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District 9

Verstörend realistischer Actionthriller über den rücksichtslosen Umgang mit hilflosen Aliens, die eine mysteriöse DNA besitzen.


District 9

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Erhältlich seit:
08.04.2010

Science Fiction

USA 2009
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16

Sharlto Copley
David James
Jason Cope

Regie: Neill Blomkamp
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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District 9

Als vor über 28 Jahren erstmals Außerirdische über Johannesburg auftauchten, war man nicht sicher, ob dies in feindlicher oder fortschrittlicher Absicht geschieht. So wurden die Aliens übergangsweise in einer Notunterkunft, dem District 9, untergebracht. Als die Regierung nach fruchtlosen Verhandlungen die Verantwortung für die hilflosen Wesen einer privaten Firma übergibt, will diese sie für Waffenexperimente missbrauchen. Dazu werden sie umgesiedelt, wobei sich ein Mitarbeiter mit einem mysteriösen Virus ihrer DNA infiziert.

Mit "District 9" gelingt Neill Blomkamp unter der Fittiche von Produzent Peter Jackson ein beeindruckendes Debüt. Basierend auf Blokamps Kurzfilm "Alive in Joburg" entstand ein wegweisender Science-Fiction-Film mit verblüffend genialen Effekten, der sich bei Klassikern von Paul Verhoeven und David Cronenberg bedient, aber doch sehr überzeugend eigene Wege beschreitet. Sein Film funktioniert als Drama ebenso wie als prickelnder Survivalthriller, in dem Mensch und Alien zusammenfinden müssen, um höhere Gewalten zu besiegen.

District 9

Mit Peter Jackson als Produzent im Rücken realisierte der 29-jährige südafrikanische Effektespezialist Neill Blomkamp ein effektives Regiedebüt, das in Fankreisen schon jetzt als moderner Klassiker gefeiert wird.

"District 9" ist der persönliche Triumph, der auf eine schmerzhafte Niederlage folgt: Neill Blomkamp war von Peter Jackson eigentlich als Regisseur der aufwändigen Videogame-Verfilmung "Halo" ausgewählt worden. Als das Projekt von Universal nach halbjähriger Entwicklung abgeblasen wurde, ließ Jackson seinen Protegé nicht fallen: Er sicherte ihm 30 Mio. Dollar Budget zu, um aus der Prämisse seines sechsminütigen Kurzfilms "Alive in Joburg" von 2005 einen Science-Fiction-Stoff in Spielfilmlänge zu machen, in dem es um das nicht ganz so harmonische Zusammenleben von Menschen und Außerirdischen im Johannesburg der Gegenwart geht. Die Mischung aus Fantasy und Realität, um eine als alltäglich empfundene Unmöglichkeit in einem wiedererkennbaren, nachvollziehbaren Hier und Jetzt, ist denn auch der Clou, das gewisse Etwas, das District 9 bereits konzeptionell aus dem Gros vergleichbarer Genreprodukte, ganz besonders J.J. Abrams ähnlich gestricktem, aber längst nicht so überzeugenden "Cloverfield", herausragen lässt.

Blomkamps Film ist durchdachter, runder, mit mehr Selbstbewusstsein und klar definierter Vision realisiert. Er nutzt seinen Lo-Fi-Look gezielt zu seinem Nutzen, denn die Effekte sind in die aus der Hüfte geschossenen Action so brillant und souverän integriert, dass man sie als solche gar nicht wahrnimmt. Tatsächlich wäre es gar nicht nötig gewesen, die erste Hälfte als Pseudodokumentation im Stil von "Mann beißt Hund" oder "Blair Witch Project" zu inszenieren, um das Publikum von der Unmittelbarkeit des Gezeigten zu überzeugen. Der zweite Teil, mehr im Stil eines "RoboCop" oder "Starship Troopers" gedreht, entfaltet eine deutlich höhere Sogwirkung und ist stellenweise einfach richtig gut. Da hat man dann auch längst die etwas mühsame Exposition hinter sich gelassen, in der Blomkamp sein Filmuniversum erklärt.

28 Jahre sind vergangen, seitdem ein gewaltiges Raumschiff über Johannesburg strandete, das seither wie ein kleiner Bruder der Zerstörungsmaschinen aus Independence Day im Himmel hängt. Seine Insassen, ein insektenartiges Volk ohne erkennbare Anführer oder Hierarchie, werden in einem Township - dem District 9 - angesiedelt, wo sie sich rasend vermehren, ohne jemals soziale Strukturen zu entwickeln. Den Menschen sind die Fremden ein Dorn im Auge, gewaltsame Übergriffe sind an der Tagesordnung, bis die "Prawns" (Garnelen), wie die Außerirdischen abschätzig getauft wurden, in ein neues Lager weit außerhalb Johannesburgs gebracht werden sollen. Die eigentliche Handlung setzt mit dieser gewaltsamen Deportation ein, mit der der unscheinbare Regierungsagent Wikus van der Merwe beauftragt wurde, ein kleines Licht im Gefüge der undurchsichtigen Multi-National United, der seine Aufgabe nicht hinterfragt und so ernst nimmt wie er seine Frau und Kinder liebt. Als er mit einer ungewöhnlichen Substanz in Verbindung kommt, setzt ein Mutationsprozess ein, der sich am ehesten mit der Verwandlung von Jeff Goldblum in "Die Fliege" vergleichen lässt, ohne allerdings David Cronenbergs Aids-Metapher zu vertiefen: Blomkamp spielt eher mit grundlegenden Gedanken von Anderssein und Menschlichkeit. Van der Mewe wird fortan von den eigenen Leuten und einer Gruppe nigerianischer Gangster gejagt und findet Zuflucht ausgerechnet im District 9.

Was gerade noch als menschliches Drama ebenso gut funktionierte wie als - bisweilen heikle - soziopolitische Satire im Stil der Hollywood-Filme Paul Verhoevens, wandelt sich nun in einen kompromisslosen Überlebenskampf, der genug Überraschungen bereit hält, um sich seine Originalität bis zum letzten Dreh bereit zu halten, obwohl offensichtlich wird, dass Blomkamps Mühen um Authentizität sich auf ein Weltverständnis beruft, das weniger mit der Realität als mit seinen einschneidenden Filmerlebnissen seiner Jugend zu tun hat. Dennoch ist "District 9" ein Erlebnis, zumal Hauptdarsteller Sharlto Copley, ein enger Freund Blomkamps ohne vorherige Darstellererfahrung, als kafkaesker Sympathieträger in den Mühlen höherer Gewalten - ähnlich wie Jonathan Pryces Sam Lowry in Brazil, aber mit dem Aussehen des jungen Robert De Niro - ausgezeichnet ist. Weil ein durchschlagender Welterfolg zu erwarten ist, darf man sich jetzt schon auf Blomkamps angekündigte Fortsetzung (und ein mögliches Prequel) freuen: Aliens sind die besseren Menschen. Und Filmhelden. ts.

District 9

Produzent Peter Jackson (Trilogie "Der Herr der Ringe") und Regisseur Neill Blomkamp haben wir einen erstaunlich innovativen Science Fiction-Actionfilm zu verdanken, der "tief in die Phantasie seiner Schöpfer blicken lässt" (Peter Travers, Rolling Stone). Mit grandiosen Spezialeffekten und einer gehörigen Portion Realismus tauchen wir in eine Welt ein, in der Außerirdische gelandet sind und in einen Slum am Stadtrand von Johannesburg verbannt wurden. Ein Mann lüftet das mysteriöse Geheimnis der extraterrestrischen Waffentechnologie. Bei seiner Verfolgung durch die seltsamen Gassen einer außerirdischen Barackenstadt (Shantytown) erfährt er am eigenen Leib, was es heißt, der letzte Außenseiter auf dem eigenen Planeten zu sein.

Quelle: Sony Pictures

Kommentar des Regisseurs
Entfallene Szene
The Alien Agenda: Protokoll eines Filmemachers, 3-teiliger Dokumentarfilm

Quelle: Sony Pictures

Darsteller:  Sharlto Copley   als Wikus Van De Merwe
  David James   als Koobus Venter
  Jason Cope   als Christopher Johnson
  Vanessa Haywood   als Tania
 
Regie:  Neill Blomkamp  
Buch:  Neill Blomkamp  
  Terri Tatchell  
Musik:  Clinton Shorter  
Kamera:  Trent Opaloch  
Produzent:  Peter Jackson  
  Carolynne Cunningham  

Matt Damon will Hauptrolle in "District 9"-Nachfolger

"Ich liebe 'Disctrict 9', es war einer meiner Lieblingsfilme im letzten Jahr."

"Elysium" reizt Matt Damon, so dass er sich um die Hauptrolle bewirbt. (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

"Elysium" reizt Matt Damon, so dass er sich um die Hauptrolle bewirbt. (Foto: Kurt Krieger)

Matt Damon will die Hauptrolle im neuen Film von "District 9"-Regisseur Neill Blomkamp "Elysium" spielen - und zwar unbedingt: "Ich möchte wirklich, wirklich, wirklich ganz doll sehr mit Neill zusammenarbeiten", beteuert der "Bourne Identität"-Star. "Ich glaube, Neill ist ein Genie. Ich liebe 'Disctrict 9', es war einer meiner Lieblingsfilme im letzten Jahr. So hoffe ich nun, dass das klappt."

Die Chancen für eine Zusammenarbeit zwischen Blomkamp und Matt Damon stehen gut, denn eben ist dem Regisseur seine ursprünglich vorgesehene Besetzung abgesprungen: Sharlto Copley, der in "Disctrict 9" die Hauptrolle spielte, stieg aus und nun wünscht sich Blomkamp Matt Damon.

Nach "Avatar" sollte Matt Damon jetzt zuschlagen

Am Wollen der Beteiligten liegt es also nicht. Doch da sind immer noch die anderen Verpflichtungen, die Matt Damons Terminkalender verstopfen und ihm am Ende einen Strich durch die Rechnung machen könnten. So kam es auch, dass Damon die Hauptrolle in "Avatar" ablehnte. "Mein Zeitplan hatte dieses Projekt einfach nicht zugelassen, was zu schade war, denn ohne mich büßte Jim eine Menge Kohle an der Kinokasse ein", scherzt der Star.

Der Science-Fiction-Film "Elysium" soll in der Zukunft auf einem anderen Planeten spielen und keine Fortsetzung von "Disctrict 9" werden. Weiter ist zur Handlung noch nichts bekannt und auch Matt Damon hält sich bedeckt: "Es steckt eine großartige Idee dahinter und ich werde zumindest nicht als zehn Meter langes, blaues Alien auftreten."

 

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