
Ausgelassene Familienkomödie mit Owen Wilson als sympathischem Penner, der von drei Highschool-Kids als Bodyguard angeheuert wird, um sie vor gemeinen Schultyrannen zu beschützen.
Bei dieser Slapstickkomödie für Schulkinder handelt es sich um eine erneute Zusammenarbeit vom neuen Comedy-King Judd Apatow ("Jungfrau (40), männlich, sucht...") mit Darsteller und Drehbuchautor Seth Rogen. Beschäftigte sich "Beim ersten Mal" mit den Beziehungsproblemen eines von Rogen gespielten Mannkindes, ging es bei der vulgären Highschool-Komödie "Superbad", um die Reifeprüfung von Rogens Alter Ego und seiner beiden nerdigen Freunden. Wiederum von Rogen mitverfasst, wird nun quasi (inoffiziell) die Story der gleichen drei Freunde erzählt, die statt am Ende am Beginn ihrer Highschool-Tage stehen. Diesmal heißen die drei gehänselten Losertypen Ryan (Troy Gentile als dicker Krauskopf im Rogen-Part), Wade (Nate Hartley als zartfühlende Bohnenstange) und Emmit (David Dorfman hat leider kein McLovin-Format), die sogleich am ersten Tag an ihrer Highschool vom fiesen Miesling Filkins (Alex Frost, nicht ganz so gemeingefährlich wie in "Elephant") ins Visier genommen werden. Um seinen ständigen Demütigungen und Handgreiflichkeiten zu entgehen, beschließt das getriezte Trio einen Leibwächter zu engagieren. Eine Montage (die mit ein paar gewieften Cameos sicherlich witziger hätte ausfallen hätte können) eröffnet ihnen, dass Beschützer in Los Angeles eine saftige Gage verlangen, so dass sie sich finanziell gezwungenermaßen für den obdachlosen ehemaligen Army Ranger Drillbit Taylor ("Hochzeits-Crasher" Owen Wilson) entscheiden. Er schult sie in traditionellen sowie unorthodoxen Selbstverteidigungsmethoden, gleichzeitig hat der abgebrannte Herumtreiber es auf Wertgegenstände in den Elternhäusern seiner anfangs recht naiven Schützlinge abgesehen. Um seine Klienten besser im Auge zu behalten, schleicht sich Drillbit zudem als Aushilfslehrer an ihrer Schule ein. Dort verliebt er sich in eine kesse Kollegin (Apatows Angetraute Leslie Mann) und gibt Filkins und seinem Kumpel Saures. Als die Scharade schließlich auffliegt, ist Drillbit längst geläutert. Bevor es jedoch den Happy-End-Segen geben kann, muss er noch ausgiebige Besserungmaßnahmen durchexerzieren.
Regisseur Steven Brill (die Adam-Sandler-Komödien "Little Nicky" und "Mr. Deeds") scheint sich nicht sicher zu sein, wer die erste Geige spielen soll. Zunächst stehen die Kids im Mittelpunkt, die sich ihrer Uncoolheit voll bewusst sind, aber auch eine erstaunliche Gelassenheit an den Tag legen. Gerade Ryan amüsiert als rotziger Rapper und Wade verbucht mit seiner "Harry Potter"-angehauchten Schwärmerei für eine asiatische Klassenkameradin Lacher. Erfreulicherweise erteilt Wilson sich selbst mit seiner gewohnt lässig-lustigen Art und dem gekonnten Timing seiner Dialoge Befehl zum Blödeln und kann der harmlosen Kiddie-Komödie somit mehr Witz verleihen, als bei genauerer Inspektion tatsächlich vorhanden ist. ara.