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Die Stadt der verlorenen Kinder

Als der Adoptivbruder des Einzelgängers One vom verrückten Wissenschaftler Krank entführt wird, nimmt dieser zusammen mit seiner Begleiterin Miette die Verfolgung auf. Das mit "Delicatessen" erfolgreiche Duo Jeunet und Caro schuf ein surreales, visuell überwältigendes, vor seltsamen Kreaturen überquellendes Film-Kunstwerk.


Die Stadt der verlorenen Kinder

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Erhältlich seit:
06.04.2005

Originaltitel: La cité des enfants perdus

Fantasy

Frankreich/Spanien/Deutschland 1995
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Ron Perlman
Daniel Emilfork
Judith Vittet

Regie: Jean-Pierre Jeunet, ...
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Krank, ein zynischer alter Mann, haust auf einer Insel im Meer. Wegen eines körperlichen Defekts kann er nicht träumen und altert deshalb rasend schnell. Deshalb läßt er Kinder entführen, um ihnen ihre Träume zu stehlen und seinen Alterungsprozeß aufzuhalten. Als Krank eines Tages einen kleinen Jungen in seine Gewalt bringt, ruft dies dessen älteren Bruder One, einen ehemaligen Harpunier, auf den Plan, der mit Hilfe eines neunjährigen Mädchens dem fiesen Alten das Handwerk legt.

Surreale Bilder, rabenschwarze Poesie, grotesker Humor, Zyklopen - die Filmemacher Jeunet und Caro haben wieder zugeschlagen. Seinem furiosen Spielfilm-Debüt "Delicatessen" hat das Duo nun dieses 18 Millionen Dollar teuere Fantasy-Spektakel folgen lassen. Verblüffende Computereffekte, großartige Bauten und superbe Kostüme haben exzellenten Schauwert, doch allein schon wegen des Kultstatus, den Jeunet und Caro genießen, ist ein Erfolg garantiert.

Vor drei Jahren gab das französische Regie-Duo Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro mit "Delicatessen" sein furioses Spielfilmdebut. Das skurrile Horror-Kabinettstückchen lockte bei uns fast 700.000 Besucher in die Kinos. Auch diesmal sind die Filmemacher ihrer abstrusen Thematik treu geblieben und schwelgen hemmungslos in surrealen Bilderwelten und rabenschwarzer Poesie. War "Delicatessen" noch eine Fingerübung in Sachen grotesker Humor, wurde "Die Stadt der verlorenen Kinder" mit Wucht orchestriert und zu einem Kintopp-Alptraum aufgedonnert. Bei 18 Millionen Dollar Spielgeld konnte man sich das auch augenscheinlich leisten. Der Film sieht ungefähr so aus, als hätten sich William Burroughs, Charles Dickens und Lewis Carroll im Drogenrausch zusammengefunden, um eine Horror- Freak-Show für Fortgeschrittene zu erfinden. Die Ausgeburt dieser Phantasien liest sich wie folgt: In einer Stadt, die von Ferne wie eine Ölbohrinsel aussieht, regiert Krank, ein zynisches Monster (Daniel Emilfork), der wegen eines körperlichen Defekts nicht träumen kann und deshalb rasend schnell altert. Aus diesem Grund läßt er sich von einer zyklopenähnlichen Polizeitruppe Kinder aus den Slums zuführen, denen er dann mittels absonderlicher Apparaturen die Träume stiehlt, um so seinen Alterungsprozeß aufzuhalten. Als sich seine degenerierten Schergen an dem kleinen Jungen Denree (Joseph Lucien) vergreifen, tritt der Ex-Wal-Harpunier One (Ron Perlman) auf den Plan, um ihn Krank wieder zu entreißen. Unterstützt wird er dabei von dem neunjährigen Mädchen Miette (Judith Vittel). Daß bei diesem Spektakel u.a. noch ein sechsfach geklontes Etwas (Dominique Pinon, der Metzger aus "Delicatessen"), ein Junkie und Ex-Flohzirkusdirektor (Jean-Claude Dreyfus) sowie zuammengewachsene viktorianische Schulfräuleinschreckgestalten (Genevieve Brunet und Odile Mallet) mitmischen, dürfte weniger überraschen. Prachtstück in diesem Schauer- Panoptikum ist ein Superhirn, das in einem gutgeheizten Aquarium aufbewahrt wird. Doch die exzentrische Inszenierung dieser Grusel-Gimmicks und Spezialeffekte hat ihren Preis: Nach einiger Zeit wirkt der Manierismen-Zirkus ermüdend. Jeunet und Caro haben die intellektuelle Netzhautreizung zum Stilmittel erhoben. Fünf Monate Postproduktion, die fast nur für digitale Computereffekte verwandt wurde, sprechen Bände. Bei den Filmfestspielen in Cannes, wo "Die Stadt der verlorenen Kinder" als Eröffnungsfilm lief, wurde die 111minütige Fantasy- Tour mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Daran konnten auch die superben Jean-Paul- Gaultier-Kostüme und die unheilschwangere Musik des David-Lynch-Hauptkomponisten Angelo Badalamenti nichts ändern. ull.

Darsteller:  Ron Perlman  
  Daniel Emilfork  
  Judith Vittet  
  Dominique Pinon  
  Jean-Claude Dreyfus  
  Genevieve Brunet  
  Odile Mallet  
  Mireille Mosse  
 
Regie:  Jean-Pierre Jeunet  
  Marc Caro  
Buch:  Gilles Adrien  
  Jean-Pierre Jeunet  
  Marc Caro  
Musik:  Angelo Badalamenti  
Kamera:  Darius Khondji  
Produzent:  Claudie Ossard  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Ron Perlman

Amerikanischer Schauspieler. Seit seinem starken Auftritt als Neandertaler Amoukar in Jean-Jacques Annauds Steinzeit-Road-Movie "Am Anfang war...