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Die Royal Tenenbaums

Exzentrische Dramödie über eine Familie von ehemaligen Wunderkindern und den entfremdeten Vater, der sich mit ihnen versöhnen will.


Die Royal Tenenbaums

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Erhältlich seit:
23.01.2003

Originaltitel: The Royal Tenenbaums

Komödie/ Drama

USA 2001
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Gene Hackman
Anjelica Huston
Ben Stiller

Regie: Wes Anderson
Buena Vista Home Entertainment

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Ein königliches Lachvergnügen: Der stargespickte Mix aus Drama und Komödie hält Einzug in Ihr Heimkino.

Ethel Tenenbaum macht sich schick für ihr Date mit Henry

Ethel Tenenbaum macht sich schick für ihr Date mit Henry

Royal Tenenbaum (Gene Hackman) ist ein Egoist und Lebemann. Doch als ihm durch seine verschwenderische Art das Geld ausgeht, ist er gezwungen zu seiner Frau Ethel (Anjelica Huston) reumütig zurückzukehren. Davon ist die feine Lady samt den gemeinsamen erwachsenen Sprößlingen überhaupt nicht begeistert.

Der Nachwuchs litt schon sehr früh unter der Missachtung des Vaters. Anfangs entwickelten sich die Geschwister zu wahren Wunderkindern. Doch die Gefühlskälte ihres Vaters ließ die jungen Tenenbaums zu psychisch gestörten Verlierern werden.

So liegt die Verhaltensstörung des ehemaligen Finanzgenies Chas (Ben Stiller) darin, dass ihn seine Angst beinahe paralysiert. Tenniswunder Richie (Luke Wilson) verkriecht sich auf ein Kreuzfahrtschiff und Schriftstellerin Margot (Gwyneth Paltrow) verbringt ihre Tage rauchend im Bad. Besser könnten die Voraussetzungen beim Wiedersehen nicht sein...

Die Royal Tenenbaums

Der Glanz des Hauses Tenenbaum ist verblasst, seit die drei genialen Kinder vom Leben in die Normalität zurückgestoßen wurden und nun enttäuscht über nicht eingehaltene große Erwartungen in einem Zustand stiller Isolation und seelischer Erstarrung verharren. Wie man aus dieser frustrierenden Selbstwahrnehmung kollektiven Versagens ein sanftes und charmant verrücktes Familiendrama machen kann, das trotz ernsthafter Beobachtungen zwischenmenschlicher und psychologischer Dynamik mit lakonischem Witz brilliert, zeigt dieser Film, der wie seine Protagonisten jede Umarmung verdient.

Die Tradition dieser exzentrischen Dramödie ist literarisch. Es gibt einen personalen Erzähler, eine Strukturierung in Kapitel, einen thematischen Faden (Versagen und Vergeben) und schillernde Charaktere, die die Aufmerksamkeit trotz der zentralen Position des Patriarchen Royal (Gene Hackman) auf mehrere Personen verteilen. Hackmans Figur, gelebte Verantwortungslosigkeit und Egoist im Ruhestand, ist die treibende Kraft der Handlung. Denn er verließ zwei Söhne, Adoptivtochter und Frau (Anjelica Huston) früh und bemüht sich nun spät um Versöhnung und Eingliederung in eine Familie, zu der er in seinen Augen nie wirklich gehörte. Weil er bei seinem Comebackversuch nicht mit großer Euphorie rechnen kann, simuliert er den Todkranken und zieht in das alte Heim, wo Ehefrau Ethel mittlerweile alle Kinder wieder um sich geschart hat. Was sich dem lebenslustigen Schlitzohr dann präsentiert, sind gequälte Existenzen, die gestern brillierten, aber heute stagnieren. Finanzgenie Chas verachtet seinen Vater und ist gerade dabei, seine jungen Söhne zu verängstigten Früherwachsenen zu machen. Bruder Richie leidet unter seinem Einbruch als Tennischamp (verlor gegen Court-Legende Gandhi!) und seiner unerfüllten Liebe zu Adoptivschwester und Ex-Starliteratin Margot (Gwyneth Paltrow), die nach zahlreichen Affären mit Männern und Frauen schließlich ehelich bei Bill Murray landete, was vielleicht zwingend erklärt, warum sie ihr restliches Leben im Schutz ihres Badezimmers verbringen will. So exzentrisch diese Figuren mit ihren Ticks auch wirken, hat ihr Verhaltensknick doch einen ernsten Kern. Die größte Leistung von Regisseur Wes Anderson, der wie schon bei "Rushmore" mit Akteur Owen Wilson das Drehbuch schrieb, ist das Einhalten einer harmonischen Balance zwischen verspielt und ernsthaft, komisch und tragisch. Immerhin gibt es in "The Royal Tenenbaums" einen Selbstmordversuch, den Tod und die Unmöglichkeit einer Liebe, einen abgehackten Finger, Drogensucht und die frustrierende Erkenntnis, dass ein chronischer Trauerkloß wie Paltrows Margot selbst bei engagierten lesbischen Französinnen kein Glück finden kann. Man versteht das Leid dieser Figuren, aber man leidet nicht - darin besteht wohl das Geheimnis dieses prominent besetzten Films, der seine Versöhnung mit dem Leben in einen märchenhaften Raum platziert, in dem New York mit falschen Straßennamen und anderen Realitätsverzerrungen konsequent eingepasst ist. Sowohl im Sentiment als auch seiner Komik ist Andersons Film ein Triumph in Understatement, der vielleicht nicht massentauglich ist, aber ohne Plakatives viel stärker nachwirkt. Unvergesslich, wie Chas ungerührt Zeitung liest, als Hackman von seinem Krebs erzählt, Paltrow nach ihrer echten Familie sucht und Zivilisationsadel Marke "Deliverance" vorfindet, wie Richie mit seinem Stirnband stets die Vergangenheit im Gesicht trägt oder Hackman mit dem umwerfenden Hausdiener Pagoda Cocktails im Schrank einnimmt. "The Royal Tenenbaums", Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale, ist Kino gepflegter Ausgefallenheit, wirkt versponnen, doch sichtbar von klaren, klugen Köpfen kreiert. kob.

Darsteller:  Gene Hackman   als Royal Tenenbaum
  Anjelica Huston   als Etheline Tenenbaum
  Ben Stiller   als Chas Tenenbaum
  Gwyneth Paltrow   als Margot Tenenbaum
  Luke Wilson   als Richie Tenenbaum
  Owen Wilson   als Eli Cash
  Bill Murray   als Raleigh St. Clair
  Danny Glover   als Henry Sherman
  Seymour Cassel   als Dusty
  Kumar Pallana   als Pagoda
  Alec Baldwin   als Erzähler
  Grant Rosenmeyer   als Ari Tenenbaum
  Jonah Meyerson Dudley   als Uzi Tenenbaum
  Aram Aslanian-Perisco   als junger Chas
  Irene Gorovaia   als junge Margot
  Amedeo Turturro   als junger Richie
  Stephen Lea Sheppard   als Dudley Heinsbergen
  James Fitzgerald   als junger Eli Cash
  Larry Pine   als Peter Bradley
 
Regie:  Wes Anderson  
Buch:  Wes Anderson  
  Owen Wilson  
Musik:  Mark Mothersbaugh  
Kamera:  Robert Yeoman  
Produzent:  Wes Anderson  
  Barry Mendel  
  Scott Rudin  

Brett Ratner auf Altmans Spuren

Hat große Pläne: Brett Ratner

Hat große Pläne: Brett Ratner

Brett Ratner ist derzeit richtig gut im Geschäft: Nach seinem eher platten, aber dennoch erfolgreichen "Rush Hour"-Doppelpack hat der 32jährige mit "Roter Drache" nun den Sprung in die oberste Regie-Liga geschafft - und denkt gar nicht daran, eine Pause einzulegen.

Stattdessen nutzt er die Gunst der Stunde, um sich einen langgehegten Traum zu erfüllen - einen Film über die Rolling Stones! Allerdings werden die Rock-Dinos wohl nur als "Statisten" fungieren: Ratner möchte die Tour zum 40jährigen Bühnenjubiläum als Kulisse für seinen Film nutzen, über den er bislang noch nicht allzu viel verraten will.

"Das wird sozusagen mein Robert Altman-Film - sechs Charaktere, deren Geschichten vor dem Hintergrund der Tour erzählt werden." Als Autor hat Ratner keinen geringeren als Wes Anderson ("Die Royal Tenenbaums") im Auge: "Ich habe ihn förmlich angefleht, das Drehbuch für mich zu schreiben."

 

Die Royal Tenenbaums in der Fotoshow

 

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Features

 

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Gene Hackman

Seitdem Gene Hackman 1961 in "Der Tollwütige" als Polizist sein Debüt gab und 1967 mit seinem Part in "Bonnie und Clyde" den schauspielerischen...

 

Star

Anjelica Huston

Als mörderische Gangsterbraut, die den Clan der Mafiosi in "Die Ehre der Prizzis" beherrscht, erhielt die 1951 geborene und in Irland...