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Domino - Live Fast, Die Young

Visuell bestechender Actionthriller über Domino Harvey, Tochter von Schauspieler Laurence Harvey, die eine Karriere als Topmodel aufgab, um Kopfgeldjägerin zu werden.


Domino - Live Fast, Die Young

Leihvideo

Erhältlich seit:
11.05.2006

Originaltitel: Domino

Action/ Thriller

USA 2005
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 16

Keira Knightley
Mickey Rourke
Edgar Ramirez

Regie: Tony Scott
Highlight Communications (Deutschland)

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Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse bekanntlich überall hin! Oder sie werden wie Keira Knightley Kopfgeldjägerin!

Mutters Albtraum: Unangepasste Tochter - Model - Kopfgeldjägerin (Foto: Constantin) Großansicht

Mutters Albtraum: Unangepasste Tochter - Model - Kopfgeldjägerin (Foto: Constantin)

Action-Spezialist Tony Scott ("Der Staatsfeind Nr. 1") lernte vor über zehn Jahren die reale Domino Harvey, renitente Tochter eines Filmstars, gelangweiltes Model, schließlich die härteste Kopfgeldjägerin von Los Angeles, kennen. Auf der Basis ihrer Biografie schuf er einen Thriller, der das Zeug zum Kultfilm hat, mit einer furiosen Keira Knightley ("Fluch der Karibik") in der Hauptrolle.

Und wie so oft im Leben der echten Domino, lässt auch Scott seinen Film in einer Extrem-Situation anfangen: Die FBI-Agentin (Lucy Liu) beginnt mit dem Verhör. Die nächsten Stunden werden entscheiden, ob Domino im Gefängnis, der Klapse oder - unwahrscheinlich - in Freiheit weiterlebt.

Schieß-Gesellen: Mit Choco und Ed Moseby zieht Domino los (Foto: Constantin) Großansicht

Schieß-Gesellen: Mit Choco und Ed Moseby zieht Domino los (Foto: Constantin)

Gefährliches Leben

Doch wenn man der irren Achterbahnfahrt ihres Lebens lauscht, ist es ein Wunder, dass sie überhaupt noch eines hat! Denn ein Millionen-Raub, Mafiosi auf dem Bandenkriegspfad, schießwütige Straßengangs, afghanische Sprengstoff-Experten und ein wild gewordener Reality-TV-Produzent kreuzten unlängst in lebensgefährlicher Art ihren Weg. Und noch ist die Fahrt nicht vorbei!

Domino - Live Fast, Die Young

Das ungewöhnliche Leben der taffen Kopfgeldjägerin Domino Harvey diente Regisseur Tony Scott als Grundlage für ein Action geladenes Biopic, wobei er den visuellen Overkill seiner Racheorgie "Mann unter Feuer" noch toppt.

Die im Sommer 2005 kurz vor Fertigstellung des Film an einer Überdosis verstorbene Titelheldin (von "Piraten der Karibik"-Schönheit Keira Knightly teils ein wenig leichtgewichtig mit "Showgirls"-Flair porträtiert) war eine schillernde Figur: Als Tochter des britischen Filmstars Laurence Harvey (tritt per "Botschafter der Angst"-Ausschnitt auf) und eines Vogue-Models war sie zwar privilegiert in England aufgewachsen, doch wurde sie aufgrund ihrer rebellischen Ader von vier Schulen verwiesen. Eine zeitlang jobbte sie als Model. Die spätere Ehe ihrer Mutter mit Hard-Rock-Café-Gründer Peter Morton führte sie schließlich nach Los Angeles. Dort begann die zart gebaute Messer- und Martial-Arts-Expertin ihre Karriere als Kopfgeldjägerin und war daran beteiligt, einen der gefürchtetsten Gangleader zu verhaften. An sich schon der sensationelle Stoff, aus dem Hollywoodgeschichten geschrieben sind. Doch "Donnie Darko"-Drehbuchautor Richard Kelly steuerte zu dem in Wahrheit bereits unglaublichen Szenario noch diverse fiktionalisierte Elemente hinzu. So werden Domino und ihre beiden Partner Ed (ein fabelhafter Mickey Rourke in einer leider viel zu mickrigen Rolle) und Choco (Edgar Ramirez) zwecks Mediensatire und beißendem Kulturkommentar zu Stars der Realityshow "The Bounty Squad" gemacht, die von Ian Ziering und Brian Austin Green aus der TV-Serie "Beverly Hills 90210"(als sie selbst) inkompetent moderiert wird. In typischer Tarantino-Tradition wird zudem eine Plotschlaufe um korrupte Verkehrsamtbürokraten, ein Millionenraubzug, einen rachsüchtigen Mafiaboss, einen skrupellosen Casinobesitzer und einen afghanischen Explosionsexperten gewoben. Dazu passend gibt es Cameoauftritte von Tom Waits als predigenden Unterweltsboten und Christopher Walken als verschrobenen TV-Produzenten.

Dabei ist nicht nur die mit roher Gewalt versehene Story schon over-the-top. Scotts Ziel ist es offenbar, dies mit optischer Holzhammer-Methode im Look des Films nachhaltig zu reflektieren. Verwackelte grobkörnige Bilder, rastloses Zooming, ruckartige Kameraschwenks und schwindelerregende Umkreisungen, Doppelbelichtungen, eine tiefsaturierte Farbpalette in giftig grün-gelb, all dies mit einem desorientierenden Speedfreak-Schnitt zusammengestückelt, vermitteln den Eindruck, einen Sicherheitsgurt im Kinosessel zu benötigen - das visuelle Äquivalent eines Mescalin-Trips. Trotz dieser Stilsalti bleibt die mangelnde erzählerische Substanz offenbar. Woher beispielsweise Dominos aufgestaute Aggressionen kommen, die sie durch die gefährlichen Adrenalinkicks ihres Jobs auslebt, wird nur angedeutet. Das potentielle Liebesdreieck zwischen Domino und ihren beiden Partnern wird ebenfalls nur inkonsequent angeschnitten. Auch die Szenen mit religiöser Symbolik, die Scott schon ausgiebig in "Mann unter Feuer" benutzte, wirken letztlich nur als Posen. Doch nichts anderes will dieser hyperventilierende Film sein: eine Übung in Exzess, in filmischem Nihilismus. Und als solche hat er seinen Platz in der Filmgeschichte sicher. ara.

Darsteller:  Keira Knightley   als Domino Harvey
  Mickey Rourke   als Ed Moseby
  Edgar Ramirez   als Choco
  Rizwan Abessi   als Alf
  Ian Ziering   als Ian Ziering
  Brian Austin Green   als Brian Austin Green
  Christopher Walken   als Mark Heiss/ TV-Produzent
  Mena Suvari   als Assistentin des Produzenten/ Kimmie
  Jacqueline Bisset   als Sophie Wynn
  Lucy Liu   als Taryn Miles
  Delroy Lindo   als Claremont Williams III
  Mo'Nique   als Lateesha Rodriguez
  Macy Gray   als Lashindra Davis
  Shondrella Avery   als Lashandra Davis
  Joseph Nuñez   als Raul Chavez
  Dabney Coleman   als Drake Bishop
  Stanley Kamel   als Antony Cigliutti
 
Regie:  Tony Scott  
Buch:  Richard Kelly  
  Steve Barancik  
Musik:  Harry Gregson-Williams  
Kamera:  Dan Mindel  
  Drew Boughton  
Produzent:  Samuel Hadida  
  Tony Scott  
  Ridley Scott  

"Ich will schöne Geschichten erzählen"

In "Domino" zeigt sich Keira Knightley von einer völlig neuen Seite. Die 20-Jährige spielt Domino Harvey, eine knallharte Kopfgeldjägerin. Glücklicherweise gibt sich Keira im Interview so bezaubernd, wie man sie kennt.

Harter Stoff: Keira Knightley als Actionbraut Domino Harvey (Foto: Constantin) Großansicht

Harter Stoff: Keira Knightley als Actionbraut Domino Harvey (Foto: Constantin)

» Keira, warum dieser abrupte Rollenwandel?

KEIRA KNIGHTLEY: Ich bin Schauspielerin und will mich in verschiedenen Rollen ausprobieren. "Domino" hat mir nach diversen Kostümfilmen die Chance gegeben, mal eine starke Frau von heute zu porträtieren.

Domino Harvey gab es wirklich. Sie war die Tochter des Hollywood-Stars Laurence Harvey, wollte zunächst Model werden, arbeitete dann aber als Kopfgeldjägerin. Das ist die wahre Ausgangssituation, alles andere im Film ist fiktiv.

Allzeit schussbereit mit Mickey Rourke, ihr Partner Ed in "Domino" (Foto: Constantin) Großansicht

Allzeit schussbereit mit Mickey Rourke, ihr Partner Ed in "Domino" (Foto: Constantin)

» ... und manchmal ganz schön heftig und brutal. Haben Sie sich damit wirklich wohl gefühlt?

Man kennt das von Kindern, die wissen, dass sie sich ungezogen verhalten, davon aber nicht lassen können und sich dabei amüsieren. Genauso kam ich mir oft bei den Dreharbeiten zu "Domino" vor. Für mich ist der Film eine schwarze Komödie mit überzogenen Action- und Gewaltszenen, durch die das Publikum wie in einer Achterbahn hin- und hergeworfen wird.

» Trauriger Hintergrund dabei ist, dass Domino Harvey kurz nach Drehschluss im Juni 2005 an einer Überdosis Schmerztabletten gestorben ist. Sie wurde nur 35 Jahre alt.

Dass sie so tragisch und früh sterben musste, hat uns alle sehr mitgenommen. Ich selbst bedaure, dass ich sie nur einige Male getroffen habe. Gern hätte ich mehr Zeit gehabt, sie richtig kennen zu lernen, doch Regisseur Tony Scott meinte, ich sollte die Rolle mehr aus mir selbst herausholen. Das tat ich dann auch. Was mir allerdings sehr half, waren die Fotos und Tonaufnahmen, die sie mir noch vor ihrem Tod schickte. So bekam ich eine Ahnung, wie sie dachte und fühlte.

 

Domino - Live Fast, Die Young in der Fotoshow

 

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