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Ein halbes Leben

TV-Drama um einen Mord, der nach 15 Jahren aufgeklärt werden kann, wodurch für alle Beteiligten - Täter, Angehörige, Ermittler - neue Umstände geschaffen werden.


Ein halbes Leben

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Erhältlich seit:
17.09.2010

Originaltitel: Ein halbes Leben

Drama

Österreich/Deutschland 2008
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Josef Hader
Matthias Habich
Franziska Walser

Regie: Nikolaus Leytner
Edel Germany

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Ein halbes Leben

In seinem nunmehr vierten Film für das ZDF behandelt Regisseur Nikolaus Leytner ein komplexes Thema: "Ein halbes Leben", realisiert als deutsch-österreichische Koproduktion mit dem ORF, begleitet über 15 Jahre hinweg den U-Bahn-Fahrer Ulrich Lenz. Der von Josef Hader gespielte Protagonist hat eine junge Frau vergewaltigt und ermordet, der Fall wurde aber nie aufgeklärt.

Leytners Film schildert den Umgang des Täters mit der eigenen Schuld ebenso wie die Bemühungen des Vaters der Toten (Matthias Habich), den Mörder doch noch zu finden. Als ein neuartiges Verfahren der DNA-Analyse Lenz als Täter überführt, kommt es - mehr als 20 Jahre nach der Tat - doch noch zum Aufeinandertreffen zwischen mit dem Vater des Opfers.

Eindringlich schildert Leytner, der auch selbst das Drehbuch zu "Ein halbes Leben" geliefert hat, die innere Zerrissenheit der Hauptfigur. Dabei macht er dem Zuschauer die Positionierung alles andere andere als leicht: Lenz wird gerade nicht als Monster oder Hassfigur präsentiert, sondern als sensibler Charakter, der ein neues Leben als liebevoller Familienvater beginnt. Immer wieder wird er mit der eigenen Schuld konfrontiert, findet aber nicht den Mut, sich selbst der Polizei zu stellen.

Der Vater der Ermordeten sieht sich ebenfalls in einem Zwiespalt zwischen Wut und Mitleid für den Täter, als er ihm nach Jahren verzweifelter Suche endlich gegenübersitzt. Die spannungsgeladene Konfrontation der Hauptfiguren, die beide nach einer Erklärung für das Geschehene suchen, ist sicherlich der Höhepunkt des Films. Regisseur Leytner beschränkt sich bei der Inszenierung dieser Sequenz auf das Wesentliche, lässt in Großaufnahmen vor allem die Gesichter der überzeugenden Hauptdarsteller Hader und Habich für sich sprechen.

Letztlich leitet diese Schlüsseszene zu einem offenen Ende über, das die Verurteilung des geständigen Täters mit der Annäherung der Opfer-Eltern an dessen kleine Tochter verknüpft. Eine Form von "Happy End", das aber ein wenig unrealistisch anmutet. Zu den Schwächen des Films zählt auch das kaum wahrnehmbare Fortschreiten des erzählten Zeitraums: An den Hauptfiguren ist über 15 Jahre hinweg nahezu keine optische Veränderung erkennbar.

Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Nikolaus Leytner mit "Ein halbes Leben" ein packendes Drama vorgelegt hat, das nicht zuletzt aufgrund des bis in die Nebenrollen (u. a. Franziska Walser, Wolfgang Böck) stark besetzten Darstellerensembles überzeugt. jl.

Ein halbes Leben

Eine junge Frau wird vergewaltigt und erdrosselt aufgefunden. Ihr Vater kann sich mit ihrem Tod nicht abfinden - und noch weniger mit der Tatsache, dass der Täter trotz massiver Spuren nie ermittelt wird. Ein halbes Leben lang gibt er die Suche nicht auf, fahndet und recherchiert - zum Großteil auf eigene Faust. Ein halbes Leben lebt jedoch auch der Mörder, mittlererweile Familienvater, immer mit der Angst im Nacken für seine Tat doch noch überführt zu werden. Gut zwanzig Jahre nach dem Mord, als sich die DNA-Analyse in der Gerichtsmedizin durchzusetzen beginnt, werden die Karten neu gemischt.

Quelle: edel

Darsteller:  Josef Hader   als Ulrich Lenz
  Matthias Habich   als Peter Grabowski
  Franziska Walser   als Marianne Grabowski
  Wolfgang Böck   als Max Hauer
  Katharina Straßer   als Sabine
  Ingrid Burkhard   als Frau Molnar
  Ursula Strauss   als Beate
  Franziska Weisz   als Dr. Anna Lorenz
 
Regie:  Nikolaus Leytner  
Buch:  Nikolaus Leytner  
Musik:  Matthias Weber  
Kamera:  Hermann Dunzendorfer  
Produzent:  Helmut Grasser  
 

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