
Die 23jährige Valentine, Studentin der Genfer Universität und nebenbei Fotomodell, begegnet zufällig einem pensionierten Richter. Als sie entdeckt, daß der alte Zyniker die Telefongespräche seiner Nachbarn abhört und mitschneidet, reagiert sie empört. Dennoch entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Valentines Nachbar Auguste besteht sein Jura-Examen, erlebt die erste große Enttäuschung in der Liebe - ohne jemals Valentine zu begegnen. Erst am Ende, als eine schreckliche Katastrophe eintritt, laufen ihre Lebenslinien zusammen.
Mit dem dritten und besten Teil seiner Farbtrilogie unter dem Motto der französischen Revolution "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist der polnische Regisseur Kieslowski auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt. Der nach dem Zufallsprinzip strukturierte Plot ist äußerst spannend und stimmig inszeniert, und die hervorragende Irène Jacob steht dem intensiven Spiel des reifen Jean-Louis Trintignant als Richter in nichts nach. Gerade der letzte Teil der Trilogie, die im Kino Kultstatus genoß, konnte daher ein breitgestreutes Publikum finden.