DVD Leihvideo

Dorfpunks

Gut beobachtete, bisweilen auch melancholische Komödie über das Aufwachsen in der norddeutschen Provinz in den 80erJahren.


Dorfpunks

Leihvideo

Erhältlich seit:
16.10.2009

Drama

Deutschland 2008
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12

Cecil von Renner
Ole Fischer
Pit Bukowski

Regie: Lars Jessen
good!movies

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Das wichtigste an einer Band ist der Name: Warhead!

Die selbsternannte Punkband trifft sich eher zum Saufen als zum Üben (Foto: Piffl) Großansicht

Die selbsternannte Punkband trifft sich eher zum Saufen als zum Üben (Foto: Piffl)

Im Sommer 1984 in der norddeutschen Provinz von Schmalenstedt kommen Malte (Cecil von Renner), der sich Roddy Dangerblood nennt, und seine Kumpels auf die Schnaps-Idee, eine Punk-Band zu gründen. Mit Roddy, Fliegevogel (Ole Fischer), Flo (Daniel Michel), Sid (Pit Bukowski), Piekmeier (Laszlo Horwitz) und Günni (Samuel Auer) nebst Hund trifft er sich regelmäßig in einer Waldlichtung, um am Lagerfeuer Bier zu trinken und abzuhängen.

Sie denken lange über den Band-Namen nach, für Üben bleibt wenig Zeit. Es werden eigentlich auch nur zwei Auftritte absolviert, ziemlich schlecht, aber mit ganz viel Punk-Attitüde.

Die Frisur muss natürlich immer sitzen (Foto: Piffl) Großansicht

Die Frisur muss natürlich immer sitzen (Foto: Piffl)

Punk auf dem Land

Regisseur Lars Jessen ("Am Tag als Bobby Ewing starb") verfilmte Rocko Schamonis Kultroman über eine Jugend in den 80er Jahren, die vom Punk und der ländlichen Umgebung geprägt ist. In Sprache, Tonalität und Bild hat Jessen den Zeitgeist recht genau getroffen, seine junge Darstellertruppe macht ihre Sache gut.

Insgesamt mag der Film vielleicht zu zahm und glatt sein. Komisches Highlight ist auf jeden Fall die Suche nach dem Bandnamen. Der Musik- und Coming-of-Age-Film ist auch eine Art nordischer Heimatfilm.

Dorfpunks

Von einer Jugend ohne Tugend erzählt Regisseur Lars Jessen in seiner einfühlsamen Adaption von Rocko Schamonis Kultroman.

"Die Jugend hat kein Ideal, keinen Sinn für wahre Werte"... so lautet eine Zeile aus Wolfgang Ambros' Hit "Zwickt's mi", der dem Austro-Popper 1975 endgültig zum (internationalen) Durchbruch verhelfen sollte. Punk war gerade am entstehen, in London und New York, "No Future" lautete nach den Sex Pistols das Schlagwort der Stunde und wer als junger Mensch etwas auf sich hielt, gab sich rüpelhaft, rebellisch und nonkonformistisch. Das "Verschwende deine Jugend" wurde zum Lebensprinzip erhoben und kaum zehn Jahre später war es auch schon in der deutschen Provinz angekommen. Beim Musiker Rocko Schamoni beispielsweise, Jahrgang 1968, aufgewachsen in Lütjenburg in der Holsteinischen Schweiz.

Dessen Roman "Dorfpunks" hat Lars Jessen adaptiert und dabei gleichzeitig Motive seines Kinoerstlings "Am Tag als Bobby Ewing starb" variiert. Im Sommer 1984 spielt die Coming-of-Age-Geschichte, in der Malte Ahrens, der sich jetzt Roddy Dangerblood (Cecil von Renner) nennt, mit seinen Kumpels eine Punk-Band gründet. Nur zwei Auftritte werden sie absolvieren, einen mäßig umjubelten ersten - "Merkt ihr was, Leute? Eben waren wir noch Scheiße... und jetzt sind wir 'ne Band!! - und einen zweiten, der endet, bevor er begonnen hat. Gerne treffen sich die Jungs, Roddy, Fliegevogel, Flo, Sid, Piekmeier und Günni nebst Hund, im Waldversteck, trinken Bier aus der Dose und pissen ins Lagerfeuer. Dazwischen träumen sie von Sex, gehen mit dem Schlauchboot auf der Ostsee unter und legen sich mit den braven Bürgern vom Schmalenstedt an, deren Marktplatz sie durch ihre Anwesenheit verunstalten.

Die Suche nach der Musik, dem richtigen Ton und dem Bandnamen, der sich alle paar Minuten ändert, steht hier stellvertretend für die Suche nach dem Platz im Leben. Man will anders sein als die liberalen Eltern, man definiert sich über Freundschaft und "Mode" und stellt fest, dass man doch Opfer bringen muss, um weiter zu kommen. Zum Sehnsuchtsort werden darüber die ländliche Heimat und die 80er Jahre - ironisch gebrochen zwar, aber leider nostalgisch verklärt. In Sprache, Tonalität und Bild hat Jessen den damaligen Zeitgeist recht genau getroffen, seine junge Darstellertruppe macht ihre Sache gut. Nur gerät das Ganze insgesamt zu glatt, zu nett, zu stromlinienförmig. Und Stromlinienförmigkeit und Nettigkeit waren definitiv nicht Sache der Punks - denn: Traue keinem über Zwanzig. geh.

Darsteller:  Cecil von Renner   als Roddy Dangerblood
  Ole Fischer   als Fliegevogel
  Pit Bukowski   als Sid Schick
  Samuel Auer   als Günni
  Daniel Michel   als Flo
  Laszlo Horwitz   als Piekmeier
  Axel Prahl   als Mascher
  Friederike Wagner   als Mama
  Peter Jordan   als Papa
  Bojan Heyn   als Schwester
 
Regie:  Lars Jessen  
Buch:  Norbert Eberlein  
Musik:  Jakob Ilja  
Kamera:  Michael Tötter  
Produzent:  Florian Koerner von Gustorf  
  Michael Weber  
 

Dorfpunks in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Axel Prahl

Regisseur Andreas Dresen, mit dem Axel Prahl mehrere Kinospielfime drehte, bescheinigt seinem Lieblingsdarsteller "Grundwärme, Bodenständigkeit und...

 

Star

Peter Jordan

Peter Jordan begann seine Schauspiel-Karriere Mitte der 1990er-Jahre am Theater. Neun Jahre lang war er einer der Stars des Hamburger Thalia...