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Ein letzter Kuss

Erfrischend bizarres Beziehungs-Chaos quer durch die Generationen, das zum Überraschungshit in Italien avancierte.


Ein letzter Kuss

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Erhältlich seit:
05.08.2002

Originaltitel: L' ultimo bacio

Komödie/ Drama

Italien 2001
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12

Stefano Accorsi
Giovanna Mezzogiorno
Stefania Sandrelli

Regie: Gabriele Muccino
Universum Film

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Ein letzter Kuss

Was sich liebt, das zofft sich. Als die temperamentvolle Giulia ihrer langjährigen Liebe Carlo eröffnet, dass sie schwanger sei, packt diesen die Panik und er flüchtet sich in ein Techtelmechtel mit der 18-jährigen Francesca. Auch Giulias Mutter kann sich mit der Rolle der Großmutter nicht anfreunden. Sie beschließt, ihrer öden Ehe zu entfliehen und zieht mit Sack und Pack zu einer Freundin. In den nächsten Wochen überstürzen sich die Ereignisse im Freundes- und Familienkreis, und es müssen gravierende Entscheidungen getroffen werden...

Schon für "Come te nessuno mai" wurde der 37-jährige Gabriele Muccino mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Mit seiner turbulenten, raffiniert zwischen entwaffnender Komik und berührendem Realismus balancierenden Beziehungskomödie konnte er 2001 nicht zuletzt dank der guten Besetzung in Italien einen Kinohit landen. Besonders sehenswert ist die bezaubernde Stefania Sandrelli, die für ihren Part als werdende Oma für den europäischen Filmpreis nominiert wurde. Quicklebendiges Azzurro-Kino fürs Herz.

Ein letzter Kuss

Die italienischen Filmemacher haben ein sicheres Händchen für Geschichten aus dem menschlichen Mit- und Gegeneinander, das sich naturgemäß im Mittelmeerland jenseits der Alpen besonders emotions- und temperamentgeladen ereignet. Nach der wunderbaren Komödie "Brot und Tulpen" kommt nun das erfrischend bizarre Beziehungs-Chaos des 34-jährigen Regisseurs und Drehbuchautors Gebriele Muccino: "Ein letzter Kuss" ist der Überraschungshit des Jahres in Italien, ausgezeichnet mit fünf Donatellos, darunter für Regie und Nebenrolle von Stefania Sandrelli. Auch hierzulande dürfte er ein großes Publikum finden.

Liebe ist Krieg. Das wissen wir längst. Und so fliegen in dieser turbulenten Melodramödie nur so die Fetzen zwischen Paaren, die eine Familie gründen und doch nicht gründen wollen, die eine Familie gegründet haben und dringlich aus der Stagnation raus wollen und jenen, die sich auf ihre Single-Individualität trotzig besinnen und auf Abenteuerreise aufbrechen wollen. Keiner von ihnen will erwachsen werden und wenn er es bereits ist, geht es darum, der drohenden Senilität zu entkommen. Liebe scheint für alle Beteiligten das Zauberwort, und jeder versteht das anders, meist als Ego-Anspruch mit häufigen und heftigen Ausbrüchen von Eifersucht, die Gabriele Muccino mit der genau richtigen Populär-Dosis von selbstentlarvender Komik und durchaus bemerkenswertem Realismus zeigt. "Die Normalität ist die wahre Revolution", heißt es einmal im Film, und die, die das voller Verzweiflung sagen und glauben, sind so herzerfrischend unnormal dass man nur hoffen kann, sie werden nicht zu Revolutionären. Früher oder später jedoch werden auch sie sich in die bürgerliche Familienwelt finden, denn so richtig anarchisch ist Muccinos Film nicht. Er spielt auf höchst komödiantische Weise mit der Angst vor dem Erwachsenwerden, Anpassung und bourgeoiser Ordnung. Giulia erwartet ein Kind von ihrer Liebe Carlo, den darauf hin die Panik des Endgültigen packt und ein heißer Flirt mit einer 18-jährigen Schülerin bei Laune hält. Giulias Mutter Anna (grandios und bildschön vom Leben gezeichnet: Stefania Sandrelli) will panisch aus ihrer langweilig gewordenen Ehe ausbrechen und zieht zu einer emanzipierten Freundin, die bei Bulgari abreitet. Muccinos Figuren bewegen sich in bestbürgerlichen Kreisen, Geld spielt keine Rolle, aber um in Schicki-Micki-Verhalten abzugleiten, sind alle Beteiligten der Handlung zu vital. Die Emotionen jagen rauf und runter, die romantische Liebe wechselt zu wilden Streitereien und wüsten Schimpfkanonaden. "Cazzo" und "vaffanculo" hört man im Dialog mindestens so häufig wie in amerikanischen Filmen das beliebte "fuck". Vor allem drei Freunde, die nichts mit Verantwortung, Sicherheit, Anpassung zu tun haben wollen und mit einem Camper auf Reisen gehen, sind um Kraftausdrücke nicht verlegen, die brauchen sie dringlich für die eigene Image-Stilisierung. Am Ende aber wird alles wieder happy in Ordnung sein, Haus und Swimmingpool inbegriffen - ein Feelgood Movie wie eine bunte italienische Postkarte. fh.

Darsteller:  Stefano Accorsi   als Carlo
  Giovanna Mezzogiorno   als Giulia
  Stefania Sandrelli   als Anna
  Claudio Santamaria   als Paolo
  Giorgio Pasotti   als Adriano
  Marco Cocci   als Alberto
  Pierfrancesco Favino   als Marco
  Martina Stella   als Francesca
  Sabrina Impacciatore   als Livia
  Regina Orioli   als Adrianna
  Luigi Diberti   als Emilio
  Daniela Piazza   als Veronica
  Vittorio Amandola   als Onkel Mimmo
  Piero Natoli   als Michele
  Susanna Javicoli   als Luisa
  Lina Bernardi   als Adele
  Giulia Carmignani   als Mariposa
 
Regie:  Gabriele Muccino  
Buch:  Gabriele Muccino  
Musik:  Paolo Buonvino  
Kamera:  Marcello Montarsi  
Produzent:  Domenico Procacci  
 

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