DVD Leihvideo

Dr. Alemán

Authentisches und ehrliches Drama über das Leben in den kolumbianischen Favellas.


Dr. Alemán

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.02.2009

Drama

Deutschland/Kolumbien 2008
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 16

August Diehl
Marleyda Soto
Andrés Parra

Regie: Tom Schreiber
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Authentisches und ehrliches Drama über das Leben in den kolumbianischen Favelas.

Marc heißt auf den Straßen der kolumbianischen Stadt Calis nur Dr. Alemán - der deutsche Arzt (Foto: Zorro) Großansicht

Marc heißt auf den Straßen der kolumbianischen Stadt Calis nur Dr. Alemán - der deutsche Arzt (Foto: Zorro)

Medizinstudent Marc (großartig: August Diehl) absolviert sein praktisches Jahr als Arzt im Krankenhaus der kolumbianischen Drogenhochburg Calis. Schon der erste Tag konfrontiert ihn mit der hässlichen Seite der Stadt: In der Notaufnahme operiert er Schussverletzungen.

Als Marc von seiner Gastfamilie herausgeworfen wird, weil die Tochter mit ihm flirtet, schlüpft er bei der Kioskbesitzerin Wanda unter, die sich um die Straßenkinder ihres Viertels kümmert. Dort kommt der Deutsche mit einer ganz anderen Kultur in Kontakt und lernt hautnah die Gesetze der kolumbianischen Straße kennen.

Verwundete Kinder stehen auf der Tagesordnung (Foto: Zorro) Großansicht

Verwundete Kinder stehen auf der Tagesordnung (Foto: Zorro)

Verirrt im Drogensumpf

Eine dichte Milieu- und Charakterstudie zeichnet Tom Schreiber in seinem Drama um einen naiven Jungmediziner, der sich in den Drogensumpf einer kolumbianischen Stadt verirrt. Er vermeidet einen reißerischen Ansatz und bietet statt Thrill und Action ein authentisches Drama mit unterschwelliger Spannung. Dass das gelingt, liegt vor allem an den großartigen Leistungen seiner Darsteller.

Dr. Alemán

Einen Kontrapunkt zum frenetischen "City of God" bildet Tom Schreibers realitätsnahe Studie eines scheiternden Kulturkontakts, bei dem ein deutscher Medizinstudent das tödliche Gesetz der kolumbianischen Straße kennen lernt.

Schreibers Blick wendet sich in die Ferne südamerikanischer Citys, wo Gangster wie Götter über die selbst erschaffene Unterwelt herrschen, oder gleich Elitetruppen im Search&Destroy-Modus unerklärte Kriege vom Zaun brechen ("Tropa de Elite"). Deren reißerischen Ansatz unterläuft der 40-jährige Kölner mit einem vollkommen authentischen Drama, das Alltag, Verhalten und Milieu mit dokumentarischer Ehrlichkeit erfasst, die darüber hinaus nicht zur Pose verkommt.

Schon der erste Tag im Krankenhaus der Drogenhochburg Calis, wo er sein praktisches Jahr als Arzt absolviert, konfrontiert den 26-jährigen Medizinstudenten Marc (August Diehl) mit der hässlichen Seite der Stadt: In der Notaufnahme operiert er Steckschüsse und entfernt ein Projektil mit der Gravur "J" - dem Zeichen von El Juez, einem gefürchteten Killer, der die Favelas regiert. Als Marc von seiner Gastfamilie herausgeworfen wird, nimmt ihn die raue Kioskbesitzerin Wanda (Marleyda Soto) auf, die sich um Straßenkinder ihres Viertels kümmert. Bald wird Marc als "der deutsche Doktor" in Siloé bekannt, will aber nicht wahrhaben, welch gefährliches Pflaster das Elendsviertel ist - er und Wanda sind längst im Visier des Killers.

Das könnte nun zu einer reichlich klischeehaften Kolportage verkommen, aber Schreiber hat anderes im Sinn: Ihm gelingt das Kunststück, eine dichte Milieu- und Charakterstudie über einen rätselhaften Abenteurer zu formen, der dem Reiz der Fremde erliegt und ohne Berührungsängste Vollkontakt mit der einheimischen Bevölkerung aufnimmt. Er spiel Straßenfußball mit Kriminellen, verliebt sich in Wanda, schnupft Kokain von einer Jugendgang und glaubt bei all dem, über den Verhältnissen zu stehen. Dass er - schon als Drogenkonsument - bereits verstrickt ist (à la "Traffic"), will ihm nicht in den Sinn. Es ist erstaunlich, wie unerschütterlich naiv Marc seine gedankenlosen Abenteuer erlebt, ohne aus ihnen zu lernen: Er rechnet nicht mit den Konsequenzen, die sein Verhalten bedingt. Das gibt dem stark gespielten Drama, neben dem zuverlässigen Diehl treten vier kolumbianische Theaterschauspieler und einige Amateure auf, eine permanent unterschwellige Spannung und die Aura eines tragischen Scheiterns. tk.

Darsteller:  August Diehl   als Marc
  Marleyda Soto   als Wanda
  Andrés Parra   als Héctor Lúis
  Hernán Méndez   als Dr. Mendez
  Victor Villegas   als El Juez
  David Steven Bravo   als Pavito
 
Regie:  Tom Schreiber  
Buch:  Oliver Keidel  
Musik:  Josef Suchy  
Kamera:  Olaf Hirschberg  
Produzent:  Harry Flöter  
  Jörg Siepmann  
 

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