
Daniele Thompsons leichte Komödie über schwierige Orientierungswechsel im Pariser Künstlermilieu ist einer der Überraschungshits des französischen Kinojahres.
Knapp zwei Millionen Zuschauer amüsierten sich über die dritte Regiearbeit der renommierten Autorin, die etwas brav und altmodisch, aber sympathisch und schwerelos Wendemarken im Leben beleuchtet. Wie prägende Momente in der Biografie Thompsons, der Tochter des Komödienveteranen Gérard Oury, spielt auch ihr Film im Umfeld von Kunst und Künstlern. Das in Zusammenarbeit mit Sohn Christopher entstandene Drehbuch pflegt das Wort zwischen Witz und Weisheit, ist im Ton eher boulevardesk als bissig und stellt eine Reihe von Figuren vor, mit denen man problemlos 105 Minuten verbringt, ohne am Ende Trennungsschmerzen zu empfinden. Cécile de France, Shootingstar aus "L'auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr", spielt das charmante Provinzgirl Jessica, das in Paris sein Glück machen will. Als Kellerin in einem Bistro, das in unmittelbarer Nähe zu einem Konzertsaal und einem Theater liegt, lernt sie einen Konzertpianisten kennen, der dem Kulturbetrieb und seinem wohlhabenden Stammpublikum entfliehen möchte. Außerdem begegnet sie einem rüstigen Senioren (Claude Brasseur), der sich von seiner Kunstsammlung, nicht aber von seiner jungen Freundin trennen will, und einem Star der leichten TV- und Theaterunterhaltung, der sich nach ernsten Rollen und Anerkennung als seriöse Schauspielerin sehnt. Diese von Valérie Lemercier verkörperte Figur ist die interessanteste wie auch komischste des Films und repräsentiert einen Konflikt, den schon der Protagonist aus Preston Sturges' Klassiker "Sullivan's Reisen" plagte. Hollywoodveteran Sydney Pollack, der Lemercier bereits selbst in "Sabrina" besetzte, ist als berühmter Regisseur das Ziel ihrer beruflichen Sehnsüchte. Er zeigt letztlich die Lösung ihres Dilemmas, als er bei der Aufführung einer Feydeau-Farce, in der Lemerciers Catherine mit komödiantischer Überzeichnung arbeiten muss, am lautesten lacht. Am Ende erkennt Catherine ihren Wert und ihre Berufung, versöhnt sich Brasseur mit seinem entfremdeten Sohn, an dessen Seite schließlich Jessica einen perfekten Platz in ihrem Leben findet. Die Liebe triumphiert, und das hat im Unterschied vielleicht zu dieser Komödie zeitlose Qualität. kob.