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Leihvideo
Erhältlich seit:
20.11.2009
Originaltitel: Nuit de chien
Frankreich/Deutschland/Portugal 2008
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16
Pascal Greggory
Bruno Todeschini
Marc Barbé
Regie: Werner Schroeter
Filmgalerie 451

Werner Schroeters gewaltvolle Vision einer Menschheit ohne Moral, verortet in einer fiktiven Stadt zwischen Leben und Tod, entführt ins Herz der Finsternis und der Gefühle.
Wenn ein Regisseur mit Bildern die Seele zum Frieren bringen kann, ist es Werner Schroeter. Gewalt und Obsession, Scheitern und Zerstörung prägen sein neues Werk basierend auf dem Menschenbild des Philosophen Thomas Hobbes. Der Mensch ist des Menschen Wolf lautet auch die Prämisse dieses Abgesangs auf die Zivilisation. Die Hafenstadt Santa Maria versinkt in Chaos, eine Cholera-Epidemie dezimiert die Bevölkerung, nach der Auflösung der Regierung kämpfen rivalisierende Gruppen um die Macht, eine brutale Geheimpolizei wütet durch ein Terrorregime. Vor der Stadt bereitet sich ein feindliches Heer auf die Übernahme vor. Nur ein Schiff im Hafen bietet den Verzweifelten die Möglichkeit zur Flucht. In diesem Wahnsinn nach Juan Carlos Onettis Roman "Para esta noche" sucht der Arzt und Bürgerrechtskämpfer Luis Ossorio Vignale (Pascal Greggory als im Innersten gebrochene Figur) seine einstige Geliebte. Um sie zu finden, begibt er sich auf eine Odyssee durch ein Labyrinth des Schreckens. Sie bleibt verschwunden und ein rätselhaftes Teil eines großen Puzzles, in dem Orpheus in die Unterwelt steigt, um seine Eurydike zu befreien. Frühere Weggefährten haben Ideale weggeworfen, würden alles tun, um die eigene Haut zu retten. Es herrschen nackte Willkür und perfider Verrat. Nur ein berüchtigter Nachtclub serviert weiter Champagner und laszive Träume, die in einer Orgie von Blut und Folter zerplatzen. Frauen sind Opfer, Huren, Heilige oder ein Phantom, werden gefoltert und vergewaltigt von Männern ohne Moral. Von einem Freund (Sami Frey in theatralischer Eleganz), der sich mit den begehrten Schiffstickets in die Luft sprengen will, erhält Ossorio zwei Billets für den Ozeandampfer. Doch in dieser Hölle gibt es keine Hoffnung auf ein Morgen. Das riesige Schiff nimmt unter den ersten Sonnenstrahlen Kurs in die Freiheit - ohne einen einzigen Passagier an Bord. Es ist ein Abschied von der Utopie des Humanismus und des Homo Sapiens.
In der Stimmung orientiert sich Schroeter eigenen Worten nach an Orson Welles' "Touch of Evil" und Robert Aldrichs "Kiss Me Deadly". Im Gegensatz zur fragmentarischen Struktur von "Deux" folgt Schroeter hier einer klassischen Dramaturgie. Wie in den meisten seiner Filme verbindet er eine spezielle Form der Lyrik mit einer Kombination von Hässlich und Schön, Horror und Liebreiz, Grausamkeit und Zärtlichkeit. Um die Desillusionierung optisch zu unterstreichen, wurde nur nachts und in Dunkelheit gedreht. Unter der Musik von Mozart, Rossini oder Liszt öffnet sich ein visueller Sog, ein alptraumhaftes Universum in opernhafter Opulenz und bombastischen Bildern wie aus einer anderen Welt. mk.
| Darsteller: | Pascal Greggory | als Ossorio | |
|---|---|---|---|
| Bruno Todeschini | als Morasan | ||
| Marc Barbé | als Vargas | ||
| Amira Casar | als Irene | ||
| Eric Caravaca | als Vilar | ||
| Elsa Zylberstein | als Maria de Souza | ||
| Sami Frey | als Barcala | ||
| Nathalie Delon | als Risso | ||
| Bulle Ogier | als Donna Inês | ||
| Lena Schwarz | als Rosaria | ||
| Pascale Schiller | als Agnes | ||
| Mostefa Djadjam | als Granowsky | ||
| Regie: | Werner Schroeter | ||
| Buch: | Werner Schroeter | ||
| Gilles Taurand | |||
| Musik: | Eberhard Kloke | ||
| Kamera: | Thomas Plenert | ||
| Produzent: | Paulo Branco | ||
| Frieder Schlaich | |||
Diese Nacht in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0, Französisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9
Extras: Interview, Making of, Featurettes, Alternatives Ende, Trailer
Star
Pascal Greggory
Französischer Film- und Theaterschauspieler. Mal einsam, hart, verschlossen und verhärtet, mal pathetisch und alt, mal komisch und...
Star
Bulle Ogier
Sie gehörte zu der Gruppe Pariser Großbürger, die Luis Bunuel in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" auf eine vertrackte Odyssee rund um Essen...
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