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Effi Briest

Neuadaption des berühmten Romanes von Theodor Fontane mit deutscher Starbesetzung.


Effi Briest

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Erhältlich seit:
23.07.2009

Drama

Deutschland 2008
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12

Julia Jentsch
Sebastian Koch
Misel Maticevic

Regie: Hermine Huntgeburth
Highlight Communications (Deutschland)

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Superstar Julia Jentsch als leidenschaftliche Frau, die gegen die Regeln einer verstaubten Moral ein neues Leben wagt.

Effi fühlt sich in der Ehe oft allein (Foto: Constantin) Großansicht

Effi fühlt sich in der Ehe oft allein (Foto: Constantin)

"Wollen Sie die Frau eines Landrates werden?" Die 17-jährige Effi (Julia Jentsch) fällt aus allen Wolken, Geert von Innstetten (Sebastian Koch) ist zwanzig Jahre älter und nicht gerade der Traumprinz und dazu noch der Ex-Verehrer der Mama (Juliane Köhler). Aber im preußischen 19. Jahrhundert geht es nicht um Liebe, sondern um standesgemäße Heirat und die brave Tochter zieht als Baronin Innstetten in den Ostsee-Kurort Kessin. Das dunkle Haus erstickt ihre Gefühle von Tag zu Tag mehr, das neugeborene Baby kommt in die Obhut der Kinderfrau. Nur der alte Apotheker ahnt ihr Unglück.

Einziger Lichtblick ist Major Crampas (Misel Maticevic), ein Womanizer, der auch seine Wirkung auf Effi nicht verfehlt, die bei gemeinsamen Ausritten und Theaterbesuchen seinem Charme erliegt. Die heimliche Affäre findet ein abruptes Ende, als Innstetten nach Berlin versetzt wird und Effi eintaucht in die Berliner Gesellschaft.

Geert vergnügt sich mit seiner Schwiegermutter (Foto: Constantin) Großansicht

Geert vergnügt sich mit seiner Schwiegermutter (Foto: Constantin)

Selbst ist die Frau

Jahre später findet ihr Gatte die heißen Liebesbriefe von Crampas und fordert diesen zum tödlichen Duell in den Dünen. Effi wird verstoßen. Aber anders als bei Fontane, geht sie daran nicht zugrunde, sondern beginnt ein neues, selbst bestimmtes Leben.

Ganz modern ist diese Neuverfilmung von Theodor Fontanes großem Liebes- und Ehebruchsroman, die den historischen Stoff mit dem Bewusstsein der Gegenwart verbindet und Hoffnung lässt: Keine "arme Effi", die ihr Schicksal beklagt und vor sich hinkränkelt, sondern eine starke und leidenschaftliche Frau, die aufsteht gegen eine bigotte und verlogene Gesellschaft und ihren eigenen Regeln folgt.

Eine fulminant auftrumpfende Julia Jentsch kann es locker mit ihren Effi-Vorgängerinnen wie Angelica Domröse, Ruth Leuwerik oder Hanna Schygulla aufnehmen.

Effi Briest

Kongeniale Neuverfilmung von Theodor Fontanes großem Liebes- und Ehebruchroman mit Julia Jentsch als Titelfigur, die gegen alle gesellschaftlichen Widerstände ein neues Leben wagt.

Die Geschichte der 17-jährigen Effi, die im 19. Jahrhundert von ihrer Mutter mit deren früheren Verehrer Geert von Instetten verkuppelt wird und eine unglückliche Ehe führt, reizte schon mehrere deutsche Filmemacher, zumeist zu einer konventionellen Inszenierung. Einzig Rainer Werner Fassbinder gab dem literarischen Stoff 1974 durch seine schwarz-weiß Stilisierung eine besondere Dimension, er hielt sich eng an die Vorlage, Hanna Schygulla kehrt am Ende in das Haus ihrer Eltern zurück und stirbt dort.

Ganz anders die Herangehensweise von Hermine Huntgeburth. Ihre Heroine ist nicht "die arme Effi", wie Fontane sie nannte, sondern eine wilde und aufmüpfige junge Frau, die gegen den stur-preußischen Charakter ihres Gatten rebelliert, erst in dem verschlafenen Ostsee-Küssenort Kessin ihre Sehnsucht nach Freiheit unterdrückt und dann bewusst den Verführungskünsten eines "Womanizers", erliegt. Auch wenn ihre Schritte auf gesellschaftlichem Parkett zögerlich sind, ist Effi kein zurückhaltendes Wesen mit niedergeschlagenen Augen, sondern ein Energiebündel, dass lange Ausritte unternimmt, Theater spielt, Lust und Sexualität durch Instettens ebenfalls verheirateten Regimentskamerad Major Cramaps (Misel Maticevic) genießt, auch wenn die heimliche Liebe nicht mehr als eine Affäre sein kann. Schon die Ausstattung der Locations deutet emotionale Unterschiede an, auf der einen das finstre Wohnhaus mit monströsem Mobiliar und erstickenden Atmosphäre, auf der anderen die Helligkeit und Weite des Strandes, das geheimnisvolle Dunkel des Liebesnestes, eines Badehauses, in die fast zärtlich Sonnenstrahlen einfallen, nach dem Umzug die großbürgerliche Berliner Wohnung, in der Nähe kaum möglich ist. Die Lächerlichkeit und Bigotterie erreicht ihren Höhepunkt, wenn der Gatte wegen kompromittierender Briefe seinen Rivalen im Duell erschießt, wohlgemerkt sechs Jahre nach Ende der Liaison.

Durch die Besetzung wird jegliche Schwarz-Weiß-Malerei vermieden. Ohne ihn zu verteufeln, spielt Sympathieträger Sebastian Koch den an sich traurigen und enttäuschten und in veralteten Ritualen verfangenen Instetten, der fast Angst bekommt vor der das Leben repräsentierenden Effi der Julia Jentsch, die sich trotz Schicksalsschlägen zu einer modernen Frau entwickelt und ihren eigenen Weg wählt. Das gefühlvolle Kostümdrama kann es mit Jane-Austen-Adaptionen wie "Sinn und Sinnlichkeit" aufnehmen. mk.

Effi Briest

Die ungestüme siebzehnjährige Effi Briest (Julia Jentsch) heiratet auf Rat ihrer Eltern Baron von Innstetten
(Sebastian Koch), einen früheren Verehrer ihrer Mutter. Innstetten ist ein gefühlsarmer Mann mit Prinzipien,
dem eine glänzende politische Karriere bevorsteht. Das Paar zieht zunächst in den kleinen Ostsee-Küstenort
Kessin, wo Effi ein eintöniges Leben erwartet. Bis Major Crampas (Misel Maticevic) auftaucht, ein Regiments-
kamerad Innstettens und ein charmanter Frauenheld. Effi erfährt durch ihn, was Liebe und Leidenschaft
bedeuten können. Für Crampas wird es eine tödliche Affäre, an der Effi aber nicht - und damit anders als
bei Fontane - zugrunde gehen wird ...

Regisseurin Hermine Huntgeburth ("Die weisse Massai") verfilmte Theodor Fontanes großen Liebes- und
Ehebruchsroman und inszenierte die Geschichte der Effi aus ihrer eigenen Sichtweise. In EFFI BRIEST
verbindet sie den Reiz des historischen Stoffes mit dem Bewusstsein der Gegenwart und zeigt die junge
Effi in einer emanzipatorischen Entwicklung. In den Hauptrollen der modern umgesetzten Liebesgeschichte
überzeugen Julia Jentsch ("Sophie Scholl - Die letzten Tage"), Sebastian Koch ("Das Leben der Anderen"),
Misel Maticevic ("Im Winter ein Jahr") und Juliane Köhler ("Der Untergang").

Quelle: Highlight

Darsteller:  Julia Jentsch   als Effi von Briest
  Sebastian Koch   als Geert von Innstetten
  Misel Maticevic   als Major von Crampas
  Juliane Köhler   als Luise von Briest
  Thomas Thieme   als Herr von Briest
  Rüdiger Vogler   als Gieshübler
  Barbara Auer   als Johanna
  Margarita Broich   als Roswitha
  Mirko Lang   als Dagobert von Briest
  Sunnyi Melles   als Sidonie von Rasenapp
 
Regie:  Hermine Huntgeburth  
Buch:  Volker Einrauch  
Kamera:  Martin Langer  
Produzent:  Prof. Dr. Günter Rohrbach  
 

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