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Dreamcatcher

Horror-Science-Fiction-Verfilmung nach Stephen King, in der vier Freunde auf einem Jagdausflug von außerirdischen Mächten verfolgt werden.


Dreamcatcher

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.12.2003

Horror/ Science Fiction

USA/Kanada 2003
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 16

Morgan Freeman
Thomas Jane
Jason Lee

Regie: Lawrence Kasdan
Warner Home Video Germany

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In der Verfilmung eines Bestsellers von Stephen King erleben vier Freunde und Alienjäger Morgan Freeman den nackten Terror eines außerirdischen Albtraums.

Jonesy hat eine unheimliche Begegnung (Foto: Warner) Großansicht

Jonesy hat eine unheimliche Begegnung (Foto: Warner)

Das Böse lauert im Dunkel, sucht einen Weg in die Welt. Und wenn es ihn findet, ist man nirgendwo sicher, nicht einmal in den eigenen Gedanken. Keiner weiß das besser als Stephen King. Denn er hat diesen Feind nicht nur bekämpft, sondern auch geschaffen und ist ihm damit näher gekommen als viele andere.

In "Dreamcatcher", der aufwändigen Verfilmung seines Romans "Duddits", kommt die Bedrohung aus dem unendlichen Schwarz, aus den Tiefen des Alls. Und wie so oft bei King stößt sie auf einen Gegner, mit dem sie nicht gerechnet hat: auf das Bollwerk einer starken Freundschaft. Henry (Thomas Jane), Biber (Jason Lee), Jonesy (Damian Lewis) und Pete (Timothy Olyphant) sind Jugendfreunde, die das Leben etwas auseinander getrieben hat.

Der Colonel und der Captain machen Jagd auf das Alien (Foto: Warner) Großansicht

Der Colonel und der Captain machen Jagd auf das Alien (Foto: Warner)

Telepathische Nachricht

Einmal im Jahr aber, wenn der Winter in Maine schon eisig an die Türen klopft, wird bei einem Jagdausflug der alte Bund gestärkt. Gemeinsam erinnert man sich an die Zeit der Jugend, an den geistig behinderten Duddits (Mark Wahlbergs Bruder Donnie), den das Quartett vor Schlägern rettete.

Duddits blieben die Vier auch als Erwachsene verbunden - und er mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten auch ihnen. Dieses telepathische Band wird zur letzten Hoffnung werden, wenn in einer einsamen Hütte im Wald das Böse unerwartet seine monströse Fratze zeigt. Eine außerirdische Kreatur nimmt von Jonesy Besitz, während ein Blizzard die Gegend mit Schnee versiegelt und das Militär unter Führung eines pflichtbesessenen Colonels (Morgan Freeman) Jagd auf das Alien macht.

Wer vom Alien erwischt wird, hat schlechte Überlebenschancen (Foto: Warner) Großansicht

Wer vom Alien erwischt wird, hat schlechte Überlebenschancen (Foto: Warner)

Horror-Einstieg

"Dreamcatcher" ist der erste Horrortrip von Lawrence Kasdan, der als Regisseur von brillanten Beziehungsdramen ("Der große Frust") und Krimis ("Heißblütig-kaltblütig"), aber auch Komödien und Western bereits in vielen Genres mit Erfolg gearbeitet hat.

Was als nostalgisches Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft beginnt, entwickelt Kasdan zu einem beklemmenden Monsterfilm, der auch drastische Effekte nicht scheut. Das Ding aus einer anderen Welt ist nicht freundlich, frisst sich durch Fleisch und Knochen und macht verständlich, warum alle Tiere des Waldes die Flucht vor dem Eindringling antraten.

Die vier Freunde verbindet ein Erlebnis in ihrer Kindheit (Foto: Warner) Großansicht

Die vier Freunde verbindet ein Erlebnis in ihrer Kindheit (Foto: Warner)

Furcht und Wahnsinn

Eine der eindrucksvollsten Sequenzen in diesem Invasionsfilm der etwas anderen Art, der in der Sicherheit des Kinos Furcht sät und sogar die sonst besonnene Autoritätsfigur Morgan Freeman erobert. Mit der zerstörerischen Kraft des Wahnsinns.

Dreamcatcher

Nachdem die letzten großen Stephen-King-Verfilmungen, "The Green Mile" und "Hearts in Atlantis", zwar Übernatürliches beinhalteten, dafür aber Horrorelemente weitgehend ausklammerten, rückt Lawrence Kasdan in seiner Verfilmung des Romans "Duddits" Bedrohung und Schrecken wieder in den Mittelpunkt. Und das zunächst überaus effektiv, wenn er vier Jugendfreunde in vertrautem King-Terrain in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Waldhütte mit einem mysteriösen Monstrum konfrontiert. Dass Kasdan diese beklemmende Konstellation im ersten Horrorfilm seiner 20-jährigen Regiekarriere nicht ausreicht und er der üppigen Vorlage noch mit einer unausgegorenen Nebenhandlung über einen brachialen Militäreinsatz und ausschweifenen Rückblenden gerecht zu werden versucht, ist zwar ambitioniert, aber nicht immer allzu wirkungsvoll.

Zahlreiche der bekannten und beliebten Versatzstücke vergangener King-Werke finden sich in "Dreamcatcher" vereint: Die Rahmenhandlung einer Invasion des Bösen, die Amerika wie eine Epidemie zu erfassen droht, kennt man aus "Das letzte Gefecht", der Verbund von vier Jugendfreunden ist "Stand By Me" entlehnt, der ausufernde, vielschichtige Plot weckt Erinnerungen an "Es" (das in der gleichen Gemeinde angesiedelt ist wie "Duddits"). Zudem sind Verweise auf "Das Monstrum", "Feuerkind" oder "Hearts in Atlantis" unverkennbar. Das ist viel Holz, und "Dreamcatcher" kämpft aufopferungsvoll, all den Strängen und Ideen des knapp 800-seitigen Buches gerecht zu werden.

Zunächst schlagen sich Kasdan und sein Drehbuchautor William Goldman, der schon das Skript zu dem etwas anämischen "Hearts in Atlantis" beisteuerte, mehr als achtbar: Schnell stellen sie die vier Jugendfreunde vor, die im Mittelpunkt stehen und durch eine gemeinsame Erfahrung in der Vergangenheit nicht nur enger zusammengeschweißt wurden, sondern auch über telepathische Fähigkeiten verfügen. Den Jahrestag ihrer "Erweckung" begehen die Vier - dargestellt von Thomas Jane ("Deep Blue Sea"), Jason Lee ("Vanilla Sky"), Timothy Olyphant ("Nur noch 60 Sekunden") und dem Briten Damian Lewis in seiner ersten großen US-Produktion - in einer eingeschneiten Jagdhütte in den Wäldern von Maine, wo alsbald die Hölle losbricht, als ein desorientierter Jäger Zuflucht bei ihnen sucht. Er erweist sich als Träger eines mysteriösen Monsters, das ihm durch den Anus entweicht und dessen Mund aussieht wie eine mit Reißzähnen gespickte Vagina - Tiefenpsychologen werden ihre Freude haben. Hier gelingen Kasdan die besten Szenen: Wie man mit vereinten Kräften gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner vorgeht, der so manch fiesen Trick im Ärmel hat, ist Horrorshow im Stil von "Das Ding aus einer anderen Welt": spannend, kompromisslos, temporeich.

Leider muss der Regisseur im wahrsten Sinne des Wortes einen weiteren Kriegsschauplatz eröffnen. Denn das Monster ist nur Symptom einer Invasion - feindlicher? - Außerirdischer, die vom Militär unter Kontrolle des übergeschnappten und von Morgan Freeman etwas unglücklich gespielten Colonel Abraham Kurtz (Brandos gleichnamiger General aus "Apocalypse Now" lässt grüßen) wie ein Virus behandelt und in einer gerade angesichts der gegenwärtigen Weltsituation sehr schwierigen Szene bei einem Flugangriff niedergemäht werden. Während sich also die Lage in der Hütte zuspitzt und das Monster vom Körper eines der vier Freunde Besitz ergreift, setzt ein von Tom Sizemore gespielter Captain alles daran, die Wahnsinnspläne seines übergeschnappten Vorgesetzten zu durchkreuzen. Spätestens hier läuft der Film aus dem Ruder, denn zur Lösung beider Probleme wird das Ereignis herangezogen, das die vier Freunde seinerzeit veränderte: Sie retteten dem geistig zurückgebliebenen Duddits damals das Leben. Er muss nun ausfindig gemacht werden, um den Feinden von Innen und Außen Einhalt zu gebieten.

Das mag im Roman funktionieren, wo Stephen King den nötigen Raum hat, alle Handlungsstränge zu entfalten. Ein zweistündiger Film muss an der Fülle von Information scheitern, die oftmals nur angerissen werden und damit nicht die nötige Emotionalität entfalten kann. Weniger wäre sicherlich mehr gewesen - was nicht heißen soll, dass "Dreamcatcher" kommerziell chancenlos wäre. Im Gegenteil: Über weite Strecken packt das infernalische Szenario - bis der Film dem eigenen Gewicht erliegt. ts.

Darsteller:  Morgan Freeman   als Colonel Curtis
  Thomas Jane   als Dr. Henry Devlin
  Jason Lee   als Beaver
  Damian Lewis   als Jonesy
  Timothy Olyphant   als Pete
  Tom Sizemore   als Owen Underhill
  Donnie Wahlberg   als Duddits
  Ingrid Kavelaars   als Trish Oservich
  Alex Campbell   als Richie Grenadeau
  Chera Bailey   als Rachel Mendol
  Shauna Kain   als Josie Rinkenhauser
  Campbell Lane   als Old Man Gosselin
  Ty Olsson   als Sgt. Andy Janas
  Grant Heslov   als Tracker
  C. Ernst Harth   als Barry Newman
  Lance Kinsey   als Hofferman
  Susan Charest   als Becky Shue
  Mike Holekamp   als Henry Devlin (jung)
  Eric Keenleyside   als Rick McCarthy
  T.J. Riley   als Scottie
  Michael O'Neill   als General Mathison
  Rosemary Dunsmore   als Roberta Cavell
 
Regie:  Lawrence Kasdan  
Buch:  William Goldman  
  Lawrence Kasdan  
Musik:  James Newton Howard  
Kamera:  John Seale  
Produzent:  Lawrence Kasdan  
  Charles Okun  
 

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