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Du sollst nicht lieben

Sensibler und authentischer Debütfilm über zwei Männer, die in der streng jüdisch-orthodoxen Gemeinde Jerusalems versuchen, mit ihrer Homosexualität zu leben.


Du sollst nicht lieben

Leihvideo

Erhältlich seit:
20.09.2010

Originaltitel: Einayim Petukhoth

Drama

Israel/Frankreich/Deutschland 2009
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

Zohar Shtrauss
Ran Danker
Tinkerbell

Regie: Haim Tabakman
Salzgeber & Co. Medien

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Du sollst nicht lieben

Aaron ist Familienvater, Fleischer, Mitglied der jüdisch-orthodoxen Gemeinde Jerusalems. Zum Ausbau seines Geschäftes stellt er den Studenten Ezri als Gehilfen ein. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell mehr als eine rein kollegiale Beziehung. Aaron hat zunächst starke Probleme, zu seinen Gefühlen zu stehen. Er versteht sie als Prüfung Gottes. Und auch Ezri wird in der Uni und seinem Alltag mit Gerüchten und Vorurteilen konfrontiert. Der Druck der konservativen Gesellschaft lastet immer stärker auf ihm.

Haim Tabakman ist mit seinem Debütfilm ein sensibles und authentisches Drama über Akzeptanz und Fundamentalismus gelungen. Ihm geht es weniger um Anklage als darum, aufzuklären und Verständnis für das Andere zu wecken. Sein Film ist eine stille und stilsichere Studie über geistige Fesseln, die von Innerlichkeit bestimmt wird und nicht die große Geste sucht, sondern wie die Hauptfigur Aaron mit düsterem Blick in unergründlichem Schweigen brütet. Ein Zielgruppenfilm, den man durchaus empfehlen kann.

Du sollst nicht lieben

Im streng orthodoxen Viertel Jerusalems lieben sich zwei Männer und leiden an der Intoleranz der Gemeinschaft. Haim Tabakmans sensibles Debüt über eine verbotene Leidenschaft.

Liebe kann Sünde sein: Zumindest, wenn sich zwei Ultraorthodoxe in einer jüdischen Gemeinde, wo maximale Sittenstrenge herrscht, ineinander verlieben. Daraus erwächst ein Schwulendrama, das an Ang Lees Oscargewinner gemahnt und seine Protagonisten stilstreng, einfühlsam und sehr subtil als Gefangene einer intoleranten Gesellschaft porträtiert. Es geht um Familienvater Aaron (Zohar Shtrauss), ein angesehener Fleischer, der das Geschäft seines verstorbenen Vaters wiedereröffnet und dafür den jungen Studenten Ezri (Ran Danker) als Gehilfen einstellt. Zwischen beiden reift eine Zuneigung, der sich Aaron lange verweigert, denn sein religiöses Weltbild ist mit derartiger Sünde unvereinbar. Er hält es für eine göttliche Prüfung - aber schließlich gibt er einer Passion nach, die angesichts der Lebenssituation beide in den Abgrund reißen muss. Um Ezri ranken sich bereits Gerüchte und der Druck von Rabbinern und eifernden Thora-Studenten wächst, was sich in einem klaustrophobischen, nahezu erstickenden Drama niederschlägt, das wenig Worte benötigt, um seine atmosphärischen, staubig-bleiche Bilder so zurückhaltend wie eindringlich wirken zu lassen.

Das Milieu ist authentisch, was der orthodoxen Lebensweise Würde zugesteht und sie trotz allem nicht herabqualifiziert. Jede Einstellung sitzt in Tabakmans erstaunlich stilsicherem Erstling, der mit schöner Metaphorik ein Tabuthema abhandelt, damit Lebenslust und Genussfeindlichkeit gegenüberstellt. Die Gemeinschaft von Fundamentalisten, deren verbohrte Abscheu vor allen Lebensfreuden mit grotesken Verhaltensregeln bis ins Intimleben hineinreicht, führt eine Bande selbst ernannter Sittenwächter, die einen Moralterror exekutiert, den selbst radikale Islamisten wie die Taliban kaum drastischer ausüben. Doch Tabakmans Form ist nicht die einer Anklage, sondern einer stillen Studie über geistige Fesseln, die von Innerlichkeit bestimmt wird und nicht die große Geste sucht, sondern wie die Hauptfigur Aaron mit düsteren Blick in unergründlichem Schweigen brütet. tk.

Darsteller:  Zohar Shtrauss   als Aaron
  Ran Danker   als Ezri
  Tinkerbell   als Rivka
  Tzahi Grad   als Rabbi Vaisben
  Issac Sharry   als Mordechai
 
Regie:  Haim Tabakman  
Buch:  Merav Doster  
Musik:  Nathaniel Mechaly  
Kamera:  Axel Schneppat  
Produzent:  Rafael Katz  
  David C. Barrot  
  Michael Eckelt  
  Isabelle Attal  
 

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