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Ein Leben für ein Leben - Adam Hundesohn

Erschütternde Verfilmung des Romans "Adam Hundesohn" von Yoram Kaniuk über einen einstigen Varieté-Clown in einem Sanatorium für Holocaust-Überlebende.


Ein Leben für ein Leben - Adam Hundesohn

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.10.2009

Originaltitel: Adam Resurrected

Drama

Deutschland/USA/Israel 2008
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Jeff Goldblum
Willem Dafoe
Ayelet July Zurer

Regie: Paul Schrader
3L Vertriebs GmbH & Co.KG

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Verfilmung des Romans "Adam Hundesohn" mit Starbesetzung.

Klein hält sich Adam als Haushund (Foto: 3L) Großansicht

Klein hält sich Adam als Haushund (Foto: 3L)

Im Berlin der Weimarer Republik war Adam Stein (Jeff Goldblum) ein gefeierter Varieté-Clown mit scheinbar übermenschlichen Fähigkeiten. Jahre nachdem er bei einem Auftritt den lebensmüden SA-Mann Klein vor dem Selbstmord (Willem Dafoe) bewahrt hat, treffen sich die beiden Männer wieder. Klein ist nun Lagerkommandant und lässt Adam am Leben, unter der Bedingung, dass er für Klein wie dessen Schäferhund lebt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs umgibt sich Adam in einem Institut für Überlebende des Holocaust in der Wüste Israels mit Chaos und nacktem Wahnsinn - bis er einen Jungen trifft, der wie ein Hund erzogen wurde.

Adam kann sich in den Jungen bestens hineinversetzen (Foto: 3L) Großansicht

Adam kann sich in den Jungen bestens hineinversetzen (Foto: 3L)

Neuer Lebensmut

Paul Schraders Verfilmung des gefeierten Romans "Adam Hundesohn" des Israeli Yoram Kaniuk befasst sich als einer der ersten Filme mit dem Schicksal der Überlebenden des Holocaust. Jeff Goldblum liefert in dem intensiven und kompromisslosen Drama eine Galavorstellung als Mann, der jeden Respekt vor dem Leben verloren hat und durch seine Beziehung zu einem Jungen neuen Lebensmut findet.

An seiner Seite spielt in der deutsch-israelischen Koproduktion neben Weltstars wie Willem Dafoe und Derek Jacobi auch die deutsche Schauspielerelite. Besonders Joachim Krol und Moritz Bleibtreu haben starke Auftritte.

Ein Leben für ein Leben - Adam Hundesohn

Mit internationalen Stars hat Paul Schrader den Roman "Adam Hundesohn" des Israelis Yoram Kaniuk besetzt: Ein erschütterndes Drama vom Versuch, nach dem Holocaust wieder Mensch zu werden.

Viele Filme künden vom Grauen der KZs; nur wenige widmen sich dem Weiterleben nach dem Holocaust, sofern man ihm entrinnen konnte. Manche Erlebnisse sind so schlimm, dass man sie nur mit Humor ertragen kann. Oder dass man den Verstand verliert. Manchmal beides - wie die Insassen eines israelischen Sanatoriums Anfang der 60er Jahre mitten in der Wüste. Die Ärzte haben die Behandlung längst aufgegeben. Auch Adam Stein (Jeff Goldblum) fristet hier als wandelnder Grabstein die Zeit bis zu seiner Wiederauferstehung. Derweil führt er sich auf wie ein Zampano und begeistert die Patienten mit verblüffenden Zaubertricks. Denn Adam war ein umjubelter Varieté-Clown, der seit den 20er Jahren Berlin mit übersinnlichen Shows verzückte. Sein sechster Sinn bewahrte ihn und seine Familie jedoch nicht vor der Deportation, wo er den einst suizidalen SA-Mann Klein (furchteinflößend: Willem Dafoe) wieder trifft. Der ist nun Lagerkommandant und hält Adam wie einen Hund, der ihn unterhalten soll und täglich um das Leben seiner Familie betteln muss - vergeblich. Dieses erschütternde Schicksal wird in Rückblenden Stück für Stück offenbar und konterkariert Adams sexuelle Frivolität und übersensible Märchenwelt. Die komischen Manieren dieses "Jakob der Lügner" übertünchen sein bitteres Schicksal nur ungenügend. Was zum Vorschein kommt, sind zerstörte Seelen wie Wolfowitz (nur einer von vielen starken deutschen Akteuren: Joachim Król), die Gott verfluchen.

Darum geht's: Um Hund und Gott, was im Original ein augenfälliges Anagramm bildet (dog & god). Schrader inszeniert den 1969 erschienenen, internationale gefeierten Roman als großes absurdes Theater, das rasant zwischen groteskem Satyrspiel, hysterischer Komik, frappierender Tragik und übernatürlicher Passionsgeschichte pendelt. Das ist gewollt bizarr und dennoch eine atemberaubende Kombination, zumal sich alles in ein großes Gemälde fügt und obendrein von einer hervorragenden Schauspielergarde eindringlich interpretiert wird. Anleihen bei "Einer flog übers Kuckucknest" finden sich ebenso wie ein Gestus permanenter Provokation - etwa wenn sich Parallelen von Heilanstalt und Nazi-Lager auftun. Die schwarzweiß gehaltenen KZ-Szenen haben nicht so sehr authentischen, denn symbolischen Charakter, doch Dafoes grausame Figur prägt sich so schauerlich ein wie Ralph Fiennes in "Schindlers Liste". Noah Stollmans Drehbuch handelt indes nicht nur vom (Seelen)Tod, sondern exemplarisch von der Verarbeitung des Vernichtungstraumas. Als Adam einen Jungen entdeckt, der sich für einen Hund hält, öffnet sich ihm die Chance zur Heilung. Aber es wird ein steiniger Weg.

tk.

Darsteller:  Jeff Goldblum   als Adam Stein
  Willem Dafoe   als Kommandant Klein
  Ayelet July Zurer   als Gina Grey
  Derek Jacobi   als Dr. Nathan Gross
  Joachim Król   als Wolfowitz
  Juliane Köhler   als Ruthchen Edelson
  Veronica Ferres   als Frau Vogel
  Moritz Bleibtreu   als Joseph Gracci
  Hana Laszlo   als Rachel Shwester
  Genia Dodina   als Gretchen
  Idan Alterman   als Arthur
  Tudor Rapiteanu   als Davey
 
Regie:  Paul Schrader  
Buch:  Noah Stollman  
Musik:  Gabriel Yared  
Kamera:  Sebastian Edschmid  
Produzent:  Ehud Bleiberg  
  Werner Wirsing  
 

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