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Die Stunde des Lichts

Ungewöhnlicher Liebesfilm mit Joachim Król vor der malerischen Kulisse des norwegischen Polarwinters.


Die Stunde des Lichts

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Erhältlich seit:
07.11.2001

Originaltitel: When the Light Comes

Komödie

Niederlande/Belgien/Deutschland/Norwegen 1998
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12

Francesca Vanthielen
Joachim Król
Rick Engelkes

Regie: Stijn Coninx
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Die Stunde des Lichts

Den sympathischen, etwas kauzigen Norweger Lars hat es in die Arktis Spitzbergens verschlagen, wo er sich als Trapper durchschlägt. Sein von Jahres- und Tageszeiten geregeltes Leben gerät gehörig in Unordnung, als die deutsche Studentin Ellen in seine entlegene Behausung einzieht, um einen Polarwinter lang dem hektischen Großstadtleben zu entfliehen. Schwerer als die Sprachprobleme erweisen sich die unterschiedlichen Erwartungshaltungen und so gerät das Duo immer wieder aneinander...

Was auf den ersten Blick - zwei Menschen, eine Hütte, klirrende Kälte und ewige Nacht - langweilig anmutet, entpuppt sich - bei etwas Geduld - als spannende, anrührend-melancholische (Liebes)Geschichte. Wortkarg und introvertiert er, ewig plappernd und überspannt sie, nähern sich die beiden langsam einander an. Aus Feindseligkeit wird Respekt, aus Zuneigung Liebe. Wenn schließlich das Licht des Frühlings den Schnee zum Schmelzen bringt, haben der Fallensteller und die Zicke einiges über sich und das Leben gelernt - und der Zuseher einen wunderbar fotografierten, von Stijn Coninx sensibel inszenierten Film gesehen.

Die Stunde des Lichts

Unter extremen Bedingungen drehte der Belgier Stijn Coninx eine ausgefallene Liebesgeschichte mitten im Nichts. In der Kälte und Einsamkeit Spitzbergens begegnen sich zwei Menschen aus ganz verschiedenen Welten - eine junge, abenteuerlustige Studentin und ein liebeshungriger, wortkarger Trapper. Die Botschaft: Man muß den anderen so akzeptieren, wie er ist.

Bei zweistelligen Minustemperaturen im Winter stand die 35köpfige Crew von Regisseur Stijn Conix (bekannt durch den oscarnominierten "Daens") zwischen Norwegen und Nordpol beim Kampf mit der Natur vor fast unlösbaren Problemen. Nicht nur daß es an Komfort mangelte oder die Eiseskälte in die Glieder kroch - mal warf der Schneesturm den ganzen Drehplan durcheinander, klappte der Transport nicht, mußte Kameramann Theo Birkens tatenlos zusehen, wie das Nordlicht strahlte oder der Himmel sich ausdrucksstark färbte, weil das Filmmaterial nicht angekommen war. Diese Schwierigkeiten merkt man dem Resultat der 78 Drehtage nicht an, die visuelle Gestaltung beeindruckt. Die Geschichte basiert auf der autobiographischen Erzählung "Wo bleibt das Licht" der Niederländerin Heleen van der Laan, die als 19-jährige bei einem ihr völlig fremden Pelzjäger in Spitzbergen überwinterte.

Die Studentin Ellen will der Großstadthektik entfliehen und begibt sich an den Rand der Zivilisation. In Spitzbergen verbringt sie den Polarwinter bei dem norwegischen Trapper Lars, der sich nach einer Liebesenttäuschung in die Einsamkeit zurückgezogen hat. Erst herrscht Unverständnis zwischen Großstadtpflanze und Einsiedler, Ellen ist enttäuscht von dem mürrischen Kauz, der sich nicht als Held des Nordens, sondern als Chaot des Alltag entpuppt. Lars dagegen hofft erst einmal umsonst auf körperliche Freuden. Nur sehr langsam nähern sich die beiden an. Bis es zur unvermeidlichen, aber dennoch anrührenden Liebesbeziehung kommt, fliegen die Fetzen, muß die junge Frau ihre Arroganz und Vorurteile aufgeben. Trotz holländisch-belegisch-norwegisch-deutscher Co-Produktion ist "Die Stunde des Lichts" kein beliebig zusammengewürfelter Euro-Pudding, sondern ein warmherziges Werk über den Zusammenprall von Kulturen und Gefühlen. Daß die belgische Schauspielerin Francesca Vanthielen leicht überfordert wirkt, macht ein Joachim Król in Bestform wett. Perfekt meistert er die Gratwanderung zwischen Einfalt und Einfachheit, Eigensinn und Eigenbrötlerei, Verschrobenheit und Verletzbarkeit. Seine starke Präsenz und großartige Landschaftsbilder lassen einige Ungereimtheiten vergessen. Denn bei den sehr erdenschweren Dialogen hapert es gewaltig, und wenn Joachim Król Sätze wie "Füttör för Hünd för Wünter" von sich geben muß, könnte das für unfreiwillige Komik sorgen. Ökobewußte und Naturfreunde kommen dagegen voll auf ihre Kosten, ob sich das "normale" Publikum für diesen Film aus dem kalten Norden erwärmen kann, bleibt fraglich. mk.

Darsteller:  Francesca Vanthielen   als Ellen
  Joachim Król   als Lars
  Rick Engelkes   als Robbert
  Reidar Sørensen   als Ragnar
  Karin Lunden  
 
Regie:  Stijn Coninx  
Buch:  Jean van de Velde  
Musik:  Dirk Brosse  
Kamera:  Theo Bierkens  
Produzent:  Paul Voorthuysen  
 

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Joachim Król

Der bewegteste Mann des deutschen Films, seit er 1994 in Sönke Wortmanns Komödienhit durch die Liebe völlig aus dem Gleichgewicht gebracht...