DVD (2 DVDs) Kaufvideo

Die Reise nach Kafiristan

Roadmovie um zwei Schriftstellerinnen, die 1939 mit dem Auto durch die Türkei bis nach Kabul reisen.


Die Reise nach Kafiristan (2 DVDs)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
08.01.2001

Originaltitel: Die Reise nach Kafiristan

Drama

Deutschland/Schweiz/Niederlande 2001
FSK: ab 12

Jeanette Hain
Nina Petri
Katharina Schütz

Regie: Fosco Dubini, ...
good!movies

Bild 1 von 5

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Die Reise nach Kafiristan (2 DVDs)

Nach einer gut einjährigen Tournee von einem internationalen Festival zum nächsten wird dem dokumentarisch angehauchten Roadmovie "Die Reise nach Kafiristan" nun ein regulärer Kinostart zuteil. Die deutsch-schweizerisch-niederländische Koproduktion des in Köln lebenden Schweizer Brüderpaares Fosco und Donatello Dubini wirbt mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen des Nahen und Fernen Osten, den zwei erstklassigen Darstellerinnen Nina Petri und Jeanette Hain sowie der ungewöhnlichen (Liebes-)Geschichte zwischen den beiden historisch verbrieften Schriftstellerinnen Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart. Vor allem Besucher großstädtischer Programmkinos dürfte der engagierte Verleih mit diesem vom Thema her sperrigen sowie bedächtig inszenierten Drama im Visier haben.

Neun Jahre ließen die Gebrüder Dubini, ansonsten in der Dokumentation zu Hause, verstreichen, bis sie sich nach ihrem Spielfilmdebüt "Ludwig 1881", ebenfalls einer Reisegeschichte, wieder an einen fiktionalen Stoff wagten. Freilich nur bedingt, denn auch "Die Reise nach Kafiristan" basiert lose auf den Aufzeichnungen, die Schwarzenbach und Maillart auf ihrem Trip im Jahre 1939, der sie per Automobil von der Schweiz über den Balkan, die Türkei und Persien bis nach Afghanistan führte, gemacht hatten. Für beide Frauen bedeutet die Fahrt ins Ungewisse Flucht, Selbstfindungsversuch und Neuanfang zugleich. Während die sehr junge Annemarie Schwarzenbach, zum Freundeskreis von Erika und Klaus Mann zählend, von ihrem reichen Elternhaus, dem ungeliebten Ehemann und den Drogen, die ihrer Psyche kurzfristig Linderung verschaffen, loskommen will, ist es bei Ella Maillart vor allem die pure Reiselust, die Sucht nach Abenteuern, die sie in die Ferne treibt. Nach und nach beginnt sich zwischen den so konträren Charakteren eine zarte (Liebes-)Beziehung aufzubauen, die indes vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jäh beendet wird. Während die eine sich nach Indien absetzt, kehrt die andere nach Europa zurück. Beide werden sich nicht mehr wieder sehen - Schwarzenbach stirbt 1942 nur 34-jährig an den Folgen eines Fahrradunfalls - und auch ihr ursprüngliches gemeinsames Ziel, das nördlich von Kabul gelegene Kafiristan mit seinem sagenumwobenen Glücklichen Tal, nie erreichen.

Auch wenn sich das Werk der Dubinis wegen seines langatmigen Inszenierungsstils, der teilweise verkopften Dialoge und im Off vorgetragenen Monologe sowie der auf den ersten Blick trostlos anmutenden Schauplätze einen breiten Publikum eher verschließen dürfte, so bietet dieses filmische Reisetagebuch einige bemerkenswerte Highlights. Da wäre zum einen Matthias Kälins exzellente Kameraarbeit, die den kargen Wüstenlandschaften Asiens Würde, und Unendlichkeit verleiht. Oder die detailverliebte Ausstattung und akribisch ausgesuchten Kostüme, die die späten dreißiger Jahre zu neuem Leben erwecken. Und mittendrin Jeanette Hain (zuletzt Ben Beckers Geliebte in "Sass") und Nina Petri (gerade als Mutter der Titelheldin in "Große Mädchen weinen nicht" zu sehen) - zwei der talentiertesten und engagiertesten deutschen Darstellerinnen der letzten Jahre. Durch ihr zurückhaltendes, fein nuanciertes Spiel gewinnt die Geschichte einer innig-intimen Frauenfreundschaft ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit. "Die Reise nach Kafiristan" ist ein höchst durchdachtes, intelligentes Historien-Drama, das allein durch seine Locations zwischen Teheran und Kabul auch rund 60 Jahre später nichts von seiner politischen Brisanz eingebüßt hat und zu Recht 2001 auf dem Festival von Locarno mit dem Preis der Internationalen Jury unabhängiger Filmjournalisten ausgezeichnet wurde. lasso.

Darsteller:  Jeanette Hain   als Annemarie Schwarzenbach
  Nina Petri   als Ella Maillart
  Katharina Schütz   als Ärztin
  Wolfgang Rau   als Bibliothekar
  Anika Unterburg   als Helferin
  Oliver Weichmann   als Helfer
  Ozlen Soydan   als Jale
  Abdul Kareem Qawasmi   als Sheik
  Matthew Burton   als Joseph Hackin
  Rania Kurdi   als Ria Hackin
  Wa'el Najem   als Didier
  Hebrahin Schischani   als Peter
  Hassan Darweesh   als persischer Grenzbeamter
 
Regie:  Fosco Dubini  
  Donatello Dubini  
Buch:  Fosco Dubini  
  Donatello Dubini  
  Barbara Marx  
Musik:  Wolfgang Hamm  
  Madredeus  
  Jan Garbarek  
  Ustad Fateh Ali Khan  
Kamera:  Matthias Kälin  
Produzent:  Fosco Dubini  
  Donatello Dubini  
 

Fassungen

 

facebook

 

Star

Jeanette Hain

In der Kino-Komödie "Frau Rettich, die Czerni und ich" hatte Jeanette Hain 1998 neben Iris Berben und Martina Gedeck ihren Durchbruch als...

 

Star

Nina Petri

Nina Petri schwebte zunächst eine Karriere als Theaterschauspielerin vor. Nach ihrem von Kritikern hochgelobten TV-Debüt in Rolf Emmerichs...