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Die Villa

Charakter-Drama und romantischer Thriller nach einer Somerset-Maugham-Erzählung.


Die Villa

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Erhältlich seit:
07.04.2005

Originaltitel: Up at the Villa

Melodram

Großbritannien/USA 2000
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12

Kristin Scott Thomas
Sean Penn
Anne Bancroft

Regie: Philip Haas
Universal Pictures Germany

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Die Villa

Italien, 1938: Um sich von den Strapazen ihrer ersten Ehe zu erholen, zieht die Engländerin Mary nach Florenz und verkehrt dort in der feinen britisch-amerikanischen Gesellschaft. Ein älterer Diplomat macht ihr einen Heiratsantrag, doch Mary verliert ihr Herz an den jungen, verheirateten Amerikaner Rawley, ein hinreißender Draufgänger, dem die Gesellschaftsregeln herzlich egal sind. Mary wehrt sich gegen diese unvernünftige Liaison, doch nachdem Rawley ihr in einer tragischen Situation hilft, folgt sie ihrem Herzen.

Romantisches Melodrama mit Starbesetzung, das hinsichtlich Ambiente und historischem Background an "Tee mit Mussolini" erinnert. Kristin Scott-Thomas beweist erneut ihr Talent für die Darstellung tragisch-schöner Frauenfiguren; Hollywoods Bad Boy Sean Penn macht in der Rolle des charmanten Lebemanns eine überraschend gute Figur. Der deutsche Kinostart dieses liebevoll ausgestatteten Films nach einem Roman von W. Somerset Maugham wurde kurzerhand abgesagt, Fans von großem Gefühlskino freuen sich nun über die Videopremiere.

Die Villa

Nach dem von Cher aufgewerteten Damenkränzchen "Tee mit Mussolini" gönnt sich Verleih-Major UIP eine weitere Blockbuster-Pause in der Toskana, die das Klima unter den Ausländern streift, die um das Ende ihres Lethargiebiotops durch den Faschismus fürchten. Im Unterschied zu Franco Zeffirellis Film ist "Die Villa" vor allem das Porträt einer Frau, die zwischen Absicherung und Leidenschaft eine Entscheidung treffen muss. Ein quälender Prozess, der dem Zuschauer durch einige unglückliche Dialoge unerwartet heitere Momente beschert. Ohne das Plus einer mitreißenden, visuell lebendigen Geschichte tragen die gut harmonierenden Hauptdarsteller das Vermarktungsgewicht dieses Kammerspiels nahezu allein, für das Cher (190.000 Zuschauer) unerreichbar bleiben dürfte.

Noch stärker als bei Zeffirelli sind die politischen Entwicklungen nur Dekor - hier für eine Liebesgeschichte, die auf einer Novelle W. Somerset Maughams basiert und eine Zeit spiegelt, in der Frauen idealer Weise Einfluss heiraten und sich für Entertainment Liebhaber halten. So wie Anne Bancrofts Society-Diva, die der schönen Witwe Mary Panton (Kristin Scott Thomas, hier selbst eine englische Patientin) rät, es ihr gleich zu tun und den Heiratsantrag eines staubtrockenen Kolonialpolitikers anzunehmen. Während Pantons Besinnungspause sorgt ein draufgängerischer US-Casanova (auch in diesem Ambiente kein Fremdkörper: Sean Penn) für eine heftige Systemstörung im geordneten Regelkreis der Witwe, deren Güte und Mitleid freilich nicht Penn, sondern einem österreichischen Flüchtling zugute kommt, der sich nach einer Nacht mit der eigentlich Unerreichbaren vor ihren Augen das Leben nimmt. Nicht zuletzt durch die Besetzung des Flüchtlings durch den verhuscht-verklemmten Kinosonderling Jeremy Davies ("Million Dollar Hotel") rückt dieser sexuelle Gnadenakt in den Bereich des Fantasyfilms und wirkt ähnlich unglaubwürdig wie Scott Thomas' recht naive Aktionen, um sich und Penn den herumschnüffelnden Statthalter des Duce vom Leibe zu halten. Obwohl sich mit der entsorgten Leiche die Ereignisse dramatisch zuspitzen, verirrt sich unangemessene Heiterkeit in den Film, wenn die britische Lady Penns kühlen Kopf schwärmerisch lobt ("Ach Rowley, Du denkst an alles") oder ihrem möglichen Ehemann mit Hinblick auf größere Ziele ("Wir dürfen nicht nur an uns denken, Indien wartet auf dich") einen Korb gibt. Die Schauspieler halten bei Drehbuchverrenkungen wie diesen den Kopf aufrecht, vor allem Bancroft, die mit die besten Dialoge hat, und Penn, dessen Gesicht allein das Eintrittsgeld wert ist, wenn er vom erotischen Opfer seiner Begleiterin hört, die er zuvor passioniert, engagiert, aber vergeblich angebaggert hatte. Der Film insgesamt kann in der etwas einfallslosen Regie von Philip Haas eine solche Empfehlung nur gelegentlich rechtfertigen. kob.

Darsteller:  Kristin Scott Thomas   als Mary Panton
  Sean Penn   als Rowley Flint
  Anne Bancroft   als Prinzessin San Ferdinando
  James Fox   als Sir Edgar Swift
  Jeremy Davies   als Karl Richter
  Derek Jacobi   als Lucky Leadbetter
  Massimo Ghini   als Beppino Leopardi
  Dudley Sutton   als Harold Atkinson
  Lorenza Indovina   als Nina
  Roger Hammond   als Colin Mackenzie
  Clive Merrison   als Archibald Grey
  Linda Spurrier   als Hilda Grey
  Ben Aris   als Colonel Trail
  Anne Ridler   als Lady Trail
  Ann Bell   als Beryl Bryson
  Barbara Hicks   als Lulu Good
  Gianfranco Barra   als Peppino
  Gretchen Given   als Isa Mackenzie
 
Regie:  Philip Haas  
Buch:  Belinda Haas  
Musik:  Pino Donaggio  
Kamera:  Maurizio Calvesi  
Produzent:  Geoff Stier  
 

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Features

 

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Kristin Scott Thomas

Sie ist die Frau für dezente, gehobene Melodramen. Dort kann sie ihre wertvollen Gefühle verstecken und erst nach und nach zum...

 

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Sean Penn

Nach kleinen Rollen in TV-Filmen und im Theater debütierte Penn 1981 in "Die Kadetten von Bunker Hill" an der Seite von Tom Cruise. Der Durchbruch...