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Die Zeit der Jugend

Familien- und Coming-of-Age-Geschichte aus den sechziger und siebziger Jahren mit Zeitkolorit und einem gereiften Kris Kristofferson.


Die Zeit der Jugend

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Erhältlich seit:
28.03.2000

Originaltitel: A Soldier's Daughter Never Cries

Drama

USA 1998
Laufzeit: 123 Min.
FSK: ab 6

Kris Kristofferson
Barbara Hershey
LeeLee Sobieski

Regie: James Ivory
e-m-s sales

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Die Zeit der Jugend

Der in Paris lebende amerikanische Schriftsteller Bill Willis und dessen Frau Marcella nehmen den siebenjährigen Benoît in ihr Heim auf. Davon ist Channe, die leibliche Tochter des Ehepaares, zunächst nicht begeistert. Doch die liebevolle Atmosphäre in der Familie sorgt für eine rasche Entkrampfung der Situation. Bald verstehen sich Channe und Benoît besser noch als echte Geschwister. Zusammen meistern sie Höhen und Tiefen einer Familie, gefangen zwischen europäischer und US-Kultur, zwischen traditionellen und modernen Lebensmustern.

Mit seinem jüngsten Werk, einer Verfilmung des autobiographischen Romans "A Soldier's Daughter Never Cries" von Kaylie Jones, Tochter des US-Schriftstellers James Jones, knüpft James Ivory nahtlos an seine Erfolgsfilme wie "Zimmer mit Aussicht" oder "Maurice" an. Dabei verweigert er sich wie immer einer schrillen Filmsprache und gibt einer Erzählweise den Vorzug, die eher auf leise Töne setzt. Kluge Dialoge, psychologisch genaue Figuren-Porträts und die detaillierte Zeichnung der filmischen Milieus sind die Markenzeichen, die sein eher intellektuelles Publikum schätzt.

Die Zeit der Jugend

"A Merchant Ivory Film" ist seit 1961 ein Gütesiegel, ein Markenzeichen für elegische Werke wie "Zimmer mit Aussicht" oder "Maurice". Bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig stieß ihr neues Werk auf positive Resonanz, eine Familien- und gleichzeitig Coming- of-Age-Geschichte aus den sechziger und siebziger Jahren mit Zeitkolorit und einem gereiften Kris Kristofferson als charismatischen Vater.

Nach "Mein Mann Picasso" suchte sich das Dreigestirn James Ivory, Ruth Prawer Jhabvala und Ismail Merchant diesmal ganz normale Menschen als Protagonisten aus, adaptierten Ivory und Jhabvala den 1990 erschienenen Roman von Kaylie Jones, der Tochter von Schriftsteller James Jones, die Autobiographisches verarbeitet. Wie die Willis-Familie in "A Soldiers Daughter never cries" verbrachten die Jones viele Jahre in Paris, bevor sie nach Amerika zurückgingen und sich in ihrer alten Heimat fremd fühlten. Erzählt wird die Story aus dem Blickwinkel der Tochter Channe Willis ( Leelee Sobieski). Der Ex-Soldat und erfolgreiche Schriftsteller Bill Willis (die Figur basiert auf James Jones) lebt mit seiner Frau Marcella (Barbara Hershey) und Tochter in Paris. Der Film beginnt an dem Tag, an dem der sechsjährige Adoptivsohn Benoit, der uneheliche Sohn einer 15jährigen Französin, in die Familie aufgenommen wird. Einfühlsam schildert James Ivory die kleinen Eifersüchteleien zwischen den Neugeschwistern, die aber bald durch Dick und Dünn gehen, ihre Schwierigkeiten in der internationalen Schule, Channes erste harmlose Liebelei. Benoit (Jesse Bradford), der den Name Billy annimmt und unbedingt Amerikaner sein möchte, fühlt sich ins zweite Glied versetzt. Deshalb ist er nicht besonders unglücklich, als die Familie Europa verläßt und ihr Domizil an der Ostküste Amerika aufschlägt. Während Bill Willis wie besessen an seinem Roman über den zweiten Weltkrieg schreibt, stürzt sich Channe in kurzfristige Liebesaffären, entwickelt sich Billy aus Trotz zu einem Couch-Potato. Erst der Schmerz über den plötzlichen Tod des Vaters führt sie wieder zusammen. Unspektakulär setzt James Ivory ein Familienmosaik aus kleinen und großen Tragödien zusammen, zeigt Harmonie und Risse in der Gemeinschaft, den Wunsch nach Selbständigkeit der Heranwachsenden, vor allem aber auch das Aufeinanderprallen kultureller Unterschiede zwischen der Alten und der Neuen Welt. Aufgeteilt ist der Film in drei Kapitel mit den Titeln Billy, Francis (Protagonist von Channes Pariser Romanze) und Dad, die jeweils schon anklingen lassen, wer in diesem Lebensabschnitt die wichtigste Rolle in Channes Leben spielt. Locker verbindet Ivory in diesem sympathischen Film die einzelnen Stränge zu einem liebevollen Blick auf das Family Life mit seinen Höhen und Tiefen. Und Urgestein Kris Kristoffersen läuft zur Hochform auf. mk.

Darsteller:  Kris Kristofferson   als Bill Willis
  Barbara Hershey   als Marcella Willis
  LeeLee Sobieski   als Channe Willis
  Jesse Bradford   als Billy Willis
  Anthony Roth Costanzo   als Francis Fortescue
  Dominique Blanc   als Candida
  Jane Birkin   als Mrs. Fortescue
  Virginie Ledoyen   als Billys Mutter
  Samuel Gruen   als Benoit
  Luisa Conlon   als junge Channe
  Isaach De Bankolé   als Mamadou
 
Regie:  James Ivory  
Buch:  James Ivory  
  Ruth Prawer Jhabvala  
Musik:  Richard Robbins  
Kamera:  Jean-Marc Fabre  
Produzent:  Ismail Merchant  
 

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