks Weltherrschaft, versteht sich.

Wann die erste Klappe für den actionreichen Vampier-Spaß fallen soll, ist noch nicht bekannt.

 

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