Um 1950 fliehen ihre Eltern aus dem stalinistischen Ungarn und lassen die kleine Suzanne in der Obhut der Großmutter zurück. Nach Omas Verhaftung landet sie bei einer Pflegefamilie und glaubt so lange, diese wären ihre richtigen Eltern, bis die Großmutter sie ziemlich unvermittelt Jahre später dort abholt und ins Flugzeug nach L.A. setzt. Im Kalifornien der 60er fühlt sich Suzanne dementsprechend fremd, und als sie endlich aufzutauen beginnt, setzt die ausgerechnet die liebende, doch überprotektive Mutter ihr am meisten zu. Kein Wunder, dass der Teenager rebelliert.
Eine bei Drehzeit siebzehnjährige Scarlett Johansson spielt die Tochter und Deutschlands Hollywood-Export Nastassja Kinski ihre strenge Mutter in diesem auf den Erinnerungen von Regisseurin und Autorin Eva Gardos basierenden Familiendrama. Einer abenteuerlichen Flucht in der ersten steht ein Kultur- und Generationskonflikt in der zweiten Halbzeit gegenüber, Johansson kommt erst in der zweiten dazu, denn zunächst steht Suzanne, das Kind, im Mittelpunkt. Hübsch ausgestattet und spürbar ambitioniert, eine gute Sache für Freunde autobiografischer Dramenstoffe.