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Leihvideo
Erhältlich seit:
27.02.2009
Deutschland/Kolumbien 2008
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 16
August Diehl
Marleyda Soto
Andrés Parra
Regie: Tom Schreiber
good!movies

Einen Kontrapunkt zum frenetischen "City of God" bildet Tom Schreibers realitätsnahe Studie eines scheiternden Kulturkontakts, bei dem ein deutscher Medizinstudent das tödliche Gesetz der kolumbianischen Straße kennen lernt.
Schreibers Blick wendet sich in die Ferne südamerikanischer Citys, wo Gangster wie Götter über die selbst erschaffene Unterwelt herrschen, oder gleich Elitetruppen im Search&Destroy-Modus unerklärte Kriege vom Zaun brechen ("Tropa de Elite"). Deren reißerischen Ansatz unterläuft der 40-jährige Kölner mit einem vollkommen authentischen Drama, das Alltag, Verhalten und Milieu mit dokumentarischer Ehrlichkeit erfasst, die darüber hinaus nicht zur Pose verkommt.
Schon der erste Tag im Krankenhaus der Drogenhochburg Calis, wo er sein praktisches Jahr als Arzt absolviert, konfrontiert den 26-jährigen Medizinstudenten Marc (August Diehl) mit der hässlichen Seite der Stadt: In der Notaufnahme operiert er Steckschüsse und entfernt ein Projektil mit der Gravur "J" - dem Zeichen von El Juez, einem gefürchteten Killer, der die Favelas regiert. Als Marc von seiner Gastfamilie herausgeworfen wird, nimmt ihn die raue Kioskbesitzerin Wanda (Marleyda Soto) auf, die sich um Straßenkinder ihres Viertels kümmert. Bald wird Marc als "der deutsche Doktor" in Siloé bekannt, will aber nicht wahrhaben, welch gefährliches Pflaster das Elendsviertel ist - er und Wanda sind längst im Visier des Killers.
Das könnte nun zu einer reichlich klischeehaften Kolportage verkommen, aber Schreiber hat anderes im Sinn: Ihm gelingt das Kunststück, eine dichte Milieu- und Charakterstudie über einen rätselhaften Abenteurer zu formen, der dem Reiz der Fremde erliegt und ohne Berührungsängste Vollkontakt mit der einheimischen Bevölkerung aufnimmt. Er spiel Straßenfußball mit Kriminellen, verliebt sich in Wanda, schnupft Kokain von einer Jugendgang und glaubt bei all dem, über den Verhältnissen zu stehen. Dass er - schon als Drogenkonsument - bereits verstrickt ist (à la "Traffic"), will ihm nicht in den Sinn. Es ist erstaunlich, wie unerschütterlich naiv Marc seine gedankenlosen Abenteuer erlebt, ohne aus ihnen zu lernen: Er rechnet nicht mit den Konsequenzen, die sein Verhalten bedingt. Das gibt dem stark gespielten Drama, neben dem zuverlässigen Diehl treten vier kolumbianische Theaterschauspieler und einige Amateure auf, eine permanent unterschwellige Spannung und die Aura eines tragischen Scheiterns. tk.
| Darsteller: | August Diehl | als Marc | |
|---|---|---|---|
| Marleyda Soto | als Wanda | ||
| Andrés Parra | als Héctor Lúis | ||
| Hernán Méndez | als Dr. Mendez | ||
| Victor Villegas | als El Juez | ||
| David Steven Bravo | als Pavito | ||
| Regie: | Tom Schreiber | ||
| Buch: | Oliver Keidel | ||
| Musik: | Josef Suchy | ||
| Kamera: | Olaf Hirschberg | ||
| Produzent: | Harry Flöter | ||
| Jörg Siepmann | |||
Dr. Alemán in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Spanisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Trailer
Star
August Diehl
Gleich seine erste Filmrolle brachte August Diehl den Deutschen Filmpreis 2000 ein. Als passionierter Computer-Hacker und...
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