Liebe in Zeiten des atomaren Super-GAUs: "Soloalbum"-Macher Gregor Schnitzler verfilmt Gudrun Pausewangs berühmten Jugendroman.
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Auf der Flucht vor der "Wolke": Hannah und ihr kleiner Bruder Uli (Foto: Concorde)
Auf der Flucht vor der "Wolke": Hannah und ihr kleiner Bruder Uli (Foto: Concorde)
Kommt bei Ihnen der Strom auch aus der Steckdose? Mit solchen Fragen konfrontierten in den 70ern Befürworter der Kernenergie die ihrer Meinung nach blauäugigen Träger der legendären "Atomkraft? Nein danke!"-Buttons. Heute, rund ein Viertel Jahrhundert später, hat sich einiges getan auf diesem Gebiet.
Wir haben die Störfälle von Harrisburg und Tschernobyl überlebt, die Grünen setzen sich für alternative Energiegewinnung ein und kämpfen darum, dass es - früher oder später - keine Atomkraftwerke mehr in Deutschland geben wird.
Und schon sind wir mittendrin in "Die Wolke", der Verfilmung von Gudrun Pausewangs gleichnamigem Bestseller von 1988, dessen Thema aktueller denn je ist. Geht es doch um die berüchtigte Frage: Was wäre, wenn es in unserem Land zu einem atomaren Super-GAU käme?
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Nach einem atomaren Störfall bricht blinde Panik aus (Foto: Concorde)
Nach einem atomaren Störfall bricht blinde Panik aus (Foto: Concorde)
Inszenierter Ernstfall
Regisseur Gregor Schnitzler, bekannt durch seine Adaption von Benjamin von Stuckrad-Barres Bestseller "Soloalbum", zeigt nun die Folgen. Doch ihn interessieren nicht die tausenden von Menschen, die nach dem Störfall in einem Atomkraftwerk in der Nähe von Frankfurt sterben müssen, er kümmert sich um die Überlebenden, wie etwa die hübsche Hannah, 16 Jahre alt und frisch verliebt in Elmar.
Am Tag der Katastrophe können beide zwar fliehen, doch sie verlieren sich aus den Augen. Im Sicherheitstrakt eines Hamburger Sanatoriums treffen sie sich wieder. Elmar als Besucher, Hannah als Patientin, kontaminiert, die Haare sind ihr bereits büschelweise ausgefallen. Wird sie überleben? Wird ihre junge Liebe eine Zukunft haben?
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Elmar findet Hannah im Krankenhaus wieder (Foto: Concorde)
Elmar findet Hannah im Krankenhaus wieder (Foto: Concorde)
Ins Gesicht geschrieben
Es ist den großartigen jungen Hauptdarstellern Paula Kalenberg und Franz Dinda zu verdanken, dass diese aufreibende Lovestory vor dem Hintergrund eines atomaren Unfalls so eindringlich, so erschreckend glaubwürdig geraten ist. Denn Schnitzler lässt die Katastrophe, die man nicht sehen, nicht riechen und nicht hören kann, in den Gesichtern, im Mienenspiel seiner Protagonisten abspielen.
Das macht diese nur noch Furcht erregender, unentrinnbarer, todbringender. Und dennoch entlässt der Filmemacher sein Publikum mit einem Hoffnungsschimmer: Wahre Liebe kann eben doch Berge versetzen... Ein Film zum Nachdenken über Verantwortung, Solidarität und das, was dem Leben Sinn gibt.