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Leihvideo
Erhältlich seit:
20.07.2006
Originaltitel: Ein ganz gewöhnlicher Jude
Deutschland 2005
Laufzeit: 89 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Ben Becker
Siegfried Kernen
Samuel Finzi
Regie: Oliver Hirschbiegel
EuroVideo Bildprogramm

Großes Solo für Ben Becker in einem virtuosen Monolog über das deutsch-jüdische Verhältnis.
Im Kino zuletzt in der unterschätzten Gaunerkomödie "Sass", trumpft Ben Becker in Oliver Hirschbiegels Kammerspiel in einem großen Solo als Journalist Emanuel Goldfarb auf, der über sein Leben als Jude in Deutschland nachdenkt. Eingeladen, vor Schülern im Sozialkundeunterricht davon zu erzählen, will Goldfarb ablehnen, aber die kreisenden Gedanken lassen sich nicht abblocken. Aufkommende Erinnerungen und Assoziationen zwingen ihn, "das geschmacklose Thema" anzugehen. Vor der Kugelkopfschreibmaschine, beim Rotwein, in der Küche, an der Espresso-Maschine, im Keller und mit Diktafon und Gebetsriemen in der Hand sammelt sich in Goldfarbs Kopf alles, was er verdrängt und bewältigt glaubte.
So rauscht ein Strom von Gedanken durch Goldfarbs Bewusstsein, der assoziativ ungebremst von der Familiengeschichte zur Politik Israels, von Traditionen zur gescheiterten Ehe, von Macken jüdischer Mütter zum eigenen Selbstmordversuch, vom Gelobten Land zur Verachtung für "Weltverbesserungsmusikanten" führt. Alles und jedes wird angerissen, einiges beleuchtet, anderes gestreift, wieder anderes belächelt oder ironisiert. Sensibel und zynisch zugleich kommentiert er "Geschichte, die jüdische Krankheit", zitiert Heinrich Heine ("Das Judentum ist keine Religion, es ist ein Unglück.") und wehrt sich gegen "Moralkeule" und "Betroffenheitszuschlag".
Regisseur Oliver Hirschbiegel scheint nach jedem gestemmten Mammut-Projekt Ruhe in der kleinen Form zu suchen. So folgte auf "Das Experiment" der Monolog Hannelore Elsners in "Mein letzter Film", und jetzt auf "Der Untergang"
der Monolog Beckers. Das Kammerspiel nach dem Buch des Schweizers Charles Lewinsky gehört der Dialoglastigkeit wegen eigentlich aufs Theater, aber da Becker den Juden Goldfarb in einer Mischung aus Trotz, Wut und Dampfablassen, Innenschau und Rundumschlag zum Stand der Dinge virtuos verkörpert und Hirschbiegel die Enge des Raumes szenisch durch raschen Perspektivenwechsel auflockert, ist filmischen Ansprüchen genug getan. Fürs Arthouse-Kino eine Bereicherung. ger.
| Darsteller: | Ben Becker | als Emanuel Goldfarb | |
|---|---|---|---|
| Siegfried Kernen | als Jüdischer Mann | ||
| Samuel Finzi | als Lehrer | ||
| Regie: | Oliver Hirschbiegel | ||
| Buch: | Charles Lewinsky | ||
| Musik: | Jewels | ||
| Kamera: | Carl-Friedrich Koschnick | ||
| Produzent: | Prof. Hubertus Meyer-Burckhardt | ||
| Claudia Schröder | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Interviews
Star
Ben Becker
Ein knallharter Kerl. Seine rauchig kehlige Stimme klingt, als sei er unter Bergen von Zigaretten geboren. Oft scheinen seine Charaktere kurz vor...
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Samuel Finzi
Samuel Finzi gehört zu den profilierten Theaterschauspielern Deutschlands. Mittlerweile kennen den Charakterdarsteller mit bulgarischen Wurzeln...
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