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Die wundersame Welt der Waschkraft

Hans-Christian Schmid zieht packende Verbindungen von Wäsche aus Berliner Nobelhotels, polnischen Frauen, ihren Träumen und globalisierter Arbeitswelt.


Die wundersame Welt der Waschkraft

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Erhältlich seit:
11.02.2011

Originaltitel: Die wundersame Welt der Waschkraft

Dokumentarfilm

Deutschland 2009
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Regie: Hans-Christian Schmid
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Auch Wäscherinnen haben große Träume.

Die Hotels lassen ihre Wäsche in Polen waschen (Foto: Piffl) Großansicht

Die Hotels lassen ihre Wäsche in Polen waschen (Foto: Piffl)

In der Kleinstadt Gryfino in Polen bearbeiten rund 400 Frauen in der Wäscherei des deutschen Unternehmers Fliegel für Niedriglöhne die Schmutzwäsche aus Berliner Nobelhotels wie dem Hyatt. Der heiße Dampf wird vom Kraftwerk nebenan bezogen, ein Dutzend Trucks schaffen Wäsche-Container in 24 Stunden nach Berlin und zurück.

Zum fleissigen Personal von Fliegels Wäscherei gehören unter anderem die alleinerziehende Beata, die mit drei Kindern, ihrem Freund und dessen Ex-Frau in einer Wohnung lebt, außerdem Monika, die eigentlich Ärztin werden wollte, und ihr Mann.

Schön sauber, weiß und gefaltet kommt die Wäsche zurück nach Deutschland (Foto: Piffl) Großansicht

Schön sauber, weiß und gefaltet kommt die Wäsche zurück nach Deutschland (Foto: Piffl)

So geht's

Hans-Christian Schmid kehrt mit seinem ersten Dokumentarfilm seit 1992 an die deutsch-polnische Grenze zurück, die in seinem Spielfilm "Lichter" (2003) eine Hauptrolle spielte. Er konzentriert sich exemplarisch auf vier Mitarbeiter und schildert die verschiedenen Arbeitsprozesse in der Wäscherei und bei der Auslieferung und lässt auch den Firmenchef zu Wort kommen.

So entsteht ein differenziertes Bild globalisierter Arbeitsabläufe. Es beeindruckt umso mehr, da Schmid ohne Kommentar auskommt.

Die wundersame Welt der Waschkraft

Hans-Christian Schmid zieht packende Verbindungen von Wäsche aus Berliner Nobelhotels, polnischen Frauen, ihren Träumen und globalisierter Arbeitswelt.

Hans-Christian Schmid, der im Wettbewerb der Berlinale sein nicht minder aufregendes reifes Kriegsverbrecher-Drama "Sturm" präsentierte, kehrt mit seinem ersten Dokumentarfilm seit 1992 an die deutsch-polnische Grenze zurück, die in seinem Spielfilm "Lichter" (2003) eine Hauptrolle spielte. In der Kleinstadt Gryfino in Polen bearbeiten rund 400 Frauen in der Wäscherei des deutschen Unternehmers Fliegel für Niedriglöhne die Schmutzwäsche aus Berliner Nobelhotels wie dem Hyatt. Der heiße Dampf wird vom Kraftwerk nebenan bezogen, ein Dutzend Trucks schaffen Wäsche-Container in 24 Stunden nach Berlin und zurück.

Wegen der Akkordarbeit und Sonderzulagen für die Frauen, denen lange Interviews wertvolle Zeit kosten würde, konzentriert sich Schmid, der die Arbeitsphasen mit Dampfbügeleisen, in der Plätterei und bei der Auslieferung über den Film verteilt, auf vier Frauen. Die alleinerziehende Beata lebt mit drei Kindern, dem Freund und dessen Ex-Frau in einer Wohnung. Beatas Mutter Hilde wagt sich für ein halbes Jahr nach Schottland, kehrt desillusioniert zurück. Monika, die Ärztin werden wollte, arbeitet wie ihr Mann Schicht, sorgt sich um Tochter Marta, die den Job verliert. Alle sind Beispiele für Kämpfe um persönliches Glück und Würde mitten in der täglichen Schufterei.

Aus der Montage dieser und anderer angerissener Schicksale, der Arbeit in Wäscherei und Hotels und der Aussagen des Unternehmers, der in Maschinen investiert und nur ungern entlässt, entsteht ein differenziertes Bild globalisierter Arbeitsabläufe. Es beeindruckt umso mehr, als Schmid ohne Kommentar auskommt, Frauen und Bilder für sich sprechen lässt. ger.

 
Regie:  Hans-Christian Schmid  
Buch:  Hans-Christian Schmid  
Kamera:  Bogumil Godfrejow  
Produzent:  Britta Knöller  
  Hans-Christian Schmid  
 

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