Hamburgerbraterin Carmen feiert gerade ihren Junggesellinnenabschied, als ein Kellner sie über jenen obskuren französischen Brauch informiert, nachdem die Braut vor ihrer Hochzeit noch einmal einen Fremden küssen soll. Carmen küsst Kit und verliebt sich bis über beide Ohren in den charmanten Habenichts. Hin- und hergerissen zwischen der verbotenen Liebe und ihrem reichen britischen Beau, der ihr heulsusig den Suizid androht, ahnt sie nicht, bloß der Spielball in einem abgekarteten Spiel zu sein.
Die Exilspanierin schwingt die Kastagnetten und der Latin Lover schenkt seiner Angebeteten natürlich Gabriel Garcia Marquez in diesem sich mit fortschreitender Dauer abgründiger gestaltenden Latino-Techtelmechtel vor britischen Kulissen, das wie eine heitere Love Story beginnt und als medienkritisch unterminierter Psychothriller endet, womit nicht jeder Zuschauer rechnen bzw. klar kommen dürfte. Gewöhnungsbedürftige Balance mithin, doch auch ein origineller, ambitionierter Streich in technisch tadellosem Gewand.