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Ein Licht in meinem Herzen

Warmherziges Porträt einer Witwe, die doch noch zum späten Glück gelangt, als Hommage an Schauspieler-Mutter Gena Rowlands.


Ein Licht in meinem Herzen

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Erhältlich seit:
20.04.2006

Originaltitel: Unhook the Stars

Drama

USA 1996
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 6

Gena Rowlands
Marisa Tomei
Gérard Depardieu

Regie: Nick Cassavetes
UIG - United Independent Entertainment

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Ein Licht in meinem Herzen

Die Witwe Mildred lebt mittlerweile nur noch mit ihrer Tochter Ann Mary zusammen. Als die 18jährige nach einer der zahllosen Streitereien von zu Hause auszieht, ist die Mutter zum ersten Mal seit vielen Jahren allein. Doch schon bald freundet sie sich mit ihrer etwas chaotischen Nachbarin Monica und deren kleinem Sohn J.J., der alsbald sogar bei ihr einzieht, an. Und auch ein neuer Mann, der linkische Fernfahrer Big Tommy, tritt in Mildreds Leben. Von nun an scheint einem glücklichen zweiten Frühling nichts mehr im Wege zu stehen.

Spiefilmdebüt von Nick Cassavetes, Sohn des 1989 verstorbenen Schauspielers und Regisseurs John Cassavetes. Wie der Vater zeigt sich auch der Sohn ganz dem Independent-Stil verbunden und zeichnet unspektakulär, doch nie langweilig das Porträt einer Frau "in den besten Jahren". Gespielt wird sie von der Mutter des Filmemachers, der grandiosen Gena Rowlands ("Gloria"), die diesem zurückhaltend und präzise inszenierten Werk pralles Leben einhaucht. Dank namhafter Nebendarsteller wie Marisa Tomei oder Gérard Depardieu nicht nur für Freunde anspruchsvoller Dramen durchaus von Interesse.

Ein Licht in meinem Herzen

Wie einst seinen Vater John, den Urahn der amerikanischen Independentszene, drängt es auch Sohn Nick Cassavetes - nach wohl vorwiegend monetär orientierten Auftritten als Darsteller diverser Bösewichte - zur Inszenierung eigener Stoffe. "Ein Licht in meinem Herzen", das Porträt einer klugen Frau, deren Gefühlsstatus im reifen Alter vom Leben noch einmal kräftig durcheinandergebracht wird, empfiehlt sich als unspektakuläres, aber vielversprechendes Regiedebüt, das Cassavetes erstmals aus dem Schatten seines Vaters treten läßt.

Mit Gespür für das Innenleben seiner Figuren, aber ohne die rauhe formale Oberfläche und den Improvisationscharakter der frühen Low-Budget-Filme seines Vaters, begleitet Cassavetes seine Protagonistin Mildred auf ihrem ereignisreichen Weg vom drohenden Oma-Syndrom zur Wiederentdeckung als Frau. Die klassisch familiären Tischgespräche zwischen Mildred und ihrer Tochter Ann Mary (Moira Kelly im Teenie-Zorn) über Verantwortung, Reife und Abhängigkeiten führen zum abrupten Auszug Ann Marys, wodurch Mildred erstmals mit sich alleine ist. Nicht lange allerdings, denn Nachbarin Monica (überzeugend als liebenswertes Vulgärpaket: Marisa Tomei), die soeben ihren prügelnden Ehemann vor die Tür gesetzt hat, bittet um Babysitterdienste für ihren 6-jährigen Sohn Jake. Aus dem kurzfristigen Notdienst entwickelt sich eine große Freundschaft zwischen den Generationen, die sicher nicht zufällig emotionale Spurenelemente einer ähnlichen Beziehung in John Cassavetes' "Gloria" aufweist. Dort in stellvertretender, hier auch in direkter Mutterrolle brilliert Gena Rowlands, Witwe von John und Mutter von Nick. Die zeitlos schöne, Verletzlichkeit und Stärke gleichermaßen perfekt treffende 63-jährige Mimin, ist das Prunkstück einer durch Gérard Depardieu (als überraschendes romantisches Angebot für Rowlands) ergänzten guten Besetzung, der die Regie, sich inszenatorisch dabei spürbar zurückhaltend, ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt.

Trotz Versöhnlichkeitstendenzen zeigt Cassavetes, dessen Zweitwerk "She's So Lovely" unlängst in Cannes Premiere feierte, auch als Autor Reife, spricht auch tabuisierte Themen wie abgestufte Mutterliebe (Mildred bevorzugt ihren Sohn, weil er weniger zwischenmenschlichen Widerstand leistete) mit erfrischender Ehrlichkeit an. Das wirkliche Leben bleibt somit nie ausgesperrt in diesem ruhigen, aber nie langweiligen Film, der große Emotionen anspricht, aber beim Ausleben vor der Kamera auf die Bremse tritt. Mehr ein Kino des Hinweisens als des Breittretens, dem es freilich an der Kasse nicht leichtgemacht werden dürfte. kob.

Darsteller:  Gena Rowlands   als Mildred
  Marisa Tomei   als Monica
  Gérard Depardieu   als Big Tommy
  Jake Lloyd   als Jake J. J.
  Moira Kelly   als Ann Mary Margaret
  David Thornton   als Frankie
  David Sherrill   als Ethan
  Bridgette Wilson   als Jeannie
  Bobby Cooper   als Bernt
  Clint Howard   als Gus
  Dave Rowlands   als George
  Jamie Bozian   als Jason
  Christy Lenk   als Miss Mannis
  Vinny Curto   als Danny
  Tom Proctor   als Duncan
  Dru Homer   als Barbesitzer
 
Regie:  Nick Cassavetes  
Buch:  Nick Cassavetes  
  Helen Caldwell  
Musik:  Steven Hufstetter  
Kamera:  Phedon Papamichael  
Produzent:  René Cleitman  
 

Fassungen

 

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Features

 

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