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Eierdiebe

Tragikomödie um einen an Hodenkrebs erkrankten Studenten und seine Leidensgenossen im Krankenhaus.


Eierdiebe

Leihvideo

Erhältlich seit:
05.10.2005

Drama/ Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 12

Wotan Wilke Möhring
Janek Rieke
Antoine Monot, Jr.

Regie: Robert Schwentke
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Tragikomödie um einen an Hodenkrebs erkrankten Studenten und seine Leidensgenossen im Krankenhaus.

Martin blickt ängstlich seiner Zukunft entgegen (Foto: Odeon (Filmwelt)) Großansicht

Martin blickt ängstlich seiner Zukunft entgegen (Foto: Odeon (Filmwelt))

Martin Schwarz kehrt gerade eben von seinem Studienaufenthalt in den USA in die deutsche Heimat zurück, da erfährt er nach einem Arztbesuch die niederschmetternde Diagnose: Er hat Hodenkrebs.

Der Schock sitzt tief, doch es besteht noch die Hoffnung auf Heilung. Nach der Amputation des ersten Hodens entscheidet sich Martin für eine Chemotherapie.

Mit neuem Elan beschließt er gemeinsam mit seinen Schicksalsgenossen aus dem Krankenhaus, seine teilamputierte Männlichkeit zurück zu erobern.

Sein gutes Stück will Martin zurück (Foto: Odeon (Filmwelt)) Großansicht

Sein gutes Stück will Martin zurück (Foto: Odeon (Filmwelt))

Nimm's mit Humor

Nach dem düsteren Thriller "Tattoo" geht Regisseur Robert Schwentke mit "Eierdiebe" seiner eigenen Geschichte nach. Damit wagt er sich mutig an ein ausgesprochen ernstes Thema heran, das er in eine schwarzhumorige und doch bewegende Tragikomödie verpackt.

Unterstützt wird er dabei von einem glänzenden Ensemble bestehend aus Deutschlands Jungstars Wotan Wilke Möhring ("Das Experiment"), Alexander Beyer ("Sonnenallee") und Julia Hummer ("Absolute Giganten").

Eierdiebe

Bereits bei seinem Regie-Erstling "Tattoo" erwies sich Robert Schwentke als mutiger Realist mit scharfem Blick und Hang zum Ungewöhnlichen. Nun gelingt ihm mit seiner zweiten Regiearbeit "Eierdiebe" sogleich ein berührender wie amüsanter Film, der durch seinen ungeschminkten Umgang mit dem Thema Tod einen Tabubruch wagt - und gewinnt. Herausragend gespielt und originell bebildert, darf diese "Krebs"-Komödie mit dem richtigen Marketing auf ein solides Einspiel hoffen.

Regisseur Robert Schwentke liebt Filme, die nicht nur sprichwörtlich unter die Haut gehen, schickte der ehemalige "Tatort"-Autor doch seine Zuschauer bereits beim Vorgänger "Tattoo" auf einen visuell wie inhaltlich beklemmenden Psychotrip. Nun überrascht er in seiner rabenschwarzen und rundum gelungenen Krankenhauskomödie "Eierdiebe" mit einem respektlosen Angriff auf die allgegenwärtige Betroffenheits- und Vertuschungskultur. Sein gutes Recht, spricht er doch aufgrund seiner 1995 diagnostizierten und nach längerem Krankenhausaufenthalt überwundenen Hodenkrebserkrankung aus eigener Erfahrung. Sein alter ego Martin Schwarz wird gespielt von Wotan Wilke Möhring, der nach Rollen in "Lammbock", "Das Experiment" und "Anatomie 2" auf einige Erfahrung in Sachen psychischer Grenzerfahrung zurückgreifen kann.

Zum Inhalt: Bei dem Vorzeigestudenten Martin wird Hodenkrebs festgestellt und daraufhin im Schnellverfahren ein "Ei" amputiert. Völlig überrumpelt von der menschenverachtenden Routine des Krankenhausapparats und geschockt von der Unfähigkeit seiner Familie, mit der Krankheit umzugehen, dämmert ihm erst später, dass er noch einen eigenständigen Willen besitzt. Und so denkt er gar nicht daran, auch noch seinen zweiten Hoden einer Total-OP zu opfern. Vielmehr macht sich Martin zusammen mit seinen vor Sarkasmus triefenden Mitpatienten Harry (Antoine Monot jr.), Nickel (Janek Rieke) und Susanne (Julia Hummer) daran, in die Off-Limits-Bereiche des Krankenhauses einzudringen und sein schmerzlich vermisstes "Ei" wieder zu beschaffen.

Es kommt alles anders, als man erwartet, in diesem köstlichen kleinen Film, der zwar frech, billig und irgendwie schmutzig daherkommt, aber nichtsdestotrotz durch überragende Bilder von Kameramann Florian Ballhaus ("Härtetest"), ein herausragendes Produktionsdesign von Patrick Steve Müller ("100 Pro") und tolle schauspielerische Leistungen überzeugt - allen voran Wotan Wilke Möhring und Julia Hummer ("Crazy") als sich zwischen ätzendem Zynismus und bleischwerer Hoffnungslosigkeit zaghaft annäherndes Paar. Mit dieser, mit zahlreichen überraschenden Wendungen ausstaffierten Komödie untermauert Schwentke, der hier weder wegschaut noch unnötig dramatisiert, seinen Status als vielversprechender Nachwuchsregisseur. Bleibt zu hoffen, dass er auch weiterhin Filme dreht, die derart unterhaltsam gegen den Strom schwimmen. Diverse zukünftige US-Regieprojekte werden es zeigen. lasso.

Darsteller:  Wotan Wilke Möhring   als Martin Schwarz
  Janek Rieke   als Nickel
  Antoine Monot, Jr.   als Harry
  Julia Hummer   als Susanne
  Alexander Beyer   als Roman Schwarz
  Marie Gruber   als Gabriele Schwarz
  Fatih Cevikkollu   als Pfleger
  Götz Schubert   als Dr. Bofinger
  Thomas Thieme   als Hans Schwarz
  Doris Schretzmayer   als Schwester Elke
  Leander Haußmann   als Winnie
  Christiane Scheda   als Partygast
  Steffen Münster   als Polizeibeamter 1
  Andreas Schmidt   als Polizeibeamter 2
  Wolfgang Michael   als Der bleiche Wächter
  Gisela Monot   als Harrys Mutter
 
Regie:  Robert Schwentke  
Buch:  Robert Schwentke  
Musik:  Martin Todsharow  
Kamera:  Florian Ballhaus  
Produzent:  Oliver Huzly  
  Reinhard Klooss  
  Kai May  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Wotan Wilke Möhring

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