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Diese Nacht

Werner Schroeters Verfilmung eines Romans von Juan Carlos Onetti über einen einstigen Widerstandskämpfer, der in seine umkämpfte Heimatstadt zurückkehrt.


Diese Nacht (2 DVDs)

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Erhältlich seit:
18.12.2009

Originaltitel: Nuit de chien

Drama

Frankreich/Deutschland/Portugal 2008
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16

Pascal Greggory
Bruno Todeschini
Marc Barbé

Regie: Werner Schroeter
Filmgalerie 451

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Ein Widerstandskämpfer findet nach seiner Rückkehr in die Heimat große Veränderungen vor.

Der Tod hält Einzug in Santa Maria (Foto: Filmgalerie 451 (Neue Visionen) Großansicht

Der Tod hält Einzug in Santa Maria (Foto: Filmgalerie 451 (Neue Visionen)

Der Bahnhof von Santa Maria bei Nacht. Der 40-jährige Ossorio (Pascal Greggory) erscheint erschöpft mit einer Gruppe von Flüchtlingen und besiegten Soldaten. Der Held einer gescheiterten Widerstandsbewegung kehrt in die Stadt zurück, in der er alte Verbündete und seine Geliebte zu treffen hofft.

Aber alles hat sich verändert. Die Stadt ist im Griff einer zu jeder Gewalttat bereiten Miliz. Verfeindete Fraktionen prallen aufeinander. Verzweifelt versuchen die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen.

Sechs Jahre, nachdem er bei der Quinzaine in Cannes für "Deux" ausgebuht wurde, kehrt der seit den Neunzigerjahren nur noch sporadisch als Filmemacher arbeitende Werner Schroeter wieder in den Festivalbetrieb zurück: mit der Verfilmung des Romans "Para este noche" von Juan Carlos Onetti.

Ossorio trifft auf einen Hund (Foto: Filmgalerie 451 (Neue Visionen) Großansicht

Ossorio trifft auf einen Hund (Foto: Filmgalerie 451 (Neue Visionen)

Zurück im Business

Schroeter selbst rückt seinen Film in die Nähe von "A Touch of Evil" und "Kiss Me Deadly", führt aber auch Celines "Reise ans Ende der Nacht" als Referenz an.

Diese Nacht (2 DVDs)

Werner Schroeters gewaltvolle Vision einer Menschheit ohne Moral, verortet in einer fiktiven Stadt zwischen Leben und Tod, entführt ins Herz der Finsternis und der Gefühle.

Wenn ein Regisseur mit Bildern die Seele zum Frieren bringen kann, ist es Werner Schroeter. Gewalt und Obsession, Scheitern und Zerstörung prägen sein neues Werk basierend auf dem Menschenbild des Philosophen Thomas Hobbes. Der Mensch ist des Menschen Wolf lautet auch die Prämisse dieses Abgesangs auf die Zivilisation. Die Hafenstadt Santa Maria versinkt in Chaos, eine Cholera-Epidemie dezimiert die Bevölkerung, nach der Auflösung der Regierung kämpfen rivalisierende Gruppen um die Macht, eine brutale Geheimpolizei wütet durch ein Terrorregime. Vor der Stadt bereitet sich ein feindliches Heer auf die Übernahme vor. Nur ein Schiff im Hafen bietet den Verzweifelten die Möglichkeit zur Flucht. In diesem Wahnsinn nach Juan Carlos Onettis Roman "Para esta noche" sucht der Arzt und Bürgerrechtskämpfer Luis Ossorio Vignale (Pascal Greggory als im Innersten gebrochene Figur) seine einstige Geliebte. Um sie zu finden, begibt er sich auf eine Odyssee durch ein Labyrinth des Schreckens. Sie bleibt verschwunden und ein rätselhaftes Teil eines großen Puzzles, in dem Orpheus in die Unterwelt steigt, um seine Eurydike zu befreien. Frühere Weggefährten haben Ideale weggeworfen, würden alles tun, um die eigene Haut zu retten. Es herrschen nackte Willkür und perfider Verrat. Nur ein berüchtigter Nachtclub serviert weiter Champagner und laszive Träume, die in einer Orgie von Blut und Folter zerplatzen. Frauen sind Opfer, Huren, Heilige oder ein Phantom, werden gefoltert und vergewaltigt von Männern ohne Moral. Von einem Freund (Sami Frey in theatralischer Eleganz), der sich mit den begehrten Schiffstickets in die Luft sprengen will, erhält Ossorio zwei Billets für den Ozeandampfer. Doch in dieser Hölle gibt es keine Hoffnung auf ein Morgen. Das riesige Schiff nimmt unter den ersten Sonnenstrahlen Kurs in die Freiheit - ohne einen einzigen Passagier an Bord. Es ist ein Abschied von der Utopie des Humanismus und des Homo Sapiens.

In der Stimmung orientiert sich Schroeter eigenen Worten nach an Orson Welles' "Touch of Evil" und Robert Aldrichs "Kiss Me Deadly". Im Gegensatz zur fragmentarischen Struktur von "Deux" folgt Schroeter hier einer klassischen Dramaturgie. Wie in den meisten seiner Filme verbindet er eine spezielle Form der Lyrik mit einer Kombination von Hässlich und Schön, Horror und Liebreiz, Grausamkeit und Zärtlichkeit. Um die Desillusionierung optisch zu unterstreichen, wurde nur nachts und in Dunkelheit gedreht. Unter der Musik von Mozart, Rossini oder Liszt öffnet sich ein visueller Sog, ein alptraumhaftes Universum in opernhafter Opulenz und bombastischen Bildern wie aus einer anderen Welt. mk.

Diese Nacht (2 DVDs)

Santa María, eine Stadt zwischen Leben und Tod. Ossorio, der Held einer gescheiterten Widerstandsbewegung, kehrt auf der Suche nach seinen einstigen Freunden und seiner Geliebten zurück in die belagerte Stadt. Aber nicht nur die Lage hat sich verändert, auch seine Freunde: Während eine hemmungslose Miliz die Stadt terrorisiert, versucht jeder nur noch seine eigene Haut zu retten. Es bleibt nur diese Nacht zur Flucht.

Quelle: Filmgalerie 451

Darsteller:  Pascal Greggory   als Ossorio
  Bruno Todeschini   als Morasan
  Marc Barbé   als Vargas
  Amira Casar   als Irene
  Eric Caravaca   als Vilar
  Elsa Zylberstein   als Maria de Souza
  Sami Frey   als Barcala
  Nathalie Delon   als Risso
  Bulle Ogier   als Donna Inês
  Lena Schwarz   als Rosaria
  Pascale Schiller   als Agnes
  Mostefa Djadjam   als Granowsky
 
Regie:  Werner Schroeter  
Buch:  Werner Schroeter  
  Gilles Taurand  
Musik:  Eberhard Kloke  
Kamera:  Thomas Plenert  
Produzent:  Paulo Branco  
  Frieder Schlaich  
 

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Features

 

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Pascal Greggory

Französischer Film- und Theaterschauspieler. Mal einsam, hart, verschlossen und verhärtet, mal pathetisch und alt, mal komisch und...

 

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Bulle Ogier

Sie gehörte zu der Gruppe Pariser Großbürger, die Luis Bunuel in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" auf eine vertrackte Odyssee rund um Essen...