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Die Versuchung des Padre Amaro

Drama um einen jungen Geistlichen, der angesichts der freizügigen Haltung seiner Kirche in einen Konflikt stürzt.


Die Versuchung des Padre Amaro

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.11.2003

Originaltitel: El crimen del padre Amaro

Drama

Mexiko/Spanien/Argentinien/Frankreich 2002
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 12

Gael García Bernal
Sancho Gracia
Ana Claudia Talancon

Regie: Carlos Carrera
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Die Versuchung des Padre Amaro

Der junge Padre Amaro tritt in einer mexikanischen Kleinstadt sein Amt an. Schon bald wird er nicht nur mit der kompromissbereiten Haltung des dortigen Pfarrers gegenüber dem Zölibat und dem organisierten Verbrechen konfrontiert, sondern auch mit den Machenschaften eines weiteren Priesters, der mit Guerilla-Kämpfern paktiert. Als Amaro die Tochter der Dorfwirtin schwängert, gerät er in einen schweren Gewissenkonflikt. Schließlich entscheidet er sich für eine klerikale Karriere und zwingt seine Geliebte zur Abtreibung - mit fatalen Folgen.

Mit der Adaption eines portugiesischen Romans von 1875 erhitzte Carlos Carrera die Gemüter der katholischen Kirche, die das Werk wegen seines Feldzuges gegen Blasphemie und Bigotterie am liebsten hatte verbieten lassen wollen. Carrera verlagert den Stoff in die Gegenwart und tat mit der Besetzung von Jungstar Gabriel Garcia Bernal in der Titelrolle einen Glücksgriff. Das Melodram, das in Mexiko zum erfolgreichsten Film aller Zeiten avancierte, ist nicht nur wegen seines skandalösen Inhalts auch hierzulande von Interesse.

Die Versuchung des Padre Amaro

Die Empörung der katholischen Kirche und vehemente Demonstrationen vor den Kinos konnten das mexikanische Publikum nicht von der Begeisterung für "El Crimen del Padre Amaro" zurückhalten - im Gegenteil sorgten diese dafür, dass der Verfilmung eines aufsehenerregenden Romans aus dem Jahr 1875 der beste Filmstart eines einheimischen Produkts aller Zeiten gelang und selbst der Box Office Erfolg des Vorjahreshits "Y tu mamá también" übertroffen wurde. Auch in diesem Fall trägt das derzeit wohl aufregendste südamerikanische Leinwandgesicht - Gael Garcia Bernal - die Hauptrolle.

Bereit für eine aussichtsreiche Karriere in der Diözese tritt der frisch zum Priester geweihte junge Amaro (Gael Garcia Bernal) in dem abgelegenen Ort Los Reyes sein Amt an, um Pfarrer Benito (Sancho Gracia) bei seinen Gemeindetätigkeiten zu unterstützen. Sogleich trifft der ambitionierte wie attraktive Geistliche auf die sinnliche 16-jährige Amelia (Ana Claudia Talancon), in die er sich verlieben wird. Doch zuvor soll er herausfinden, dass Vater Benito seit Jahren seine Affäre mit Amelias Mutter Sanjuanera (Anjelica Aragon) geheimhält. Nicht nur das: Da er selbst der liberalen Überzeugung ist, dass das Priesterzölibat freiwillig sein sollte, stürzt Amaro das Wissen um die Verwicklung seines Vorgesetzten in die Geldwäschegeschäfte des lokalen Drogenbarons ("It's bad money that turns good!"), sowie das angebliche Sympathisieren des Kollegen Natalio (Damian Alcazar) mit der Guerilla in den weitaus größeren Konflikt.

1875 beschrieb der portugiesische Schriftsteller José Maria Eca de Queiroz unter dem Titel "El Crimen del Padre Amaro" ein alles andere als perfektes Modell der kirchlichen Moral in einer mexikanischen Kleinstadt. Mit erschütternder Aktualität versetzten Drehbuchautor Vincente Linero und Regisseur Carlos Carrera die brisante Story geradlinig und glaubwürdig in die Gegenwart. Das Kreuz des Films ist das Scheitern des jungen Pfarrers nicht nur am Zölibat, sondern der Verlust seines Glaubens an der Reinheit der Kirche. Zunächst betrachtet Amaro den moralischen Kompromiss seiner geistlichen Vorbilder mit Verachtung, lässt sich jedoch bald - als hätte er darin eine Rechtfertigung gefunden - geradezu trotzig und naiv auf die Romanze mit der minderjährigen Dorfschönheit Amelia ein. Als diese schwanger wird, steht Amaro vor ungeahnten Ausmaßen seines Scheiterns.

Gael Garcia Bernal überzeugt mit angenehmer Zurückhaltung und einer nach und nach von Verbitterung und Gewissenskonflikten erschütterten Coolness, die den egoistischen Karriereeifer des jungen Pfarrers nicht in Frage stellt. Am Ende birgt sein unverändert engelsgleicher Gesichtsausdruck das Bewusstsein um die begangenen Sünden, die er weder vor Gott noch seinem Priester zu beichten vermag.

Carrera ist sich des Schwierigkeitsgrads seines Films wohl bewusst und nähert sich mit unaufdringlicher Ironie und Kritik ohne übersteigerte Sensationslust dem schwer zu handhabenden Thema, das mit den nicht enden wollenden Vergehen (Sex mit Minderjährigen, Alkohol, Erpressung, Mord, Misshandlungen einer Geisteskranken) leicht wie eine melodramatische Telenovela wirken könnte. Noch gezielter als die Kritik an der herrschenden und verlogenen Amoral der Kirche fällt Carreras Blick auf die Komplexität der menschlichen Beweggründe und Natur aus, der keinen Zweifel an deren Unvereinbarkeit mit den Anforderungen der religiösen Moral lässt, die hier letztlich nicht ohne Ironie ausgerechnet den Menschen mit den ehrenhaftesten Ambitionen zum "Verbrecher" stempelt. cm.

Darsteller:  Gael García Bernal   als Padre Amaro
  Sancho Gracia   als Padre Benito
  Ana Claudia Talancon   als Amelia
  Angelica Aragon   als Sanjuanera
  Luisa Huertas   als Dionisia
  Andres Montiel   als Ruben
  Damián Alcázar   als Padre Natalio
  Ernesto Gomez Cruz   als Bischof
  Pedro Armendáriz Jr.   als Bürgermeister
  Lorenzo de Rodas   als Don Paco
  Gaston Melo   als Martin
  Veronica Langer   als Amparito
  Jorge Zarate   als Padre Mauro
 
Regie:  Carlos Carrera  
Buch:  Vincente Lenero  
Musik:  Rosino Serrano  
Kamera:  Guillermo Granillo  
Produzent:  Arturo Ripstein  
  Daniel Birman Ripstein  
 

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