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Die unbarmherzigen Schwestern

Vehementes Drama, das die Unterdrückung junger Frauen in den katholischen Magdalenenstiften im Irland der sechziger Jahre auf erschreckende Weise verdeutlicht.


Die unbarmherzigen Schwestern

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Erhältlich seit:
17.09.2008

Originaltitel: The Magdalene Sisters

Drama

Großbritannien 2002
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12

Geraldine McEwan
Dorothy Duffy
Anne-Marie Duff

Regie: Peter Mullan
Concorde Home Entertainment

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Die unbarmherzigen Schwestern

Im Irland der frühen 60er Jahre werden "gefallene" Mädchen von ihren Angehörigen in Klosterwäschereien gesteckt, wo sie unter erbärmlichen, grausamen Bedingungen für ihre Sünden büßen sollen. So wie Margaret, die sich ihrem Cousin "verweigerte", Rose, deren uneheliches Neugeborenes sofort zur Adoption freigegeben wurde, die hübsche Bernadette, welche die Jungs im Waisenhaus verrückt gemacht hatte oder Crispina, die, von ihrem Sohn getrennt, nun für die sexuelle Befriedigung des örtlichen Priesters zuständig ist.

Die von dem eher als Schauspieler ("My Name Is Joe") bekannten Drehbuchautor und Regisseur Peter Mullan inszenierte, erschütternde Geschichte erhielt 2002 in Venedig den Goldenen Löwen, während der Vatikan das schonungslose Drama wegen seiner Kritik an der katholischen Kirche ablehnte. Getragen von einem vorzüglichen Ensemble, das allein schon preiswürdig gewesen wäre, hat man in den letzten Jahren selten eine derartig aufrüttelnde, auf den Magen schlagende True Story gesehen. Der Arthouse-Freund sollte zugreifen.

Die unbarmherzigen Schwestern

Als glorreicher Sieger der 59. Biennale von Venedig ging etwas überraschend Peter Mullans "The Magdalene Sisters" hervor. Die erschütternde Geschichte um vier irische Mädchen, die von ihren Familien auf Lebenszeit in eine von Nonnen geführte Wäscherei abgeschoben werden, erhielt auf dem Lido den Goldenen Löwen. Damit setzte sich das mitreißende Werk, das wegen seiner offenherzigen Kritik an der katholischen Kirche prompt mit einem Rüffel aus dem Vatikan abgemahnt wurde, gegen Favoriten wie Takeshi Kitanos "Dolls" oder Patrice Lecontes "L'homme du train" durch. Dank dieser hohen Auszeichnung dürfte es nun ein Leichtes sein, einen deutschen Verleih dazu zu bewegen, sich dieser zwar schwierigen, aber um so bedeutungsvolleren Thematik anzunehmen.

"The Magdalene Sisters" markiert die zweite Regiearbeit des schottischen Schauspielers Peter Mullan, der als Anti-Held von Ken Loachs "My Name Is Joe" 1998 in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet und durch Parts in Danny Boyles "Trainspotting" oder Mel Gibsons "Braveheart" auch international bekannt wurde. Er entführt den Zuschauer ins bigotte Irland der frühen sechziger Jahre, wo Mädchen von ihren Angehörigen in von Schwestern betriebene Klosterwäschereien gesteckt wurden. Dort sollten sie, unter erbärmlichsten Bedingungen, den Schikanen, Schlägen und sexuellen Übergriffen von Nonnen und Priestern schutzlos ausgesetzt, meist bis ans Ende ihres Lebens für ihre Sünden büßen. Die "Vergehen" der Mädchen bestanden zumeist darin, unverheiratet schwanger oder vergewaltigt geworden zu sein. Aber es gab auch andere "triftige" Gründe, wie etwa zu gutes oder zu schlechtes Aussehen, zu viel oder zu wenig Intelligenz. Im Zentrum der Story stehen vier Frauenschicksale: Margaret (Anne-Marie Duff), die sich geweigert hatte, ihrem Cousin gegenüber "gefügig" zu sein, Rose (Dorothy Duffy), deren gerade geborenes, uneheliches Kind zur Adoption freigegeben wurde, Bernadette (Nora-Jane Noone), die durch ihr apartes Äußeres die Jungs im Waisenhaus kirre gemacht hatte und schließlich die etwas unterbelichtete Crispina (Eileen Walsh), die von ihrem Sohn getrennt wurde und nun für die sexuelle Befriedigung des örtlichen Priesters zuständig ist. Letzterer wird in einer unglaublich nahegehenden Sequenz entlarvt: Darin entledigt sich der Geistliche bei einer Freiluftmesse panikartig sämtlicher Kleider, da diese zuvor von den Mädchen mit giftigem Efeu behandelt worden waren. Und Crispina brüllt dem Gottesmann dabei immer wieder entgegen: You are not a man of God, You are not a man of God... Am Ende des Films, das ein wenig an Milos Formans Meilenstein "Einer flog über das Kuckucksnest" erinnert, wird es lediglich zwei jungen Frauen gelingen, aus diesem Vorhof zur Hölle zu fliehen...

Mullan, der seinen formal äußerst sorgfältig gestalteten Film bewusst wie eine Dokumentation aufbaut und sich dabei auf das Schicksal dieser vier grundverschiedenen Mädchen konzentriert, betont, dass sein Werk "zwar fiktiv ist, leider aber eine wahre Geschichte erzählt." Von einem vorzüglichen Ensemble, das allein schon preiswürdig gewesen wäre, getragen, hat man in den letzten Jahren selten eine derartige aufrüttelnde, auf den Magen schlagende true story gesehen, die sich ob ihrer inhaltlichen Sprengkraft eigentlich einer "normalen" Kritik verweigert. Lichtblick: Das letzte der Magdalene-Klöster wurde 1996 (!) geschlossen. lasso.

Die unbarmherzigen Schwestern

Dublin im Jahr 1964. Eine scheinbar harmonische irische Hochzeit ist in vollem Gange, ein Priester singt eine Ballade für Braut und Bräutigam und alle Hochzeitsgäste amüsieren sich. Inmitten der Feier folgt Margaret ihrem Cousin Kevin in ein kleines Zimmer, wo er sie, nachdem sie sich ihm verweigert, vergewaltigt. Zurück bei der Hochzeitsgesellschaft, schüttet Margaret einer Freundin ihr Herz aus, und die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Während Kevin bestraft wird, beratschlagt der Vater mit dem Priester, was nun mit Margaret zu geschehen habe. Er ist der Meinung, das Mädchen habe Schande über die Familie gebracht und so holt der Priester die junge Frau am nächsten Tag ab, um sie in ein Heim der Magdalenenschwestern zu bringen. Der kleine Bruder bekommt die überstürzte Abreise der Schwester mit und kann nicht verstehen, was vor sich geht, die Mutter ist einfach nur zusieht, zu schwach, um einzugreifen.
Bernadette lebt im St. Attracta Waisenhaus. Die jüngeren Mädchen bewundern ihre Schönheit und auch den Arbeiter der benachbarten Fabrik ist nicht verborgen geblieben, dass sie zu einer begehrenswerten jungen Frau herangewachsen ist. Die Heimleitung befürchtet, dass sie einen schlechten Einfluss auf die anderen Mädchen ausüben könnte und entschliessen sich, sie aus dem Waisenhaus zu entfernen. Ihrer Meinung nach ist ein Magdalenen-Heim der passendere Aufenthaltsort für sie.
Rose hat gerade einen kleinen Jungen zur Welt gebracht, den sie voller Stolz im Arm hält. Doch da sie unverheiratet ist, überredet ihr Vater sie, das Kind zur Adoption freizugeben, damit es in einer guten katholischen Familie groß werden kann. Die junge Mutter wird in ein Heim der Magdalenen-Schwestern abgeschoben.
Margaret, Bernadette und Rose, die im Heim ab sofort Patricia genannt wird, treffen zum selben Zeitpunkt im Heim der Magdalenen-Schwestern ein, auf die drei wartet ein Leidensweg ohne absehbares Ende. In der Wäscherei sollen sie nun Tag für Tag mit der Dreck fremder Leute auch ihre eigenen Sünden fort waschen, nach Überzeugung der Nonnen sind ein entbehrungsreiches Leben und harte Arbeit die einzige Möglichkeit, dass den Frauen verziehen wird. Demütigungen und Misshandlungen, Angst und Qual, Willkür und sexueller Missbrauch sind an der Tagesordnung. Jeden Gedanken an Flucht aus diesem Gefängnis unterdrückt Oberin Bridget bereits im Keim, Gespräche mit den anderen Frauen sind so gut wie unmöglich. Während die Frauen tagtäglich schuften und dem Orden nebenher zu einem kleinen Vermögen verhelfen, waschen die Schwestern ihre Hände in Unschuld.
Zwei Jahre später wird Margaret am Weihnachtsabend überraschend von ihrem kleinen Bruder aus dieser Hölle befreit. Und auch Bernadette kann das Leben im Magdalenen-Heim bei den "Barmherzigen Schwestern" nicht länger aushalten - zumal ihr inzwischen klar geworden ist, dass sie sonst bis an ihr Lebensende hier sein würde. Zusammen mit der zurückhaltenden Patricia gelingt ihr schließlich die Flucht in die Freiheit.

Quelle: Concorde

Darsteller:  Geraldine McEwan   als Schwester Bridget
  Dorothy Duffy   als Patricia/Rose
  Anne-Marie Duff   als Margaret Maguire
  Eileen Walsh   als Crispina
  Nora Jane Noone   als Bernadette
  Daniel Costello   als Pater Fitzroy
  Mary Murray   als Una
  Britta Smith   als Katy
  Frances Healy   als Schwester Jude
  Eithne McGuinness   als Schwester Clementine
  Phyllis McMahon   als Schwester Augusta
  Rebecca Walsh  
  Eamonn Owens  
  Chris Simpson   als Brendan
  Sean Colgan  
 
Regie:  Peter Mullan  
Buch:  Peter Mullan  
Musik:  Craig Armstrong  
Kamera:  Nigel Willoughby  
Produzent:  Frances Higson  
 

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