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Die Schwester der Königin

Historiendrama mit Natalie Portman und Scarlett Johansson als Schwestern, die um Englands König Heinrich VIII und schließlich um ihr Leben kämpfen.


Die Schwester der Königin

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Erhältlich seit:
10.07.2008

Originaltitel: The Other Boleyn Girl

Historienfilm/ Drama

USA 2008
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Natalie Portman
Scarlett Johansson
Eric Bana

Regie: Justin Chadwick
Universal Pictures Germany

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Historiendrama mit Natalie Portman und Scarlett Johansson als Schwestern, die um Englands König Heinrich VIII. und schließlich um ihr Leben kämpfen.

Die Boleyn-Schwestern haben's dem König angetan (Foto: Universal) Großansicht

Die Boleyn-Schwestern haben's dem König angetan (Foto: Universal)

England im 16. Jahrhundert. Weil Heinrich VIII. (Eric Bana) nicht nur Staatsmann, sondern auch Frauenheld ist, findet er schnell Gefallen an Mary Boleyn (Scarlett Johansson), die auf Drängen ihres Vaters seine Mätresse wird. Als sie schwanger und bettlägerig wird, wandert der königliche Blick zu Marys Schwester.

Anne Boleyn (Natalie Portman) aber will mehr: Sie hat es auf den Thron abgesehen. Doch ihr Schicksal entscheidet sich im Bett, denn dazu muss sie dem König einen Thronfolger schenken.

Das Regiedebüt von Newcomer Justin Chadwick packt als Familiendrama wie auch als historische Spekulation. Auf der Grundlage eines Romans von Philippa Gregory werden Mutmaßungen um die Rolle der Boleyn-Schwestern am Hof von König Heinrich VIII. zu Fundamenten einer glaubwürdigen intimen Tragödie ausgebaut.

Heinrich VIII. braucht einen Thronfolger (Foto: Universal) Großansicht

Heinrich VIII. braucht einen Thronfolger (Foto: Universal)

Hervorragendes Duo

Pointierte Dialoge und das engagierte Starduo Scarlett Johansson und Natalie Portman laden zum Kinobesuch ein.

Die Schwester der Königin

Natalie Portman, Scarlett Johansson und ein klug psychologisierendes Drehbuch sind die besten Empfehlungen für dieses Drama um zwei Schwestern im Visier von Heinrich VIII.

Anne Boleyn ist der Star unter den sechs Ehefrauen von Heinrich VIII. Sie war die Erste, wenn auch nicht die Letzte, die seinetwegen den Kopf verlor. Sie schenkte ihm Tochter Elizabeth, die 45 Jahre und damit sogar länger als ihr zäher Vater über England herrschen sollte. Im Kino hatte Anne regelmäßig Nebenrollen ("Ein Mann zu jeder Jahreszeit") und sogar ihr eigenes Epos ("Königin für tausend Tage"). Ihre Schwester Mary aber blieb als Background-Boleyn immer nur Randnotiz. Das ändert sich mit Justin Chadwicks Historiendrama, das die Boleyn-Girls erstmals gleichwertig behandelt und ihr Schicksal miteinander verknüpft. Das Drehbuch des politerfahrenen Briten Peter Morgan ("Der letzte König von Schottland") entschärft das Porträt Annes als durchtriebene Manipulatorin, wie es noch der zugrunde liegende Roman von Philippa Gregory gezeichnet hat. Das Handeln Annes, wie Mary Opfer einer skrupellosen männlichen Machtpolitik, bekommt auf der Leinwand ein Motiv, das über Ambition und Dominanz hinausgeht. Die Täterrolle fällt dem schwachen Vater zu, vor allem aber dem Onkel, der seine Nichten in Heinrichs Bett treibt. Er lässt sie dort Stellung beziehen, um seine eigene zu verbessern. Mary (Scarlett Johansson) ist, obwohl verheiratet, die Erste, die auf familiären Druck hin dem König zu Diensten sein muss. Sie schenkt ihm im Unterschied zur Königin den erhofften Sohn. Anne (Natalie Portman), die vom französischen Königshof und Lektionen in Männerführung und -verführung mit Bestnoten zurückgekehrt ist, überstrahlt sie dennoch. Sie wird Heinrich nicht lieben, aber ihn und den Thron erobern, dafür aber das Vertrauen ihrer Schwester und schließlich auch ihr Leben verlieren. Wie schon im Roman mischen sich im Film Fakten und biographische Spekulation - das aber unter Chadwicks Regie zu einer glaubwürdigen, nicht überzeichneten Familientragödie, in der sich sogar der Staatsmann zwischen Führer, Romantiker und Henker Sympathiepunkte verdient. Psychologisches Kammerspiel vereint sich hier mit dezentem Ausstattungskino, das Scarlett Johansson, vor allem aber Natalie Portman Raum zur emotionalen Entfaltung gibt. Dass Chadwick demnächst mit "Birdsong" ein Kriegsdrama mit romantischen Einschlägen inszeniert, verwundert nicht. Mit "Die Schwester der Königin" hat er schon mal erfolgreich Erfahrung gesammelt. kob.

Darsteller:  Natalie Portman   als Anne Boleyn
  Scarlett Johansson   als Mary Boleyn
  Eric Bana   als König Heinrich VIII.
  David Morrissey   als Herzog von Norfolk
  Kristin Scott Thomas   als Lady Elizabeth
  Mark Rylance   als Sir Thomas Boleyn
  Jim Sturgess   als George Boleyn
  Ana Torrent   als Katharina von Aragon
  Eddie Redmayne   als William Stafford
  Benedict Cumberbatch   als William Carey
  Juno Temple   als Jane Parker
  TIffany Freisberg   als Mary Talbot
 
Regie:  Justin Chadwick  
Buch:  Peter Morgan  
Musik:  Paul Cantelon  
Kamera:  Kieran McGuigan  
Produzent:  Alison Owen  

Zurück in eine andere Welt

Seit Jahren führen Kostümfilme die Kinozuschauer in die Vergangenheit. Hochgetürmte Frisuren, gepuderte Perücken und wallende Reifröcke sind für die wenigen Stunden auf der Kinoleinwand so wunderbar romantisch.

In "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst spielen Kostüme die Hauptrolle (Foto: Sony Pictures) Großansicht

In "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst spielen Kostüme die Hauptrolle (Foto: Sony Pictures)

Der Klassiker stammt aus dem Jahr 1939: "Vom Winde verweht" mit Clark Gable und Vivien Leigh. Vor dem Hintergrund des amerikanische Bürgerkriegs sprüht der Film vor Drama und Romantik.

Seitdem haben wir vor allem Jane Austen die verträumte Vorstellung des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Die Traumfabrik hat ihre Bücher in wunderbare Filme wie "Emma" mit Gwyneth Paltrow, "Sinn und Sinnlichkeit" mit Emma Thompson und "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley verwandelt. Alle drei Dramen durften sich über Oscar-Nominierungen freuen. Emma Thompson nahm sogar für das Drehbuch einen Goldjungen entgegen.

Bekam mit 26 Jahren den Oscar für "Shakespeare in Love": Gwyneth Paltrow (Foto: UIP) Großansicht

Bekam mit 26 Jahren den Oscar für "Shakespeare in Love": Gwyneth Paltrow (Foto: UIP)

Im Korsett zum Oscar

Dass Historienfilme immer wieder mit Auszeichnungen rechnen dürfen, zeigte auch "Shakespeare in Love". Gleich siebenmal wurde der Film von der Academy geehrt. Gwyneth Paltrow angelte sich die goldene Statue als beste Hauptdarstellerin und Dame Judi Dench nahm mit nur einem achtminütigen Auftritt als Königin Elizabeth den Oscar als beste Nebendarstellerin mit nach Hause.

Der Spitzenreiter ist aber "Vom Winde verweht". Das Drama wurde 1939 mit acht Goldstatuen ausgezeichnet und dann gibt es da natürlich noch den großen Erfolgshit von 1997, "Titanic", mit elf Oscars geehrt - wenn man das Drama, das 1919 spielt, noch zu den Kostümfilmen zählen will. Historienfilme berühren also nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die Kritiker. So ist es nicht verwunderlich, dass das Genre auch weiterhin Furore macht.

 

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