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Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

Verbal geistreiche und giftige Verfilmung von Noel Cowards Komödie über eine Amerikanerin und ihre Kollision mit ihrer englischen Schwiegermutter.


Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

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Erhältlich seit:
28.10.2010

Originaltitel: Easy Virtue

Komödie

Großbritannien 2008
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 6

Jessica Biel
Colin Firth
Kristin Scott Thomas

Regie: Stephan Elliott
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

England in den 1920er-Jahren. Nachdem John Whittaker im Urlaub in Frankreich die lebenslustige Larita kennengelernt und geheiratet hat, stellt er seine große Liebe seiner Familie vor. Doch seine konservative, neurotische und frustrierte Mutter ist entsetzt über das vermeintliche Flittchen aus Amerika, macht Larita von Beginn an den Aufenthalt auf dem noblen Landsitz zur Hölle. Nur in ihrem Schwiegervater, der in der eigenen Familie ein Außenseiter ist, und anfangs auch in ihrem Ehemann findet Larita Verbündete.

Nach zehnjähriger Leinwandpause feierte der Australier Stephan Elliott ein gelungenes Regiecomeback. Seine Verfilmung einer 1924 von Noel Coward geschriebenen Komödie, die Spießertum und Snobismus attackiert, glänzt mit geistreichem und giftigem Wortwitz, schlägt über die Musik, die auch modernere Hits altmodisch arrangiert, die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und hat in Kristin Scott Thomas als Reizfigur, Colin Firth als Zyniker mit Seele und Jessica Biel als Freigeist Stars, die ideal besetzt sind.

Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

Wie langweilig Tugendhaftigkeit, aber amüsant die Kollision mit Regelbruch sein kann, zeigt Stephan Elliotts Verfilmung einer Noel-Coward-Komödie.

Auf das Spießertum hat sich der britische Autor in mehreren Komödien eingeschossen, darunter auch in dieser, die er 1924 mit 23 Jahren schrieb. Das Milieu, verstaubter Landadel der Zwanzigerjahre, mag ein Blick ins Museum sein, doch die Dialoge wirken zeitlos giftig, geistreich und auch für moderne Komödien immer noch vorbildhaft. Hitchcock jedenfalls, der das Stück noch als Stummfilm und damit seiner schärfsten Waffen beraubt auf die Leinwand brachte, hätte seine Freude an der Ankunft der lebenslustigen Amerikanerin Larita (Jessica Biel) auf einem englischen Landsitz, auf dem Mrs. Whittaker (Kristin Scott Thomas) für die Aufrechterhaltung von Sitte, Tradition und gepflegter Langeweile sorgt.

Hier trifft Jugend auf Alter, vulgäre Ex-Kolonie auf kultiviertes Mutterland - und das auch im wörtlichen Sinne. Denn Larita ist das Souvenir, das Mrs. Whittakers einziger Sohn John aus dem Urlaub in Frankreich mitgebracht und - schlimmer noch - zuvor geheiratet hat. Obwohl sich die junge Rennfahrerin aus den Staaten, deren "skandalöse" Vergangenheit im Laufe des Plots ausgegraben wird, um Freundschaft mit ihrer Schwiegermutter bemüht, eröffnet diese von Beginn an das Feuer auf die Rivalin, die ihr den einzigen Halt in einem Leben voller Frust aus den Armen reißen will. "Du hast den Tunnelblick" spottet Mr. Whittaker brillant über seine Frau, die Laritas Ankunft im Fernrohr beobachtet.

Von Colin Firth mit perfektem Timing, vielen Bonmots, aber auch Momenten des Schweigens gespielt, ist Whittaker einer von Cowards Berufszynikern, den das Drehbuch aber als im Krieg verwundete Seele humanisiert. Undankbarer ist die Aufgabe für Scott Thomas, die ihre Familie erstickt und als kalt-konservative Provinzhexe den Zuschauer in die Armee der Sympathiefiguren treiben soll. Larita, die in den Augen von Mrs. Whittaker Klasse nicht, dank Jessica Biel aber doch hat, gehört dazu, wie auch Firths Figur und schließlich auch ein entnervter Butler, der sich den Landadel sicher unter die englische Erde wünscht. Während die versteckten Spitzen fliegen, einem Chihuahua das Genick gebrochen und bei einem Can-Can Natur pur enthüllt wird, sorgen neben Evergreens auch altmodisch arrangierte moderne Chartbreaker für eine Brücke zwischen den Zeiten. Ein gelungenes, federleicht unterhaltsames Comeback von Regisseur Stephan Elliott ("Das Auge") nach zehnjähriger Leinwandpause. kob.

Darsteller:  Jessica Biel   als Larita Huntington
  Colin Firth   als Mr. Whittaker
  Kristin Scott Thomas   als Mrs. Whittaker
  Ben Barnes   als John Whittaker
  Kris Marshall   als Furber
  Kimberley Nixon   als Hilda
  Katherine Parkinson   als Marion Whittaker
  Pip Torrens   als Lord Hurst
  Christian Brassington   als Phillip
  Charlotte Riley   als Sarah
 
Regie:  Stephan Elliott  
Buch:  Stephan Elliott  
  Sheridan Jobbins  
Musik:  Marius Di Vries  
Kamera:  Martin Kenzie  
Produzent:  Joseph Abrams  
  James D. Stern  
  Barnaby Thompson  
 

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