DVD Kaufvideo

Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

Außergewöhnliche Liebesgeschichte im Budapest der späten 30er Jahre.


Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

Kaufvideo

Erhältlich seit:
16.06.2003

Originaltitel: Gloomy Sunday

Drama

Deutschland 1999
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

Joachim Król
Ben Becker
Stefano Dionisi

Regie: Rolf Schübel
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 14

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

László Szabó und Ilona Várnai führen im Budapest der 30er Jahre ein Restaurant, das nicht zuletzt durch "Das Lied vom traurigen Sonntag" Berühmtheit erlangt. Komponiert hat die Ballade, die die Menschen zum Selbstmord treibt, der junge Hauspianist András Aradi, der in Ilona verliebt ist. Da sich Ilona für keinen der beiden Männer entscheiden kann, entwickelt sich zwischen den Dreien eine fragile Liebesgeschichte, in der alle mehr oder minder ihr Glück finden. Bis der stramme Deutsche Eberhard Wieck auftaucht und um Ilonas Hand anhält...

Ein echtes Melodram, mit sicherer Hand inszeniert vom profilierten Dokumentaristen Rolf Schübel ("Nachruf auf eine Bestie"), basierend auf Nick Barkows Roman "Das Lied vom traurigen Sonntag" und ausgezeichnet mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2000. Wunderschön Ausstattung und (Original-)Kulisse, überzeugend das Spiel der Protagonisten einschließlich der Ungarin Erika Marozsán, die hier ihr internationales Spielfilm-Debüt gibt. Etwas zäh kommt hingegen die Geschichte in Gang und manchmal ist zu viel Pathos mit im Spiel. Gepflegte Unterhaltung, eher für reifere Semester geeignet.

Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday

Im Jahre 1935 komponierte Rezsó Seress in einem Budapester Restaurant das berühmte "Lied vom traurigen Sonntag", das als "Hymne der Selbstmörder" um die Welt ging und von internationalen Künstlern in verschiedenen Versionen interpretiert wurde. Rolf Schübel erzählt die fiktive Entstehungsgeschichte des Liedes als außergewöhnliche Love-Story einer Frau zwischen drei Männern in einer mörderischen Zeit.

Budapest in den 90ern, eine moderne, pulsierende Metropole voller Erinnerungen. Auch für den deutschen Industriellen Hans Eberhard Wieck, der in einem bekannten Restaurant der Stadt seinen 80. Geburtstag feiern will. Alles ist noch wie früher - die Einrichtung, das Essen, das Piano. In einer Rückblende werden die 30er Jahre wieder lebendig. Das Restaurant Szabó gilt als Geheimtip, Prominente geben sich die Klinke in die Hand. Nicht nur wegen der hervorragenden Speisen, sondern auch wegen der Atmosphäre. Der jüdische Wirt László sorgt für das leibliche Wohl, seine attraktive Geliebte Ilona zieht die Blicke der Männer auf sich, auch die des Touristen Hans Eberhard Wieck, der nicht nur den berühmten Rollbraten, sondern auch die Schöne mit den Augen verschlingt. Ilona hat aber nur Augen für ihren László und bald darauf auch für den neuen Pianisten András. An ihrem Geburtstag widmet der ihr das "Lied vom traurigen Sonntag", Ausgangspunkt für ein leidenschaftliches Melodram. In der Nacht, als sie Wiecks Heiratsantrag ablehnt und mit András erstmals das Bett teilt, fischt Lázló den frustrierten Deutschen aus der Donau, der ihm verspricht, sich irgendwann zu revanchieren. Ilona liebt András und László, die ménage à trois funktioniert, das melancholische Lied beginnt seinen Siegeszug, das Restaurant floriert. Jahre später - nach der Besetzung Ungarns durch die Deutschen - kommt Wieck als SS-Offizier wieder und stört die fragile Balance. Der Nazi-Terror vernichtet die Hoffnung auf ein besseres Morgen, András begeht Selbstmord, László wird nach Ausschwitz deportiert. Nur Ilona überlebt und sorgt - da schließt sich der Kreis zum Anfang - für späte Gerechtigkeit.

Nach Nick Barkows Roman "Das Lied vom traurigen Sonntag" gelingt Schübel ein bewegendes Stück Kino und Zeitgeschichte, das sich von den üblichen "Nazi-Filmen" wohltuend abgrenzt. Im Mittelpunkt steht die Kraft der Liebe, die den Tod überdauert und über Verrat und Vergessen triumphiert. Der historische Bogen von der Vorkriegszeit bis zur Gegenwart wird spannend geschlagen, es geht nicht nur um menschliche Regungen wie Liebe, Treue und Eifersucht, sondern auch um die Utopie von Glück um das Aufrechterhalten von Würde in einer würdelosen Epoche. Jede Rolle ist optimal besetzt - vor allem Joachim Król als vitaler Hedonist mit sensibler Seele, Ben Becker als machthungriger Mann ohne Skrupel und Erika Marozsán als starke und zugleich zerbrechliche Frau (für sie gab Schübel sogar Elodie Bouchez einen Korb). Eine Hauptrolle spielt auch die gefährlich-hypnotische Musik, die durch variantenreiche Arrangements jeweils einen neuen Zauber auslöst. Der Soundtrack gibt die Entwicklung des Chansons wider, von Georges Boulanges Originalaufnahme über die Adaption von Jazz-Legende Billie Holiday, Woody Herrmann oder Elvis Costello bis hin zur extra eingespielten Interpretation von Heather Nova. Unter dem Label Kino der großen Gefühle sollte dieses phantastische "Lied von Liebe und Tod" trotz Dauertief des deutschen Films die Kassen summen lassen. mk.

Darsteller:  Joachim Król   als László Szabó
  Ben Becker   als Hans Eberhard Wieck (jung)
  Stefano Dionisi   als András Aradi
  Erika Marozsán   als Ilona Várnai
  Sebastian Koch   als Obersturmbannführer Eichbaum
  Laszlo I. Kish   als Standartenführer Schnefke
  Wanja Mues   als Herr Mendel
  Dorka Gryllus   als Fräulein Mendel
 
Regie:  Rolf Schübel  
Buch:  Ruth Toma  
  Rolf Schübel  
Musik:  Detlef Petersen  
  Reszö Seress  
Kamera:  Edward Klosinski  
Produzent:  Richard Schöps  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Joachim Król

Der bewegteste Mann des deutschen Films, seit er 1994 in Sönke Wortmanns Komödienhit durch die Liebe völlig aus dem Gleichgewicht gebracht...

 

Star

Ben Becker

Ein knallharter Kerl. Seine rauchig kehlige Stimme klingt, als sei er unter Bergen von Zigaretten geboren. Oft scheinen seine Charaktere kurz vor...