DVD (OmU) Leihvideo

Die verborgene Welt

Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen im Südafrika der Apartheid.


Die verborgene Welt (OmU)

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.03.2009

Originaltitel: The World Unseen

Drama

Südafrika/Großbritannien 2007
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Lisa Ray
Sheetal Sheth
Parvin Dabas

Regie: Shamim Sarif
PRO-FUN MEDIA

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Verbotene Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen in Südafrika während der Apartheid.

Die zwei Frauen kommen sich näher (Foto: Pro-Fun) Großansicht

Die zwei Frauen kommen sich näher (Foto: Pro-Fun)

Südafrika zu Beginn der 50er Jahre: Bereits seit einigen Jahren gelten die Apartheid-Gesetze und bringen Hass über das Land. Die zur indischen Minderheit gehörende Amina (Sheetal Sheth) betreibt das Location Café, das zu einem Art Refugium für Menschlichkeit wird, in dem Menschen aller Herkunft freundlich bewirtet werden. Dadurch ist Aminas Betrieb ein Dorn in den Augen der Machthaber.

Doch ihr Leben verkompliziert sich noch mehr, als sie eines Tages die weit außerhalb der Stadt auf einem Landgut lebende Miriam (Lisa Ray) kennen lernt. Sofort ist sie von der Frau fasziniert und es bahnt sich eine zarte Liebe zwischen den beiden an, die Opfer der sozialen Umstände zu werden droht.

Die Weißen haben in Südafrika das Sagen (Foto: Pro-Fun) Großansicht

Die Weißen haben in Südafrika das Sagen (Foto: Pro-Fun)

Wunderschöne Bilder

Die Drehbuchautorin und Regisseurin Shamim Sarif, die über ihre Eltern und Großeltern selbst über Wurzeln nach Südafrika verfügt, hat ihren eigenen Debütroman verfilmt. In wunderschön komponierten Bildern fängt sie nicht nur die "verborgene Welt" Südafrikas, sondern auch die einer kaum bekannten Epoche ein. Nicht zuletzt dank des glaubwürdigen Spiels der beiden Hauptdarstellerinnen, unter anderem Lisa Ray aus "Water", gelingt ihr eine unaufdringliche und ehrliche Liebesgeschichte und das Porträt einer Gesellschaft, die unter dem Hass der Mächtigen leidet.

Die verborgene Welt (OmU)

Gesellschaftsporträt und Emanzipationsdrama um eine indische Einwanderin, die im Apartheids-Regime von Südafrika 1952 eine Amour Fou mit einer Café-Besitzerin beginnt.

Ganz Seltenes hat die in Südafrika aufgewachsene Shamim Sarif vollbracht, indem sie ihren eigenen Debütroman in ein Drehbuch verwandelte und selbst inszenierte. In sonnig-schön komponierten Bildern, ein wenig Douglas Sirks Technicolor-Rausch nachempfunden, erzählt sie von einer zum Scheitern verurteilten Liebe und entwirft damit ein präzises Sittenbild eines unfassbar rassistischen und sexistischen Landes. Das propere Kleinbürgerparadies ist vergiftet: In Südafrika der frühen 50er Jahre herrscht eine engstirnige Verbotsmoral der weißen Herrscherschicht. Ein sadistisches Cop-Duo tritt exemplarisch Menschenrechte mit Füßen - erniedrigt werden Schwarze und Frauen gleichermaßen.

Das bekommt die indischstämmige Café-Betreiberin Amina (Sheetal Sheth) täglich zu spüren, weil sie mit dem alten Schwarzen Jacob zusammen alle Hautfarben bedient. Als eines Tages die Inderin Miriam (Lisa Ray, "Water") zu Gast ist, beginnt eine Romanze, die nicht viel mehr als Blicke erlaubt. Denn die mit ihrem Mann zwangsverheiratete Hausfrau und Mutter zweier Kinder wird in Abhängigkeit gehalten, während er sie skrupellos betrügt und aufkeimende Selbständigkeit aus ihr herausprügelt. Derart in Konventionen gefangen, wird für sie die zaghafte Amour Fou zur politischen Aktivistin, die jene bürgerliche Moral überwunden hat, zur Unmöglichkeit.

Diese beiden Frauenschicksale stehen im Zentrum. Amina und schließlich auch Miriam stemmen sich gegen eine geballte Flut von Chauvinismus und Anfeindungen bis beide Angst vor der eigenen Courage bekommen und ob der Hegemonie der selbstgerechten Pharisäer und ihrer Rassengesetze kapitulieren. Zusammen mit einer weiteren verbotenen Annäherung zwischen dem "Kaffer" Jacob und der weißen Postbeamtin Madeleine ergibt das viele melodramatische Wendungen und auch einige aus dem Repertoire von Seifenopern, verfällt aber nie in deren gefühlsduseligen Gestus. Sarifs Liebesgeschichte bleibt unaufdringlich und wahrhaftig, ihr Bildnis einer auf Hass errichteten Gesellschaft plädiert für Toleranz, ohne dies als Message zu präsentieren.

tk.

Darsteller:  Lisa Ray   als Miriam
  Sheetal Sheth   als Amina
  Parvin Dabas   als Omar
  Nandana Dev Sen   als Rehmat
  Grethe Fox   als Madeleine
  David Dennis   als Jacob
  Bernard White   als Mr. Harjan
  Colin Moss   als De Witt
  Rajesh Gopie   als Sadru
  Natalie Becker   als Farah
 
Regie:  Shamim Sarif  
Buch:  Shamim Sarif  
Musik:  Shigeru Umebayashi  
Kamera:  Michael Downie  
Produzent:  Hanan Kattan  
 

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