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Die vier Federn

Neuverfilmung des klassischen Kriegsdramas über einen britischen Offizier, der zur Zeit des Kolonialkrieges im Sudan um seine Ehre und seine Liebe kämpft.


Die vier Federn

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.06.2003

Originaltitel: The Four Feathers

Abenteuer/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 126 Min.
FSK: ab 12

Heath Ledger
Wes Bentley
Kate Hudson

Regie: Shekhar Kapur
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Die Hollywood Shootingstar-Riege - Heath Ledger, Kate Hudson und Wes Bentley - in einem atemberaubenden Abenteuerfilm. Ein 5-Sterne-Drama.

Harry auf Kolonialposten <br />im Sudan

Harry auf Kolonialposten <br />im Sudan

Liebe, Ehre, Tod sind die tragischen Koordinaten, in denen sich "Die vier Federn" von Shekhar Kapur ("Elizabeth") abspielt. Der visionäre Ausnahmeregisseur hat es verstanden, dieser elektrisierenden Mischung aus Militärdrama und schicksalhafter Liebesromanze seinen ganz eigenen und sehr modernen Stempel aufzudrücken.

Die Geschichte beginnt in London 1884, als ein Regiment junger Soldaten erfährt, dass es im Sudan gegen die muslimischen Fanatiker - unter der Führung des legendären Mahdi - für Großbritannien kämpfen soll. Fast alle sehen diesem ersten Kriegserlebnis voller Stolz und Vorfreude entgegen, fast alle - bis auf Harry (Heath Ledger). Für Harry, der eigentlich nie wirklich Soldat werden wollte, ist der Marschbefehl ins ferne Afrika der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Statt in der sudanesischen Wüste für die Ehre Großbritanniens sein Leben zu lassen, will er lieber dem verhassten Militärdienst ein für alle Mal den Rücken kehren und sich ganz und gar seiner geliebten Verlobten Ethne (Kate Hudson) widmen. Ein Entschluss mit verheerenden persönlichen Folgen: Ethne ist - wie Harrys Soldatenfreunde um den hoch patriotischen Jack (Wes Bentley) - von Harrys pazifistischen Anwandlungen entsetzt. Zusammen mit drei Kameraden lässt sie Harry "Die Vier Federn" zukommen - ein Zeichen für Feigheit und Unehrenhaftigkeit. Verstört über dieses schreckliche Missverständnis zieht Harry sich zurück, seine Freunde ziehen in den Krieg.

Glücklichere Stunden mit Ethne

Glücklichere Stunden mit Ethne

Während im fernen Sudan für die britischen Soldaten die Empire-Kolonialkriegsherrlichkeit schnell zu einem tödlichen Desaster aus Blut und Sterben wird, beschließt Harry auf eigene Faust in den Sudan zu reisen, um sich dort von seiner vermeintlichen Schande reinzuwaschen. Als Fremder landet er zwischen den Fronten und verkleidet sich als Araber, um in den Kriegswirren überleben zu können. Auf seiner lebensgefährlichen Odyssee durch die Wüste findet er im geheimnisvollen afrikanischen Krieger Abou Fatma ("Amistad"-Djimon Hounsou) einen echten Freund, ohne dessen selbstlose Hilfe er verloren wäre.

Schließlich rettet Harry in einem hochdramatischen Kampf seine Ehre - und seinem Freund Jack das Leben. Doch der erkennt seinen Retter nicht, da er kurz zuvor im Schlachtgetümmel sein Augenlicht verloren hat. Das Schicksal reißt die beiden wieder auseinander, ohne dass sie sich aussprechen können. Monate später begegnen sich Jack und der totgeglaubte Harry im fernen London wieder. Hier wird ihre Freundschaft auf ihre vielleicht stärkste Probe gestellt, denn jetzt steht Ethne zwischen den beiden...

"Die Vier Federn" besticht vor allem durch die phänomenalen Wüstensequenzen, die an "Lawrence von Arabien" erinnern. Das ebenso opulente wie aufwühlende Epos bietet aber auch genügend romantische und melodramatische Momente fürs Herz. Ein epochales Kinoerlebnis.

Die vier Federn

Bereits fünf mal verfilmt wurde A.E.W. Masons 1902 erschienener Abenteuerroman über einen jungen Offizier des britischen Empires, der nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus der Armee auf eigene Faust in den Sudan reist, um seine Freunde beim Kampf zu unterstützen und sich selbst zu beweisen, dass er kein Feigling ist. Am bekanntesten ist Zoltan Kordas "Drei Fremdenlegionäre"-artige Adaption aus dem Jahr 1939. In seinem ersten Film seit "Elizabeth" erfindet Shekhar Kapur die Odyssee vom Jungen auf der Suche nach dem Mann in sich als bildgewaltiges Schlachtenepos neu, das umgehend Assoziationen mit Filmen wie "Braveheart" oder "Gladiator" weckt, seine attraktiven Stars Heath Ledger ("Ritter aus Leidenschaft") und Wes Bentley ("American Beauty") geschickt einsetzt und gekonnt krasse Kontraste - England/Afrika, moderne Gesichter/alte Welt, strenge Verhaltenskodices/instinktiver Überlebenstrieb - aufeinander prallen lässt.



Jede Einstellung des vor mehr als einem Jahr abgedrehten Films ist hart erkämpft. Man spürt förmlich, wie unerbittlich Kapur mit dem bisweilen visionären, von beeindruckender Schönheit geprägten Material ringen musste, bis die Geschichte am Schneidetisch endlich Form annahm, bis er Kern und Fluss seines Werkes entdeckte. Auch jetzt, im fertigen Zustand, ist "Die vier Federn" nicht immer rund und bisweilen alles andere als perfekt. Gerade der Anfang (zu umständlich) und der Schluss (zu versöhnlich) weisen Schwächen auf. Aber anders kann man sich einen Film, der seinen Figuren an die Substanz geht, in dem die Protagonisten durch die Hölle gehen müssen, auch kaum vorstellen. Andererseits steigert sich das Abenteuer in seiner langen Afrikasequenz hypnotisch und geradezu furios zu einem Crescendo stupender Bilderfolgen, von denen eine Aufnahme einer von allen Seiten attackierten Phalanx britischer Soldaten, aus deren Mitte selbst die Sonne zu scheinen scheint, besonders in Erinnerung bleibt. Kapur vermeidet es dabei tunlichst, allzu offensichtliche Parallelen zu heutigen Auseinandersetzungen (Weltreich gegen Gotteskrieger) zu betonen, sondern konzentriert sich auf die ganz persönlichen Prüfungen seiner gequälten Helden und fühlt Begriffen wie Brüderlichkeit und Freundschaft auf den Zahn.

Die Feder als Inbegriff für Feigheit dient dabei leitmotivisch als Antriebsfeder und übergeordnetes Symbol. Gleich in vierfacher Ausführung wird sie dem zaghaften Offizier Harry Feversham überbracht, als dieser kurz vor dem Ausrücken des Royal Cumbrian Regiment in den Sudan seinen Dienst quittiert. Drei stammen von seinen Kumpanen, die vierte von seiner enttäuschten Verlobten Ethne, die sich fortan Harrys bestem Freund Jack zuwendet. Während der in Afrika an der Front erste Abenteuer zu bestehen hat, macht sich Harry, angewidert von sich selbst, auf den Weg, jedem einzelnen die Feder persönlich zurück zu geben. Unterstützt vom afrikanischen Krieger Abou kämpft er sich als Einheimischer verkleidet durch die Wüste und kann sich schließlich beweisen, als die britischen Soldaten in einen Hinterhalt geraten.

Aus Harrys Sicht erlebt man die Torturen - in der Schlacht, in der unerbittlichen Wüste, in einem höllischen Gefängnis, das "Midnight Express" wie eine Mittagspause wirken lässt, aber auch seine emotionalen Qualen angesichts der Demütigung durch seine Freunde und Ethne - hautnah. Weil der junge Mann im Sudan schon bald die eigene Identität aufgibt und das Geschehen als Wanderer zwischen den Welten wahr nimmt (und kurzfristig sogar auf der Seite der Feinde Großbritanniens reitet), kann Kapur Kolonialisten und Kolonialisierte wertfrei betrachten und in der Freundschaft zwischen Harry und Abou (der faszinierende Djimon Honsou) eine ungewöhnliche Form der Völkerverständigung zelebrieren, die er den veralteten Verhaltensregeln und dem unreflektierten Patriotismus des Empires gegenüberstellt. Heath Ledger gewährt der Regisseur als jugendlichem Papillon seine bislang stärkste Rolle, aber auch Wes Bentley und (die unterbeschäftigte) Kate Hudson fallen positiv auf in diesem Kriegsabenteuer für Bauch und Herz, das manchmal den Faden, aber doch nie den Verstand verliert. ts.

Darsteller:  Heath Ledger   als Harry Feversham
  Wes Bentley   als Lt. Jack Durrance
  Kate Hudson   als Ethne Eustace
  Djimon Hounsou   als Abou Fatma
  Michael Sheen   als Trench
  Laila Rouass   als Medizin-Mädchen
  Lucy Gordon   als Isabelle
  Nick Holder   als British Lion
  Alex Jennings   als Colonel Hamilton
  Kris Marshall   als Castleton
  Rupert Penry-Jones   als Willoughby
  Ben Uttley   als General Wosleys Aide-de-Camp
  Tim Pigott-Smith  
 
Regie:  Shekhar Kapur  
Buch:  Michael Schiffer  
  Hossein Amini  
Musik:  James Horner  
Kamera:  Robert Richardson  
Produzent:  Robert Jaffe  
  Stanley R. Jaffe  
  Marty Katz  
  Paul Feldsher  
 

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