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Ein Mann sieht rosa

Komödienhit aus Frankreich, in dem ein Buchhalter seinen Job behält, weil er als Homosexueller angesehen wird.


Ein Mann sieht rosa

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Erhältlich seit:
26.06.2002

Originaltitel: Le placard

Komödie

Frankreich 2001
Laufzeit: 81 Min.
FSK: ab 6

Daniel Auteuil
Gérard Depardieu
Thierry Lhermitte

Regie: Francis Veber
Universum Film

Bild 1 von 7

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Ein Mann sieht rosa

Zufällig erfährt der biedere, in einer Kondomfabrik angestellte Buchhalter Pignon, dass er entlassen werden soll. Einem missglückten Selbstmordversuch folgt der pragmatische Rat seines Nachbarn: Pignon soll sich mittels pikanter Fotomontage als homosexuell outen. Wie geplant, gehen alle Kollegen dem Trick auf den Leim und der Chef sieht aus Angst, als intolerant zu gelten, von der Kündigung ab. Sogar der vierschrötige Rugby-Trainer des Betriebs stimmt in das große Einschleimen ein. Nur Pignons Vorgesetzte hat so ihre Zweifel...

Francis Vebers hochkarätig besetzte Komödie über falsche politische Korrektheit und Spießertum lockte in Frankreich über fünf Millionen Besucher in die Kinos. Superstar und Hauptdarsteller Daniel Auteuil liefert mit seinen Kollegen (u.a. Gérard Depardieu als Trainer) routiniert jede Menge Gags, die trotz ihrer Vorhersehbarkeit immer wieder verblüffen.. Klischeefallen werden größtenteils, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, umschifft, so dass der rosafarbene Spaß durchaus auch nicht-frankophile Anhänger finden dürfte.

Ein Mann sieht rosa

In Frankreich bereits ein Kassenschlager, ist diese Komödie über politisch korrekte Vorurteile, zweckbedingt geschwindeltes Coming-Out und spießige Schwulen-Klischees vom Spezialisten Francis Véber ("Dinner für Spinner") sogar in der deutschen Synchronisation vergnüglich und unterhaltsam witzig. Die Starbesetzung Daniel Auteuil, Gérard Depardieu und Jean Rochefort dürfte auch bei uns die Mainstreamkomödienfans scharenweise vor die Leinwand locken.

Francis Veber, der als Drehbuchautor von so legendären Klassikern wie "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" oder auch "Ein Käfig voller Narren" begann und sich längst einen Namen als Theaterautor geschaffen hat, ist in seinen besten Filmmomenten immer für Überraschungen gut. Das heißt, obwohl man seine Plots von Anfang an zu durchschauen meint, gelingt es ihm, uns Zuschauer im richtigen schlagfertigen Timing zu verblüffen. Diesmal erzählt er eine Geschichte in einem relativ gewagten Milieu, was den Bereich der Gürtellinie anbelangt und gefährlich nah an der Grenze zur schenkelklopfenden Plotte liegt. Die Hauptfigur ist der unauffällig-langweilige Buchhalter Pignon(Idealbesetzung: Auteuil) in einer Kondomfabrik. Per Zufall erfährt er, dass er entlassen werden soll - und schreitet wild entschlossen zu seiner ersten bemerkenswerten Aktion, indem er sich vom Balkon in die Tiefe stürzen will. Sein Rentner-Nachbar (hintersinnig pragmatisch: Michel Aumont) hat rechtzeitig den rettenden und für die Komödiendramaturgie richtigen Einfall: eine heikle Fotomontage soll Pignon als Homosexuellen outen. Die gesamte Belegschaft der Kondomfirma geht diesem Trick auf den Leim. Der Chef (grotesk bis zur Selbstverleugnung: Jean Rochefort) nimmt die geplante Kündigung zurück, weil er nicht als intolerant gelten will. Der plump polternde und ebenso reaktionäre Trainer der betriebseigenen Rugby-Mannschaft (schwerer Brocken am Rande der Knattermimik: Gérard Depardieu) bringt sich fast um vor liebenswürdiger Freundlichkeit gegenüber dem vermeintlichen gesellschaftlichen Außenseiter. Er schenkt ihm sogar einen leuchtend rosa Kaschmirpullover. Die gesamte Firmen-Belegschaft schleimt sich an den kleinen Buchhalter heran, wobei der sich nicht anders verhält als bisher. Nur in den Köpfen der anderen verändert sich etwas, wodurch der Eindruck einer vermeintlichen Wandlung Pignons entsteht. Mit diesen Gedanken-Kombinationen und -Assoziationen geht Véber spielerisch elegant und pointensicher in rhythmischem Ping-Pong-Schlagabtausch um. Dass es ausgerechnet eine Frau ist, nämlich Pignons Vorgesetzte, die ihm auf die Schliche kommt und einem unerbittlichen physischen Test unterzieht, ist eine erfreuliche neue Nuance bei Véber, der bislang nur seinen männlichen Figuren Pfiffigkeiten zugetraut hat. Dafür darf sich Daniel Auteuil bei einer Werbedemonstration ein Kondom auf den Kopf stülpen - wer es drastisch liebt, kommt also auf seine Kosten in dieser sonst wirklich ganz amüsanten Komödie. fh.

Darsteller:  Daniel Auteuil   als Francois Pignon
  Gérard Depardieu   als Félix Santini
  Thierry Lhermitte   als Guillaume
  Michel Aumont   als Belone
  Michèle Laroque   als Mademoiselle Bertrand
  Jean Rochefort   als Direktor Kópel
  Alexandra Vandernoot   als Christine
  Stanislas Crevillen   als Franck
  Edgar Givry   als Mathieu
  Thierry Ashanti   als Victor
  Armelle Deutsch   als Ariane
  Michèle Garcia   als Madame Santini
  Laurent Gamelon   als Alba
  Vincent Moscato   als Ponce
  Irina Ninova   als Martine
  Marianne Groves   als Suzanne
  Philippe Vieux   als Polizist
  Luq Hamet   als Moreau
  Philippe Brigaud   als Lambert
  Eric Vanzetta   als Oberkellner
  Michel Caccia   als Weinkellner
  Jean-Paul Zucca   als Nachtwächter
 
Regie:  Francis Veber  
Buch:  Francis Veber  
Musik:  Vladimir Cosma  
Kamera:  Luciano Tovoli  
Produzent:  Alain Poiré  
 

Fassungen

 

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Features

 

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