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Die Wutprobe

Hinreißend verrückte Komödie, in der sich der scheinbar völlig harmlose Adam Sandler mit dem offensichtlich völlig durchgedrehten Jack Nicholson einer Wuttherapie unterziehen muss.


Die Wutprobe

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Erhältlich seit:
10.07.2008

Originaltitel: Anger Management

Komödie

USA 2003
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Adam Sandler
Jack Nicholson
Marisa Tomei

Regie: Peter Segal
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Besser geht's nicht: Bei Psychiater Jack Nicholson lernt Softie Adam Sandler drastisch, wie man(n) die Sau rauslässt.

Die Wutattacke auf den Doc hat ein gerichtliches Nachspiel Großansicht

Die Wutattacke auf den Doc hat ein gerichtliches Nachspiel

Wie kommt es, dass ein Mensch, der eigentlich keiner Fliege was zuleide tun kann, wegen Körperverletzung vor Gericht steht und in eine Therapie geschickt wird? Ganz einfach. Weil der Sitznachbar im Flugzeug Dr. Buddy Rydell alias Jack Nicholson heißt und dieser Herr mit schallendem Gelächter die Ohren von Dave Buznik malträtiert. Der wiederum die Stewardess freundlich um Kopfhörer bittet.

Daraus entwickelt sich ein Streit an dessen Ende der arme Mann mit einem Elektroschockgerät ruhig gestellt wird. Plötzlich gilt er als gemeingefährlicher Irrer und muss auf Anweisung der strengen Richterin in Rydells Therapiegruppe, einer Ansammlung durchgeknallter Typen, die nur auf Randale wartet und mit Klugscheißer-Sprüchen wie "Die Beherrschung der Aggression lernen wir nicht durch das Verlieren der Beherrschung" in Zaum gehalten wird.

Als Dave einen dieser Prolls von der Prügelei mit einem Blinden abhalten will und dabei versehentlich einer Kellnerin die Nase bricht, landet er erneut vor der Richterin - und wird zu einer höchst eigenartigen Intensivtherapie verdonnert, die beinhaltet, dass Dr. Rydell für einen Monat bei seinem Patienten einzieht.

Ales für die Katz? Nicht bei Adam Sandler, dessen Job es ist, Outfits für Haustiere zu entwerfen Großansicht

Ales für die Katz? Nicht bei Adam Sandler, dessen Job es ist, Outfits für Haustiere zu entwerfen

Teil der Therapie ist, dass Dave mitten auf der Queensboro Bridge "I feel pretty" singen, sich von einem Transvestiten anbaggern lassen und auch noch den Onkel Doktor (ohne Unterhose) an seiner Seite betten muss. Der Gipfel: der alte Lüstling macht sich gar an seine Freundin Linda (Oscar-Preisträgerin Marisa Tomei) ran. Das geht entschieden zu weit!

Superstar Nicholson und Top-Komiker Adam Sandler sind mehr als nur ein seltsames Paar. Wenn der Psychoklempner den Sanftmütigen als Wutbündel explodieren lässt, das einen früheren Mitschüler verprügelt und seinem Chef die Zähne zeigt, dann steigt der Spaßfaktor weit über Siedepunkt. Die Radikalkur vom angepassten Angestellten zum gefühlvollen und starken Traummann ist Pflichtprogrammm für jeden, der gerne lacht.

Die Wutprobe

Eine Mutprobe ist diese "Wutprobe" nicht. Risikofrei paart der neue Film von Peter Segal ("Familie Klumps und der verrückte Professor") den erfolgreichsten Komiker mit dem angesehensten Darsteller Hollywoods. Lässt den sanften "Waterboy" Adam Sandler wegen behauptetem Jähzorn vom Therapeutenteufel Jack Nicholson behandeln. So entstand eine Slapstick- und Konzeptkomödie, die dank der Stars die Absurditäten ihrer Konstruktion weitgehend vergessen lässt und Sandlers letztes Projekt "Mr. Deeds" (1,3 Millionen Zuschauer) an Resonanz doch deutlich übertreffen dürfte.

Nach "Punch-Dunk Love" gibt Sandler erneut den scheuen Punchingball für die Demütigungen seines Umfelds. Für konstante Reizung seines sympathischen, wenn auch etwas schlichten Gemüts sorgen nun nicht sieben dominante Schwestern, sondern ein exzentrischer Therapeut, der im Konzept von Drehbuchneuling David Dorfman mehr behandlungstaugliche Symptome zeigt als Sandler selbst. Tatsächlich geht es weniger um Wut als um Mut, weniger um "anger" als um "confidence".

Sandlers Figur Dave fehlt es an Selbstbewusstsein und an der Fähigkeit, sich Konflikten offensiv zu stellen und seine Gefühle in Handlungen münden zu lassen. Dass er durch permanentes Zwischenlagern seiner Emotionen auch tatsächlich eine neurotische Zeitbombe ist, beweist der Film erst in Daves finaler Heilungsphase. Zu Beginn aber ist Dave verfolgte Unschuld, landet nach einer grotesk-komischen Provokationskette einer Flugzeugcrew wegen angeblicher Aggressionsattacken in der Gruppe von Dr. Buddie Rydell (Nicholson). Ein Therapeut mit Kumpelvornamen, satanischem Grinsen und fragwürdigen Konfrontationskonzepten ist ein Heimspiel für Nicholson, der nach Totalentzug in "About Schmidt" hier wieder den "Joker" gibt. Einen kleinen Teufel, der seinen Patienten provoziert, ihn verhaltenstherapeutisch mit seinen Ängsten konfrontiert und zur Kontrolle mahnt, selbst aber parkende Autos demolieren darf - eine witzige Hommage an Nicholsons Golfschläger-"Wutprobe" vor einigen Jahren. Sandler, der zurückhaltende Part in diesem Duo, zeigt gutes Timing und gerade auch sprachlich, in Intonation und Pausensetzung, wie wichtig nicht nur der Clown, sondern auch die Reaktion darauf ist. Natürlich ist auch in Dave der Einfaltspinsel früher Sandler-Hits konserviert, wenn Buddie in den Gedichten von Daves Freundin Linda "Spuren von Emily Dickinson" entdeckt, an die sich auch Dave aus "Police Woman" (im realen Leben Angie D.) zu erinnern glaubt. Nur so ist es natürlich zu erklären, dass Dave nicht misstrauisch wird, wenn sein Therapeut bei ihm einzieht, wenn Linda in Buddie und seinem Bierbauch eine romantische Alternative zu ihm sieht.

Schneller als Dave erkennt der Zuschauer die Parallelen zu "The Game" - nicht nur, weil auch "Die Wutprobe" kein befriedigendes Finale findet und sich traditionell in eine öffentliche, hier romantische, Verlautbarung flüchtet. Für Fans von Slapstick und Situationskomik aber wird der Film funktionieren, weil die Stars gut harmonieren und Nicholson hinter Absurdität blitzschnell Autorität hervortreten lassen kann. Und wenn das dynamische Duo in New Yorks Rushhour mit einer Spontaninterpretation von "I Feel Pretty" den Verkehr aufhält, schlägt der Film musikalisch auf einer Brücke selbige zu "Reine Nervensache". "A boy like that would kill your brother", warnten schon die Girls in der "West Side Story"? Wer diese Boys sieht, hat daran keinen Zweifel. kob.

Die Wutprobe

Dave Buznik (Adam Sandler) ist gut erzogen, sanftmütig und scheu. Dennoch gerät er in einem Flugzeug in eine verbale Kontroverse mit dem Flugpersonal. Eigentlich ist er nur sich selbst treu geblieben, aber genau das wird ihm als besonders unangemessene Provokation ausgelegt. Nun muss er eine Therapie bei Dr. Buddy Rydell (Jack Nicholson) machen. Er soll dort lernen, seine Wut, seinen Ärger und Zorn unter Kontrolle zu halten. Problem: Genau das müsste Dr. Rydell eigentlich selbst erst einmal lernen!

Kurzbewertung:
Der Top-Komödien-Hit des Jahres mit Jack Nicholson und Adam Sandler! Von Regisseur Peter Segal (DIE NACKTE KANONE 33 1/3). Außerdem in Bestform: Marisa Tomei (WAS FRAUEN WOLLEN, IN THE BEDROOM), Luis Guzman (DER KNOCHENJÄGER, TRAFFIC - MACHT DES KARTELLS), John Turturro (MR. DEEDS, THE BIG LEBOWSKI).

Quelle: Sony Pictures

Filmkommentare: Peter Segal (Regie) und Adam Sandler
Dokumentationen inkl. "Making of"
Entfallene Szenen
Die besten Versprecher
Trailer

Quelle: Sony Pictures

Darsteller:  Adam Sandler   als Dave Buznik
  Jack Nicholson   als Dr. Buddy Rydell
  Marisa Tomei   als Linda
  Allen Covert   als Andrew
  Kurt Fuller   als Frank Head
  Heather Graham   als Kendra
  Luis Guzmán   als Lou
  Woody Harrelson   als Galaxia
  John Turturro   als Chuck
  Jonathan Loughran   als Nate
  John C. Reilly   als Arnie
  Kevin Nealon   als Sam
  Krista Allen   als Stacy
  January Jones   als Gina
  Rudolph W. Giuliani   als Rudolph W. Giuliani
  Lynne Thigpen   als Richterin Daniels
  Harry Dean Stanton   als Blinder Mann
  Isaac C. Singleton Jr.   als Flug-Marshall
 
Regie:  Peter Segal  
Buch:  David Dorfman  
Musik:  Teddy Castellucci  
Kamera:  Donald M. McAlpine  
Produzent:  Jack Giarraputo  
  Barry Bernardi  

Sieben Jahre für "Prinz der Raubkopierer"

Johnny Ray Gasca, in den USA als "Prinz der Raubkopierer" zu einem gewissen Ruhm gelangt, wurde von einem kalifornischen Bezirksgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Abgefilmt: "Die Wutprobe" war einer der Filme, die von Johnny Ray Gasca illegal verbreitet wurden Großansicht

Abgefilmt: "Die Wutprobe" war einer der Filme, die von Johnny Ray Gasca illegal verbreitet wurden

Johnny Ray Gasca, in den USA als "Prinz der Raubkopierer" zu einem Gewissen Ruhm gelangt, wurde vom Bezirksgericht Los Angeles zu sieben Jahren Haft verurteilt. Wie die "L.A. Times" berichtet, habe die Staatsanwaltschaft zehn Jahre gefordert, die Klägerseite zeigte sich mit dem Urteil jedoch zufrieden. Die Verurteilung Gascas zu einer langjährigen Haftstrafe gilt als Meilenstein im Kampf der Filmstudios gegen Piraterie, handele es sich doch um die erste Person, die in den USA wegen Abfilmens in Kinos vor Gericht gestellt wurde. Die "L.A. Times" bezeichnet Gasca denn auch als "Antipiraterie-Posterboy der Industrie".

Gasca wurde zuvor für schuldig befunden, in den Jahren 2002 und 2003 die Filme "Die Wutprobe", "The Core - Der innere Kern" und "8 Mile" im Kino abgefilmt und anschließend einen florierenden Handel mit den Raubkopien aufgezogen zu haben. Tagebucheintragungen förderten zutage, dass Gasca bis zu 4500 Dollar in der Woche mit dem Verkauf der Raubkopien verdient hatte. Das Gericht befand den mittlerweile 36-Jährigen auch der Verschwörung, Nutzung falscher Identitäten, Zeugenbeeinflussung und Flucht für schuldig. Gasca hatte Anfang 2004 in Anwesenheit seines Anwalts erfolgreich einen Fluchtversuch gestartet und konnte erst über ein Jahr später wieder gefasst werden.

 

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