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Echte Kerle

Warmherzige, flott und pfiffig inszenierte Geschichte, über einen Polizisten der seine Machohaltung verliert.


Echte Kerle

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Erhältlich seit:
18.10.2001

Komödie

Deutschland 1996
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12

Christoph M. Ohrt
Carin C. Tietze
Tim Bergmann

Regie: Rolf Silber
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Echte Kerle

Christoph, Hauptkommissar bei der Frankfurter Kripo, macht eine schwere Zeit durch. Erst verläßt ihn seine Freundin mit einem anderen Mann, dann verliert er seine Wohnung, und schließlich landet er als Untermieter beim schwulen Edgar, der sich nicht nur heftig in Christoph verliebt hat, sondern nebenbei auch noch als Autodieb arbeitet. So richtig turbulent wird die Geschichte aber erst, als Christoph eine ebenso ehrgeizige wie attraktive Partnerin bekommt und ausgerechnet auf Edgars Schieberbande angesetzt wird.

Nach Wortmanns bewegten Männern gefällt es nun auch Rolf Silber, im Rahmen einer turbulenten Großstadtkomödie einen überzeugten Hetero unter Schwule zu werfen. Kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Die stattlichen Zuschauerzahlen geben Silber recht und sind umso beachtlicher, als daß sie ohne Teilnahme der Damen und Herren Riemann, Schweiger oder Ferres zustandekamen.

Echte Kerle

Die Komödie, in ihren Erhebungen wie Niederungen, ist noch immer das kommerziell erfolgversprechendste Feld, auf dem der deutsche Film seine Kämpfe um Zuschauer austrägt. Mit Rolf Silbers warmherziger Macho-Farce "Echte Kerle"" schickt die Buena Vista nun eine neue deutsche Produktion in die Kinos, die in diesem Genre schon verloren geglaubte filmische Qualitäten ebenso in sich trägt wie langen Atem und Zugkraft an der Kinokasse.

Daß "Echte Kerle" auf den ersten Blick an Wortmanns Mega-Hit "Der bewegte Mann" erinnert, dürfte den Verleih am wenigsten stören - und den Zuschauer letztlich auch nicht, denn selbst wenn hier ein weiterer Macho nach gescheiterter Hetero-Beziehung bei einem Schwulen in der Wohnung landet, nutzt Regisseur Rolf Silber diese Prämisse nicht als Melkkuh für brachiale Gags. Auch Silbers Mann, der kernige Kommissar Christoph Schwenk (Christoph M. Ohrt), bewegt sich. Allerdings schnurstraks fort vom Schunkelhumor der Schweiger'schen Abenteuer, durch einen sorgfältig und pfiffig inszenierten Lernprozeß hindurch, zu einem besseren, weil toleranteren Menschen. Schwenk wird von seiner Verlobten aus der Wohnung geworfen und findet sich nach einer verzweifelt durchzechten Nacht im Bett eines schwulen Automechanikers (intelligent, zurückhaltend und universal sexy: Tim Bergmann). Mangels anderer Möglichkeiten bleibt Schwenk zunächst dort wohnen, und während er seine latente Homophobie allmählich abzustreifen lernt, wundern sich seine Polizistenkollegen darüber, daß der frühere Fußball- und Zwölfzylinder-Prolet plötzlich ein tieferes Verständnis für die Frauen entdeckt. Ganz besonders für eine, die neue Mitarbeiterin nämlich (gebranntes Kind mit zaghaften Hoffnungen hinter selbstbewußtem Auftreten: Carin C. Tietze), die Schwenk bei einer Überwachungsaktion von Autoschiebern kennenlernt. Sehr geschickt vermeidet Silber es, die sich selbstverständlich anbietenden "anzüglichen" Situationen (Huch, ein nackter Mann in meiner Wanne!) und Liebesverwicklungen auf Lacher auszubeuten, während er gleichzeitig mit charmanten Running Gags und mit scharfem Messer geschnitzten Nebenfiguren konstant seinen humorigen Unterton bewahrt. Tatsächlich entscheidet sich Silber schon recht früh, einen miteingewebten Krimi-Subplot nicht weiterzuverfolgen und sich dafür ganz auf die Verwandlung Schwenks zu konzentrieren. Und für Christoph M. Ohrt ("Nur über meine Leiche") scheint der Cop Cum Lover die Rolle seines Lebens zu sein. In einigen Szenen buchstäblich berstend vor komödiantischer Energie, reduziert er seine Figur dennoch stets auf ihren inneren Konflikt, um schließlich - frei von Schwulst oder Manierismen - "unmännliche" Verletzlichkeit in menschliche Stärke umzuwandeln. Das ist nicht nur in höchstem Maße unterhaltsam, sondern auch von solch aufrichtiger Anteilnahme geprägt, daß man es schmunzelnd hinnimmt, wenn der Film in seinem liebenswürdigen, politisch korrekten Eifer ein wenig übers Ziel hinausschießt: Am Schluß ist irgendwie jeder ein bißchen schwul, und jeder, einschließlich des Zuschauers, bekommt sein Stück vom Glück. evo.

Darsteller:  Christoph M. Ohrt  
  Carin C. Tietze  
  Tim Bergmann  
  Oliver Stokowski  
  Daniela Ziegler  
  Rudolf Kowalski  
  Dieter Brandecker  
 
Regie:  Rolf Silber  
Buch:  Rolf Silber  
  Rudi Bergmann  
Musik:  Peter W. Schmitt  
Kamera:  Jürgen Herrmann  
Produzent:  Gerd Huber  
  Renate Seefeldt  
 

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Features

 

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