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Die Vaterlosen

Familiendrama in der Tradition von "Das Fest" und "Hierankl" über vier Geschwister, die sich nach dem Tod des Vaters in dessen Landhaus treffen und sich an ihre Kindheit erinnern.


Die Vaterlosen

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Erhältlich seit:
09.12.2011

Originaltitel: Die Vaterlosen

Drama

Österreich 2011
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Andreas Kiendl
Andrea Wenzl
Emily Cox

Regie: Marie Kreutzer
ThimFilm

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Die Vaterlosen

Marie Kreutzer begutachtet das Erbe der 68er, indem sie vier (Halb)Geschwister nach dem Tod des Erzeugers über ihre Kindheit in einer Kommune nachsinnen und damit abrechnen lässt.

Hans liegt im Sterben, doch freundliche Worte für seinen Sohn Niki hat er keine übrig. In den Stunden nach seinem Ableben finden sich die anderen drei erwachsenen Geschwister in dem halbverfallenen Landhaus in einem idyllischen Tal irgendwo in Österreich ein. Sie sind nun offiziell vaterlos, aber vielleicht waren sie das auch schon lange zuvor: Vito und die neurophysisch beeinträchtigte jüngste Tochter Mizzi staunen über das Erscheinen der vor 20 Jahren aus der WG verstoßenen Kyra, haben sich aber selbst längst aus den Augen verloren. Während der Vorbereitungen zur Beerdigung nächtigen sie samt Anhang bei Hans' jüngerer Lebensgefährtin in der heruntergekommenen Kindheitsstätte; jeder bockt gehörig und trägt seine Vorwürfe mit sich herum - eine gefährliche Gemengelage, die Züge von Vinterbergs "Das Fest" und erst recht Steinbichlers "Hierankl" trägt. Die Abrechnung kann beginnen.

Es obliegt - der als einzigen wirklich sympathisch gezeichneten - Mizzi, die das Herz auf der Zunge trägt, die schwierige Familienhistorie zu ergründen. Denn die schwierigen Blutsverwandten geben sich maulfaul. Fragen sind unerwünscht, es wird verdrängt und vertuscht. Ein alternatives 68er-Paradies, wie die goldgelben Rückblenden zunächst suggerieren, war die Vergangenheit nicht. Schon mehr eine Art Hippie-Hölle, in der sich ein Kollektiv um den rücksichtslosen Selbstverwirklicher Hans gruppierte. Die emotional verheerenden Folgen dieses regellosen Miteinanders trägt die Nachfolgegeneration, die das verantwortungslose Verhalten ihrer Eltern ausbaden muss.

Die verkorkste Familienbande scheitert nun selbst, diese Kommunen-Utopie wieder aufleben zu lassen, derweil Spielfilmdebütantin Kreutzer viele aufwühlende Geheimnisse aus lauter kleinen Puzzlestücken zusammensetzt. Dass sie kein Traktat im Sinn hat, sondern ein sehr menschlich nachvollziehbares Drama, das von den Charakteren angetrieben wird, ermöglicht ein Psychogramm um Schuld und Niedertracht, was andernfalls zur Kommunen-Seifenoper verkommen wäre. Wie sich die Erbengemeinschaft gegenseitig piesackt und so manche böse Überraschung erlebt, daran arbeitet sich Kreutzer mitunter etwas zu verbissen ab, im Schlussakt droht die Groteske. Aber ihre genau beobachtete Geschwisterstudie kennt jede Tücke des Miteinanders und das spielwütige Ensemble entlarvt alle Unverfänglichkeiten als pure Illusion. tk.

Darsteller:  Andreas Kiendl   als Vito
  Andrea Wenzl   als Kyra
  Emily Cox   als Mizzi
  Philipp Hochmair   als Niki
  Marion Mitterhammer   als Anna
  Sami Loris   als Miguel
  Pia Hierzegger   als Sophie
  Johannes Krisch   als Hans
  Axel Sichrovsky   als Ossi
  Seraphine Rastl   als Kyras Mutter
  Susanne Weber   als Vitos Mutter
  Hille Beseler   als Nikis Mutter
  Daniel Doujenis   als Nikis Vater
  Kitty Khittl   als Kyra, jung
  Nikolaus Wabitsch   als Niki, jung
  Alexander Wychodil   als Vito, jung
  Rupert M. Lehofer   als Herr Wippel
  Sabine Friesz   als Kommunardin
  Markus Hamele   als Kommunarde
  Tom Hanslmaier   als Kommunarde
  Sandy Lopicic   als Kommunardin
  Doris Schretzmayer   als Kommunardin
  Dominik Warta   als Kommunarde
 
Regie:  Marie Kreutzer  
Buch:  Marie Kreutzer  
Musik:  David Hebenstreit  
Kamera:  Leena Koppe  
Produzent:  Franz Novotny  
  Alexander Glehr  
  Ursula Wolschlager  
  Robert Buchschwenter  
 

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